Arno Hamburger

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Arno S. Hamburger (* 15. Februar 1923 in Nürnberg, † 26. September 2013[1]) war ein Nürnberger Politiker, der über 40 Jahre die Israelitischen Kultusgemeinde Nürnberg leitete und ebenso lange als Mitglied der Nürnberger SPD-Stadtratsfraktion tätig war.

Arno Hamburger

Inhaltsverzeichnis

Leben und Wirken

Elternhaus

Arno Siegfried Hamburger war das einzige Kind von Adolf Hamburger (* 20. Juni 1900-1974) und Charlotte Hamburger (* 17. Juni 1897 in Innsbruck). Die Vorfahren Hamburgers stammen aus Colmberg bei Ansbach. Der Viehhändler Samuel Hamburger (* 26. Februar 1869 in Colmberg, † 14. Mai 1943 in Sobibor), der Vater von Adolf Hamburger, zog 1885 von Colmberg nach Nürnberg. Er und seine Familie wohnten in der Schweinauer Str. 39, wo Adolf Hamburger im Jahre 1900 geboren wurde. Adolf Hamburger war Inhaber einer Großschlächterei im Städtischen Schlacht- und Viehhof.[2]

Schule, Ausbildung und Diskriminierung

Im Jahr 1929 kam Arno Hamburger in Nürnberg in die Volksschule Schweinauer Straße. Bis zum Jahre 1933 durchlebte er in Nürnberg eine schöne Kindheit, in einer Stadt, in der Julius Streicher schon 1923 mit seiner antisemitischen Wochenzeitung „Der Stürmer“ mit einer gnadenlose Hetzkampagne gegen die Juden begann. Nürnberg wurde zu einer Hochburg des Antisemitismus.

1933 wechselte Arno Hamburger in das Nürnberger Real- und Reformgymnasium, das heutige Willstätter-Gymnasium, Innerer Laufer Platz, direkt am Laufer Schlagturm. Die von den Nazis betriebene Hetze gegen Juden beeinflusste auch die Kinder. So wurde auch der junge Arno im Juni 1933 von einem Mitschüler als „Judensau“ beschimpft. Er reagierte mit einem Faustschlag. Daraufhin wurde er vom Gymnasium verwiesen.[3] Er kam in die Jüdische Volksschule Obere Kanalstraße, die von der Israelitischen Kultusgemeinde mit jüdischen Lehrern unterhalten wurde. 1937 schloss Arno Hamburger die Volksschule ab.

Ab 5. Mai 1933 durften Juden in Nürnberg keine Geschäfte mehr in städtischen Gebäuden betreiben. Deshalb musste der Vater Adolf Hamburger im April 1933 seine Schlächterei aufgeben und den Städtischen Schlacht- und Viehhof verlassen. Seine Eltern mussten sich mit Gelegenheitsarbeiten durchschlagen. Seine Mutter musste putzen gehen.

Ausgrenzung und rohe Gewalt gehörten zum Alltag der jüdischen Bürger in Nürnberg. Arno Hamburger später: „Die Atmosphäre in Nürnberg war viel schlimmer als in anderen deutschen Städten, viel schlimmer!“ (4) Als Organisator war Julius Streicher für die Übergriffe und Pogrome verantwortlich. Bereits am 10. August 1938 war die Hauptsynagoge am Hans-Sachs-Platz auf Anordnung Julius Streichers niedergerissen worden. Besonders dieser Gewaltakt war ein Zeichen für die weitere Entrechtung der Nürnberger Juden.

Weil Juden keine Lehrlinge mehr einstellen durften, arbeitete Arno Hamburger ab Mai 1937 bis zum 9. November 1938 als Praktikant in einem jüdischen Elektro-Unternehmen in der Johannisstraße. Doch in der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde das Elektro-Geschäft total zerstört, sodass er ohne Arbeit und ohne Ausbildung war.

