Alzenau

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Alzenau
Ortstyp Stadt
Landkreis Aschaffenburg
Regierungsbezirk Unterfranken
Bundesland Bayern
Höhe 126 m über NN
Fläche 59,33 km²
Einwohner knapp 19.000
Gemeindeschlüssel 09671111
KFZ-Kennzeichen AB, früher ALZ
Anschrift der Verwaltung Hanauer Straße 1
63755 Alzenau
Telefon 06023 502-0
Website http://www.alzenau.de
Bürgermeister Walter Scharwies (CSU)
Wappen Alzenau.png
Burg Alzenau aus dem 15. Jahrhundert
Schlösschen im Ortsteil Michelbach

Alzenau, amtlich: Alzenau i. Ufr., ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Aschaffenburg.

Der Zusatz „in Unterfranken“ erfolgte zur Unterscheidung von „Alzenau in Schlesien“, das heute aber in Polen liegt und den Namen Olszanka trägt. Jedoch wurde, wohl aufgrund der geänderten deutschen topographischen Verhältnisse, der Zusatz "i.UFr" zum 31. Dezember 2006 aus der Ortsbezeichnung genommen.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Alzenau liegt im Kahlgrund, wenige km vor der Mündung der Kahl in den Main und nur wenige km östlich der hessischen Landesgrenze.

Nachbargemeinden

Geschichte

Das Gebiet war schon frühzeitig besiedelt. Es gibt Spuren von Siedlungen und Gräbern aus der Hallstattzeit (ältere Eisenzeit), Gräber aus der Glockenbecherkultur (2600 v. Chr.) und Brandgräber aus der älteren Urnenfeldzeit (~1.000 v.Chr.).

Im Jahr 950 wird links der Kahl erstmals die Ortschaft Wilmundsheim urkundlich erwähnt.

Im 12. Jahrhundert wurde durch Kaiser Friedrich Barbarossa das Freigericht begründet, welches die Ortschaften Wilmundsheim, Hörstein, Mömbris und Somborn umfasste und von Steuern und Frondiensten freigestellt wurde. Aus dem Jahr 1309 stammt der erste urkundliche Beleg des Freigerichts mit den vier Gerichtsbezirken, die sogenannte "Hohe Mark". Die goldenen Reiser im Stadtwappen symbolisieren dieses Erbe.

Die „Märker“, wie die vollberechtigten Einwohner der Hohen Mark auch genannt wurden, mussten ihre Autonomie gegen die Bestrebungen lokaler Geschlechter, wie die von Rannenberg und von Rieneck, sowie gegen die Erzbischöfe von Mainz verteidigen.

Letztere waren seit der ersten Hälfte des 13. Jh. im Besitz des Wildbanns und errichteten zum Schutz ihrer örtlichen Besitzungen zwischen 1395 und 1399 die Burg Alzenau, rechts der Kahl, gegenüber von Wilmundsheim. 1401 wurden der Siedlung unterhalb dieser Burg durch König Ruprecht von der Pfalz die Stadt- und Marktrechte verliehen, die es aber nicht verwirklichen konnte. Später verschmolz das alte Wilmundsheim mit der Siedlung rechts der Kahl, von der es auch den Namen der Burg übernahm.

Im Zug der Reichsreformbestrebungen belehnte der römisch-deutsche König Maximilian I. im Jahr 1500 den Erzbischof von Mainz und den Grafen von Hanau mit der gemeinsamen Oberherrschaft über das Freigericht, für das sie gemeinsam den örtlichen Amtmann bestellten. Zu Konflikten führte das Beharren der Einwohner auf ihren angestammten Freiheiten und der konfessionelle Gegensatz zwischen dem calvinistischen Hanau auf der einen und der katholischen Bevölkerung und dem Erzbischof auf der anderen Seite.

Das Kondominium dauerte bis zum Aussterben der Hanauer Grafen im Jahre 1736. Der Erzbischof von Mainz besetzte als verbliebener Kondominatsherr das Freigericht, musste aber nach einem heftigen Rechtsstreit das Amt Somborn im Jahre 1740 an die Landgrafen von Hessen-Kassel, die das Erbe der Hanauer Grafen angetreten hatten, abtreten. Das übrige Freigericht wurde nun als Amt Alzenau unmittelbar dem Erzbistum Mainz einverleibt. Das Mainzer Rad im Stadtwappen erinnert noch heute an diese Zeit.

