Altdorf bei Nürnberg
Aus Franken-Wiki
| Altdorf bei Nürnberg | |
|---|---|
| Ortstyp | Stadt |
| Landkreis | Nürnberger Land |
| Regierungsbezirk | Mittelfranken |
| Bundesland | Bayern |
| Höhe | 444 m ü. NN |
| Fläche | 48 km² |
| Einwohner | 16.500 |
| Gemeindeschlüssel | 09574112 |
| KFZ-Kennzeichen | LAU |
| Anschrift der Verwaltung | Röderstraße 10 90518 Altdorf |
| Telefon | 09187 807-0 |
| Website | http://www.altdorf.de |
| Bürgermeister | Erich Odörfer (CSU) |
Altdorf ist eine Stadt im Landkreis Nürnberger Land und gehört zum Regierungsbezirk Mittelfranken.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte
Um 800 soll hier ein fränkischer Königshof entstanden sein, aus dem sich Altdorf entwickelt hat. 1129 wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt und 1281 als Bezirk Hofmark Altdorf der kaiserlichen Verwaltung unterstellt. 1299 wurde Altdorf an die Grafen von Nassau verpfändet und im Jahr 1368 wurden die Märkte gestiftet. Die erste urkundliche Erwähnung als Stadt stammt aus dem Jahr 1387 und ist zeitgleich mit dem Baubeginn der ersten Stadtbefestigungen in Form von Graben und Mauern.
Im Verlauf des Landshuter Erbfolgekrieges wurde Altdorf 1504 durch die Nürnberger erobert und Sitz eines Pflegamtes der Reichsstadt Nürnberg. Durch den Bau des Nürnbergischen Gymnasiums 1575 und dessen 1622 erfolgter Erhebung zur Universität wurde Altdorf zur Universitätsstadt.
Nach der den Napoleonischen Kriegen folgenden Auflösung des Heiligen Römischen Reiches und dessen Reichsständen, kam Nürnberg und damit auch Altdorf 1806 zum Königreich Bayern. Die Universität wurde aufgrund Königlich Bayerischer Sparmaßnahmen 1809 aufgelöst. 1824 wurde in den Universitätsgebäuden das Königliche Schullehrerseminar eingerichtet. In den Seminargebäuden wurden 1925 durch den Landesverband für Innere Mission Einrichtungen für Körperbehinderte geschaffen und das Gebäude in Wichernhaus umbenannt.
Am Ende des Zweiten Weltkrieg wurde Altdorf ab Mai 1945 von der US-Armee besetzt und Sitz der Soldatenzeitung „The Stars and Stripes“. Von 1945 bis 1965 war die Stadt Sitz des Landratsamtes. In den Jahren 1972/78 erfolgte die Gebietsreform mit Eingemeindung umliegender Gemeinden.
Heute zählt Altdorf 16.539 Einwohner mit einem Ausländeranteil von 5,5 Prozent. Die Gemeindefläche beträgt 48 km². Altdorf pflegt partnerschaftliche Beziehungen mit dem Kanton Uri in der Schweiz, Colbitz in Sachsen-Anhalt, Sehma in Sachsen und Dunaharaszti in Ungarn.
Universität Altdorf
Altdorf war von 1622 bis 1809 Sitz der nürnbergischen Universität Altdorf, auch Altdorfina genannt. Die Universität wurde am 30. September 1575 als Gymnasium eingeweiht und 1578 zur Akademie erhoben. Auf Drängen des Rates der Stadt Nürnberg und entsprechender Gegenleistungen erhob sie Kaiser Ferdinand II. am 3. Oktober 1622 zur Universität.
Mit der Übernahme Nürnbergs fiel 1806 auch die reichsstädtische Universität Altdorf an das Königreich Bayern. Weil infolge der neugegründeten bayerischen Landesuniversitäten die finanziellen Mittel fehlten, wurde die Altdorfina am 24. September 1809 durch den bayerischen König Maximilian I. aufgelöst. Zu den berühmtesten Wissenschaftlern, die in Altdorf studierten, zählen unter anderem Albrecht von Waldstein (später: Wallenstein), Georg Philipp Harsdörffer und Gottfried Wilhelm Leibniz. Das ehemalige Universitätsgebäude dient heute unter dem Namen Wichernhaus Altdorf als Heim für körperbehinderte Kinder und Jugendliche.
Nachbarorte
- 90610 Winkelhaid
- 90559 Burgthann
- 91227 Leinburg
- 91238 Offenhausen (Mfr.)
- 92348 Berg bei Neumarkt (Opf.)
Sehenswürdigkeiten
- Teile der ehemaligen Stadtbefestigung von 1387
- St.-Laurentius-Kirche von 1407
- Wichernhaus (ehemalige Universität) von 1575
- Pflegschloss Altdorf von 1558 (heute Polizeiwache) mit Wallensteinbrunnen.
- Renaissance-Rathaus aus dem 16. Jahrhundert.
- Prethalmühle von 1643
- Universitätsmuseum mit Fossilienkabinett.
- Burg Grünsberg in Grünsberg
- St. Andreas-/St. Bartholomäus-Kirche im Ortsteil Eismannsberg aus dem 13./16. Jahrhundert
Gaststätten
Verkehr
- Bahn: Altdorf hat die Bahnstationen Altdorf-West und Altdorf. Letztere ist Endpunkt der S-Bahn-Linie 2, die alle 20 bis 40 Minuten vom Nürnberger Hauptbahnhof verkehrt. Manche Züge fahren von Nürnberg weiter in Richtung Roth.
- Straße: Altdorf liegt östlich des Autobahnkreuzes Altdorf und zwischen den Autobahnen A 3 (Nürnberg-Passau-Wien) bzw. A 6 (Nürnberg-Prag). Von diesen Autobahnen ist auch die A 9 (München-Nürnberg-Berlin) schnell erreichbar.
Literatur
- Gustav Voit: Altdorf. In: Michael Diefenbacher; Rudolf Endres (Hrsg.): Stadtlexikon Nürnberg. Nürnberg: W. Tümmels Verlag, 1999, ISBN 3-921590-69-8 - im Netz
- Andreas Jakob: Altdorfische deutsche Gesellschaft. In: Michael Diefenbacher; Rudolf Endres (Hrsg.): Stadtlexikon Nürnberg. Nürnberg: W. Tümmels Verlag, 1999, ISBN 3-921590-69-8 - im Netz
- hma: Romantischer Lustort der Altdorfer Studenten. Die Löwengrube bei Prackenfels war ein Tummelplatz ausgelassener Fröhlichkeit – Steinbruch für die Bauten der Universität. In: Nürnberger Nachrichten vom 19. April 1998 - NN
Weblinks
- Wikipedia: Altdorf bei Nürnberg