In der Pogromnacht am 9./10. November 1938 starben 91 Juden im gesamten Deutschen Reich. In Nürnberg wurden besonders viele Juden Opfer des NS-Terrors. 26 Nürnberger Juden überlebten die „Reichskristallnacht“ nicht.[4]


Nürnberger Nazis verbrannten außerdem die orthodoxe Synagoge in der Essenweinstraße und zerstörten zahlreiche jüdische Wohnungen. Auch die Wohnung von Hamburgers Onkel wurde durchwühlt und zerstört.

Nach der Pogromnacht 1938 wurde die Familie Samuel Hamburgers von den Nazis von der Schweinauer Str. 39 und die Familie Adolf Hamburgers von der Schwabacher Straße 35 in das „Judenhaus“ in der Guntherstraße 61 umgesiedelt.

Emigration nach Palästina

Nach dem 9. November 1938 versuchten jüdische Familien, ihren Kinder mit Hilfe einer internationalen jüdischen Organisation, der Jewish Agency , die Ausreise nach Palästina zu ermöglichen, das unter britischem Mandat stand. Die Jewish Agency vermittelte Einwanderungszertifikate der Engländer für Palästina, d.h. für die „Alija“ , die Einwanderung von Verfolgten aus Deutschland nach Palästina. Da die Briten einen Einreisestopp verhängt hatten, waren diese Auswanderungszertifikate recht teuer. Zuvor mussten jüdische Jugendliche sich in einer Vorbereitung der Jewish Agency qualifizieren. So kam Arno Hamburger im April 1939 nach Blankenese in ein sogenanntes Vorbereitungslager der Jugend-Alijah, in dem Jugendliche im Alter von 15 bis 17 Jahren aus ganz Deutschland überprüft wurden, ob sie für eine Auswanderung nach Palästina geeignet seien. Arno Hamburger war einer von 85 Ausreisewilligen. Nur 16 bestanden die Prüfung und erhielten eines der begehrten Einwanderungs-Zertifikate zur Einreise nach Palästina, unter ihnen Arno Hamburger.

So verließ Arno Hamburger am 22. August 1939 als 16-jähriger kurz vor Beginn des Krieges allein und ohne Kenntnis der hebräischen oder englischen Sprache seine Heimatstadt Nürnberg mit dem Zug. Am 23. August 1939 ging er, zusammen mit 80 anderen jüdischen Jugendlichen und ungefähr 400 Erwachsenen in Triest an Bord des unter italienischer Flagge fahrenden Passagierschiffes „Galiläa“, um nach Palästina auszureisen. Palästina stand unter britischem Mandat, so dass das Schiff in keinem dortigen Hafen anlegen durfte. Nach einer längeren Irrfahrt von fast 4 Wochen im Mittelmeer kam das Schiff dann am 17. September 1939 in Tel Aviv an. Am 19. September 1939 ging Arno Hamburger in Tel Aviv an Land.

Arno Hamburger wurde in einer landwirtschaftlichen kooperativen Siedlung, einem „Moshaw ovdim“, auch „Moshavim“, einem jüdischen Wehrdorf, von einer Familie aufgenommen und arbeitete in der Landwirtschaft mit.[5] Nach drei Monaten hatte er sich etwas eingelebt und konnte die hebräische Sprache einigermaßen sprechen.

Dienst in der britischen Armee bei den Jewish Brigades

In Palästina nahm Arno Hamburger die britische Staatsbürgerschaft an und meldete sich Anfang Januar 1941, kurz vor seinem 18. Geburtstag, freiwillig zur britischen Armee. Bei den Jüdischen Brigaden wurde er in Nordafrika in der Cyrenaika und in Italien eingesetzt. Das Kriegsende erlebte er in Spoleto in Mittelitalien.