Der Reichsdeputationshauptschluss des Jahres 1803 schlug das Amt Alzenau dem Landgrafen von Hessen-Darmstadt zu, dessen dreizehnjährige Herrschaft sich jedoch lokal kaum bemerkbar machte. Im Jahr 1816 trat das Großherzogtum Hessen das Amt an das Königreich Bayern ab, seitdem gehört Alzenau zu Bayern.

1862 wurde Alzenau zur Kreisstadt erhoben. Mit dem Bau der Kahlgrundbahn erhielt der Ort - und mit ihm der ganze Kahlgrund - ab 1898 Anschluss an das Schienennetz. Die Kahlgrundbahn begünstigte insbesondere die Ansiedlung der Zigarrenindustrie. 1902 bestanden im Kahlgrund bereits 21 Zigarrenfariken mit 850 Beschäftigten. Auch im bis dahin rein landwirtschaftlich geprägten Alzenau siedelten sich Zigarrenfariken an, die letzte wurde erst in den 1960-er Jahren geschlossen.

1951 erhielt Alzenau vom Freistaat Bayern erneut das Stadtrecht. Im Zuge der Kreisreform wurden der Landkreis Alzenau und der Landkreis Aschaffenburg im Jahr 1972 zusammengelegt. Die Gemeinden Albstadt, Kälberau und Wasserlos wurden eingemeindet. Seine heutige Gestalt erlangte Alzenau schließlich durch die Eingemeindung des Marktes Hörstein und der Gemeinde Michelbach im Jahr 1975.

  • 1395 begann der Bau der Burg Alzenau, rechts der Kahl, gegenüber von Wilmundsheim.
  • 1401 wurden der Siedlung unterhalb dieser Burg durch König Ruprecht von der Pfalz die Stadt- und Marktrechte verliehen, die aber nicht verwirklichen konnten. Einige Jahre später wurde das alte Wilmundsheim zerstört und verschmolz mit der Siedlung rechts der Kahl, von der es auch den Namen der Burg übernahm.
  • 1500 wurde der Erzbischof von Mainz und den Grafen von Hanau mit der gemeinsamen Oberherrschaft über das Freigericht belehnt.
  • 1803 schlug der Reichsdeputationshauptschluss das Amt Alzenau dem Landgrafen von Hessen-Darmstadt zu.
  • 1816 trat das Großherzogtum Hessen das Amt Alzenau an Bayern ab.
  • 1826 bauten sich die Juden in Alzenau eine Synagoge.
  • 1862 wurde Alzenau zur Kreisstadt erhoben.
  • 1951 erhielt Alzenau vom Freistaat Bayern das Stadtrecht.
  • 1972 wurde der Landkreis Alzenau und der Landkreis Aschaffenburg zusammengelegt.

Politik

Gemeinderat

Bei der Kommunalwahl vom März 2008 ergab sich folgende Sitzverteilung: CSU: 11 Sitze
SPD: 5 Sitze
FDP: 2 Sitze
Grüne: 3 Sitze
Freie Wähler: 2 Sitze
Kälberauer Liste: 1 Sitz

Orte in der Gemeinde Alzenau i.Ufr.


Religionsgemeinschaften

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Ansässige Unternehmen

Der Solarzellenhersteller Schott spielte lange Zeit eine wichtige Rolle in Alzenau. Die Produktion soll aber 2012 nach Fernost verlagert werden, wodurch in Alzenau mindestens 250 Arbeitsplätze wegzufallen drohen.[1] [2]


Literatur

  • Baruch Z. Ophir und Falk Wiesemann (Hrsg.): Die jüdischen Gemeinden in Bayern 1918-1945. Geschichte und Zerstörung [Veröffentlichung im Rahmen des Projekts „Widerstand und Verfolgung in Bayern 1933–1945“ im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus bearbeitet vom Institut für Zeitgeschichte in Verbindung mit den Staatlichen Archiven Bayerns]. Hrsg. u. bearb. von Baruch Z. Ophir und Falk Wiesemann. München, Wien: Oldenbourg, 1979, 511 S., ISBN 3-486-48631-4
  • Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation. 1. Auflage. München: Bayerische Landeszentrale für Politische Bildungsarbeit, 1988, 352 S., ISBN 3-87052-393-X (Bayerische Landeszentrale für Politische Bildungsarbeit: A ; 85); 2. Auflage, 1992, 368 S.

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Main-Netz: „Geld zurück“ ist nicht mehr möglich, 14. Dezember 2011
  2. Photovoltaik.eu: Schott Solar schließt Solarzellenfabrik in Alzenau, 13. Dezember 2011

Karte

<googlemap lat="50.088869" lon="9.07505" scale="yes">50.086359, 9.072014, Alzenau, Kreis Aschaffenburg (Ufr.)</googlemap>