Rückkehr nach Nürnberg

Nach Jahren der Ungewissheit über das Schicksal seiner Eltern kam Arno Hamburger als Angehöriger der Jewish Brigade in englischer Uniform zurück nach Nürnberg. Am 27. Mai 1945 stand er um ein Uhr mittags am Nürnberger Plärrer und erkannte seine Heimatstadt nicht mehr. Hamburger im Rückblick: „Als ich 1945 zurückkam und die zerstörte und brennende Stadt sah, erinnerte ich mich an Streicher und all die Menschen, die 1938 schrieen und unsere Synagogen verbrannten und zerstörten. Wie es den Synagogen erging, so erging es nun auch den Tätern.“ (4)

Nach längerem Suchen fand Hamburger seine Eltern, Adolf und Lotte Hamburger, die in einem kleinen Zimmer der Aussegnungshalle des jüdischen Friedhofs an der Schnieglinger Straße den Nazi-Terror und Krieg überlebt hatten. Sein Vater war nicht deportiert worden, weil er schon ab 1. Mai 1939 als Gleisbauarbeiter zwangsverpflichtet worden war und im Gleisbau schwerste Zwangsarbeit verrichten musste.

Doch Arno Hamburgers Großeltern, Tanten und Onkel lebten nicht mehr. Sie wurden in den Konzentrationslagern Mauthausen, Sobibor und Izbica ermordet. Nur wenige Familienmitglieder überstanden die Verfolgung und Deportation. Von den etwa 24 Mitgliedern der Familie Hamburger waren nach der Befreiung vom NS-Regime nur noch sechs am Leben.

Nur etwa 50 Nürnberger Juden überlebten das Kriegsende in Nürnberg. Unter ihnen waren neben Adolf Hamburger, Julius Nürnberger und Paul Baruch. Von denen, die in KZs deportiert worden waren, kehrten nur etwa 80 zurück. Durch den Zuzug von Displaced persons wuchs die jüdische Gemeinde auf 182 Mitglieder. Im Dezember 1945 wurde die Israelitische Kultusgemeinde wiedergegründet. Vorsitzender wurde Julius Nürnberger. Adolf Krämer und Adolf Hamburger waren stellvertretende Vorsitzende, Paul Baruch und Bernhard Kolb Beisitzer. 1968 erhielt Adolf Hamburger die Bürgermedaille der Stadt Nürnberg, nach ihm 1975 Paul Baruch (1895 – 1988), der Ehrenvorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde.

Übersetzer und Dolmetscher bei den Nürnberger Prozessen

Der 22jährige Arno Hamburger erlebte zwischen 1945 und 1946 bei den Hauptkriegsverbrecherprozessen [1] des Internationalen Militärgerichtshofs in Nürnberg an einigen Verhandlungstagen, wie den Hauptangeklagten, u.a. Julius Streicher, der Prozess gemacht wurde.

Arno Hamburger war einer der letzten Augenzeugen: „Besonders erschütternd waren die Vorführungen von Fotos und Filmaufnahmen der Nazi-Verbrechen. Im Gerichtssaal herrschte absolute Stille. Die Zuschauer waren entsetzt, denn es wurden unglaublich schreckliche Szenen gezeigt. So etwas hat sich zuvor niemand vorstellen können, waren die Greueltaten doch immer als Propaganda der Alliierten abgetan worden. Doch nun sahen es alle: es war Realität. Die Erschießung von Menschen, die vorher ihre eigenen Gräber ausheben mussten und dann wie Vieh an die Gräber getrieben wurden. Einen furchtbaren Eindruck hinterließen auch Aufnahmen aus den Konzentrationslagern. Sie zeigten, wie die Befreier die Überlebenden, aber auch Berge von Toten angefunden haben.

Ich werde die Nürnberger Prozesse Zeit meines Lebens nicht vergessen. Denn erst dabei habe ich im vollen Umfang erfahren und gesehen, was während des Nazi-Regimes eigentlich geschehen ist. Und genau deshalb finde ich es unmöglich, dass nicht versucht wird, die rechtsextreme NPD zu verbieten. Es ist für mich ein schreckliches Zeugnis der Unfähigkeit der Politik, dass ich die Tätigkeit dieser Unverbesserlichen, die nicht einsehen wollen, was damals geschehen ist, mit meinen Steuergeldern finanziere.“[6]

Im August 1946 wurde Arno Hamburger aus der Armee entlassen. Da er britischer Staatsbürger war, konnte er sich anschließend als Dolmetscher und Übersetzer bei den Kriegsverbrecherprozessen bewerben. Er war einer der wenigen Alliierten, der die alte Sütterlin-Schrift lesen konnte. So übersetzte er unter anderem das Kriegstagebuch von Jodl [2], 15 Oktavhefte mit Bleistift in Sütterlin-Schrift geschrieben. (8) Vom 1. Oktober 1946 bis Februar 1949 arbeitete er bei den Nachfolgeprozessen gegen NS-Ärzte [3].

Am schlimmsten waren für ihn die Kälteexperimente, die der Luftwaffenarzt Doktor Rascher [4] mit Menschen durchführte. Hamburger: „Es war einfach furchtbar. Rascher hat bei seinen Vorgesetzten darum ersucht, die Versuche von Dachau nach Auschwitz zu verlegen, weil dort das Areal großflächiger sei und die Menschen, wenn sie erfrieren, erfahrungsgemäß so laut schreien würden, dass es zu Unruhen im Lager kommen könnte. ‚Die Versuchspersonen brüllen, wenn sie sehr frieren’, stand in einem Brief Raschers an Himmler. Wenn man liest, wie ein Arzt Menschen auf 26, 27 Grad Körpertemperatur herunterkühlt, um sie später mit so genannter animalischer Wärme zu reanimieren, versteht man augenblicklich, welch menschenverachtendes System hier am Werke war. Für die Wiederbelebung wurden Frauen aus dem Konzentrationslager Ravensbrück nackt zwischen die Erfrorenen gelegt.“

Hamburger: „Das hat sowohl meine Psyche als auch die Physis extrem belastet. Ich wusste, dass Verwandte von mir deportiert worden waren. Ich hatte eine Tante, die mit 29 Jahren in den Osten verschleppt wurde, meine Großeltern waren in Sobibor, einem Lager im polnischen Distrikt Lublin, mein Onkel in Mauthausen. Wenn man dann schwarz auf weiß gesehen, was dort mit den Leuten passiert ist, hat man die Dinge personenbezogen betrachtet, und das war schlimm.“ (8)

Berufsausbildung

Anschließend absolvierte Arno Hamburger ab 1949 eine Lehre als Metzger und nahm im Jahre 1950 seine deutsche Staatsangehörigkeit wieder an. Nach Abschluss der Lehre trat er in das väterliche Unternehmen ein. Die Nürnberger Metzger hatten alle ihre Betriebe am Städtischen Schlachthof. Nach dem Tod seines Vaters 1974 führte er den Betrieb noch bis 1977 fort.

Israelitische Kultusgemeinde Nürnberg

1966 verzichtete Adolf Hamburger auf eine Wiederwahl, er wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Paul Baruch wurde 1. Vorstand, Arno Hamburger wurde zum 2. Vorsitzenden der Israelitischen Kultusgemeinde Nürnberg gewählt. 1972 wählte man ihn als Nachfolger von Paul Baruch zum 1. Vorsitzenden, eine Funktion, die er seitdem ausübt.

Henryk M. Broder [5] berichtet: „Ich bin ein aggressiver, militanter Jude“, sagt Arno S. Hamburger […] Unter Hamburgers Führung hat die Nürnberger Jüdische Gemeinde sowohl den Landesverband der jüdischen Gemeinden wie den Zentralrat verlassen. Organisationstechnisch ist die Nürnberger Gemeinde eine Art freie jüdische Republik. Über Hamburger waltet nur der Allmächtige. Trotzdem beobachtet er genau, was der Zentralrat macht bzw. was er unterlässt. Hamburger hat kein Verständnis dafür, dass Prof. Dr. Rolf Verleger [6] immer noch „Mitglied im Direktorium des Zentralrats der Juden in Deutschland“ ist. Der Mann, sagt Hamburger, sei „das jüdische Alibi der NPD“, „ein vergiftetes Würstchen“ und „ein Volksschädling“. Und damit die Besucher nicht auf die Idee kommen, er habe sich nur versprochen, wiederholt er: „Ein Volksschädling“. Prof. Dr. Rolf Verleger positioniert sich nämlich seit einiger Zeit als heftiger „Kritiker“ der israelischen „Gewaltpolitik“, er gehört zu den Initiatoren der „Berliner Erklärung Schalom 5767“, in der Israel für die Lage und die Eskalation der Gewalt im Nahen Osten verantwortlich gemacht wird.“ So etwas bringe Hamburger auf die sprichwörtliche Palme.[7]

Aber Arno Hamburger war wegen der früheren Rolle der Stadt Nürnberg als Stadt der Reichsparteitage und der Nürnberger Gesetze in schwierigen Situationen auch als Vermittler tätig.

Er bewahrte zugleich auch die Erinnerung an die Verfolgung der Juden im mittelalterlichen Nürnberg: Als 1970 Grabsteine aus dem ersten Jüdischen Friedhof von etwa 1295 (1349 Pogrom in Nürnberg) entdeckt wurden, die etwa 1352 im Treppenaufgang des Südturms in St. Lorenz zu Stufen des Treppenturms umgearbeitet und dort eingebaut worden waren, sorgte er für deren Aufstellung in der Aussegnungshalle des Jüdischen Friedhofs Schnieglinger Straße.

1984 sorgte er für den Bau des Gemeindezentrums. Und seit 1990 bemüht er sich um die Integration der Kontingentflüchtlinge [7].

Politische Arbeit

Aus Tradition - schon sein Vater war Mitglied der SPD - fand Hamburger seine politische Heimat in der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. 1972 wurde Arno Hamburger für die SPD in den Stadtrat der Stadt Nürnberg gewählt. Die letzte Wiederwahl war im März 2008.

Hamburger arbeitete in der Politik mit, weil ihm bewusst war, „dass nur eine aktive Teilnahme am politischen Geschehen in unserem Land dazu beitragen wird, eine Wiederholung der schrecklichen Vergangenheit der Jahre 1933 bis 1945 zu verhindern“.

Hamburger war Betreuer des Stadtteils Nordostbahnhof, Mitglied des Ältestenrates des Nürnberger Stadtrates, des Personal- und Organisationsausschusses, des Rechts- und Wirtschaftsausschusses, des Bau- und Vergabeausschusses, des Stadtentwässerungsbetriebes und des Rechnungsprüfungsausschusses.

Darüber hinaus war er stellvertretender Verwaltungsratsvorsitzender des Eigenbetriebs Klinikum Nürnberg, Aufsichtsratsmitglied der Nürnberger Messe, Aufsichtsrat der Städtischen Werke Nürnberg, Mitglied des Kuratoriums Reichsparteitagsgelände Nürnberg, Mitglied im Stiftungsrat „Nürnberg Stadt des Friedens und der Menschenrechte“ und ab 2004 Verwaltungsrat der Sparkasse Nürnberg und Ehrenmitglied beim Turn- und Sportverein 1888 (TuSpo), dessen 1. Vorsitzender er von 1978 bis 1991 war.

Seit Kriegsende setzte sich Arno Hamburger für die Wiederherstellung der zwischenmenschlichen Beziehungen ein. Er trug maßgeblich dazu bei, den durch die national-sozialistischen Machthaber geschädigten Namen Nürnbergs vom Makel der NS-Terrorherrschaft zu befreien. Die Stadt Nürnberg beauftragte ihn verschiedentlich, in schwierigen Situationen in Verbindung mit der früheren Rolle der Stadt Nürnberg als Stadt der Reichsparteitage vermittelnd aufzutreten. Alle diese Missionen, z.B. bei der Gefährdung einer Ausstellung der Stadt Nürnberg im Metropolitan Museum [8] in New York, bei dem Zustandekommen einer Partnerschaft mit der israelischen Stadt Hadera [9] oder bei Problemen mit der Jury des Menschenrechtspreises der Stadt Nürnberg [10] konnte er erfolgreich durchführen.

Vor dem Hintergrund der Ermordung der Juden in den KZs und seiner persönlichen Erlebnisse wird deutlich, warum Hamburger sich andererseits gegen die Neonazis einsetzt. „ Verbrecherpartei“ und „braunes Pack“ hat er die NPD öffentlich genannt. Er plädierte heftig für ein Verbot der Partei: „Ich werde nicht ruhen, bis unsere Politiker dazulernen und gezwungen sind, einen neuen Anlauf zu nehmen.“

Hamburger setzte es im Stadtrat durch, dass die 1957 nach Bischof Hans Meiser [11] benannte „Bischof-Meiser-Straße“ in „Spitalgasse“ umbenannt wurde, wie sie früher hieß. Hamburger kritisierte Meiser als Antisemiten, der für die Auswirkungen des Rassenhasses mitverantwortlich sei.[8]

Anlässlich seines 80. Geburtstages würdigten Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly und der bayerische Innenminister Dr. Günther Beckstein am 18. Februar 2003 im Historischen Rathaussaal vor rund 300 Gästen die besonderen Verdienste Hamburgers. Maly hob Hamburgers unermüdlichen Einsatz als „Botschafter des anderen, des neuen Nürnberg“ in aller Welt hervor.

Würdigungen nach dem Tod von Arno Hamburger

Im Alter von 90 Jahre starb Arno Hamburger am 26. September 2013. Auf Wunsch der Familie wurde darüber bis zur Beisetzung Stillschweigen bewahrt. Die SPD würdigte ihn als eine Persönlichkeit, die viel dazu beigetragen habe, den durch die Nationalsozialisten beschädigten Ruf Nürnbergs wieder vom Makel der NS-Herrschaft zu befreien[9]. Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly bezeichnete Arno Hamburger als „eine Institution und eine moralische Instanz“. Mit seinem leidenschaftlichen und unermüdlichen Einsatz für seine Geburts- und Heimatstadt Nürnberg habe er sich außerordentliche Verdienste erworben.[10]

Auszeichnungen

  • 2003 Verdienstmedaille der Stadt Nürnberg
  • Bundesverdienstkreuz II. Klasse
  • Bundesverdienstkreuz I. Klasse
  • Bayerischer Verdienstorden
  • 2008 DEMO-Kommunalfuchs 2008 der Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik in der Bundesrepublik Deutschland e.V. (Bundes-SGK) und der SPD-Bundestagsfraktion für unermüdlichen Einsatz gegen Rechts [12]

Veröffentlichungen

  • Leidensweg der jüdischen Bürger in Nürnberg 1933-1945. Leitfaden zur Ausstellung im Neuen Israelitischen Friedhof Nürnberg, Schnieglinger Straße, Mai 1995, veranstaltet von der Israelitischen Kultusgemeinde Nürnberg. Konzeption, Organisation und Texte: Arno Hamburger, Quellenrecherchen und Mitarbeit: Dr. Wolfgang Oppelt, Nürnberg 1995 - im Netz
  • Krieg kann Unschuldige retten. [Kommentar]. In: BILD vom 13. April 2004
  • Von der Stadt der Reichsparteitage zur Stadt der Menschenrechte. Nachwort in Wilhelm „Willi“ Weglehner: Nahkampf, eine Jugend in der Stadt der Reichsparteitage. Nürnberg: mabase, November 2005, 294 S., ISBN 3-9809649-2-2
  • Demokratie in Frage gestellt. Der Kampf gegen Rechts ist eine staatsbürgerliche Aufgabe. In: Nordbayerische Nachrichten für Forchheim und Ebermannstadt vom 9. April 2009 - NN Forchheim

Literatur (Auswahl)

Es gibt viele Veröffentlichungen über Arno Hamburger in Form von Zeitungsinterviews oder sonstigen Artikeln. Auch in den verschiedenen Fernsehsendern laufen immer wieder Interviews und Beiträge zu Sendungen wie am 31. März 2008 in BR 3 im Bayerischen Rundfunk im Rahmen eines dreiviertelstündigen Berichts über die Nazizeit in Franken bzw. Nürnberg.

Publikationen

  • Alfred Eckert; Hermann Rusam: Geschichte der Juden in Nürnberg und Mittelfranken. Nürnberg: Pädagogisches Institut der Stadt Nürnberg, 1988, 37 S. (Beiträge zur politischen Bildung); 2., verb. Auflage, 1995
  • Arno Herzig und Ina Lorenz (Hrsg.): Verdrängung und Vernichtung der Juden unter dem Nationalsozialismus. Shlomo Na'aman zum 80. Geburtstag am 10. November 1992. In Zusammenarbeit mit Saskia Rohde. Hamburg: Christians, 1992, 359 S., ISBN 3-7672-1173-4 (Hamburger Beiträge zur Geschichte der deutschen Juden; Band 19)
  • Matthias Oberth: „Ich bemühe mich, das Stigma von Nürnberg zu nehmen“. Interview mit Arno Hamburger. In: Nürnberg Heute, Sonderheft „Erinnerung ist nicht teilbar, Nürnberg 1933-1945-1995“, Hrsg.: Stadt Nürnberg, Presse- und Informationsamt, Dezember 1994, S. 34-36
  • Hermann Rusam: Die Geschichte der jüdischen Gemeinde Nürnberg ab 1850. Simmelsdorf: Pfeiffer, 1998, 64 S., ISBN 3-927412-15-5
  • Gerhard Jochem: Mitten in Nürnberg. Jüdische Firmen, Freiberufler und Institutionen am Vorabend des Nationalsozialismus. Stadtarchiv Nürnberg. Hrsg. von Michael Diefenbacher und Wiltrud Fischer-Pache. Bearbeitet von Gerhard Jochem. Nürnberg: Edelmann, 1998, IX, 110 S., ISBN 3-87191-246-8 (Quellen zur Geschichte und Kultur der Stadt Nürnberg; Band 28) - PDF-Datei
  • Bernward Deneke (Hrsg.): Siehe, der Stein schreit aus der Mauer. Geschichte und Kultur der Juden in Bayern. Eine Ausstellung im Germanischen Nationalmuseum, Nürnberg, 25. Oktober 1988 - 22. Januar 1989, veranstaltet vom Germanischen Nationalmuseum und vom Haus der Bayerischen Geschichte. Nürnberg: Germanisches Nationalmuseum, Hauptband: 1988, 525 S., ISBN 3-926982-03-9 (Ausstellungskataloge des Germanischen Nationalmuseums)
  • Gerhard Jochem: Ausstellung „Formerly of Nuremberg“. Vertreibung, Flucht und neue Heimat jüdischer Bürger seit 1933. Ausstellung des Stadtarchivs Nürnberg. Nürnberg 1998 - im Netz
  • Gerhard Jochem, Ulrike Kettner: Gedenkbuch für die Nürnberger Opfer der Schoa. Stadtarchiv Nürnberg. Hrsg. von Michael Diefenbacher und Wiltrud Fischer-Pache. Bearbeitet von Gerhard Jochem und Ulrike Kettner. Nürnberg: Edelmann.
    • Hauptband mit einem Essay von Leibl Rosenberg, 1998, LIII, 483 S., ISBN 3-87191-249-2 (Quellen zur Geschichte und Kultur der Stadt Nürnberg; Band 29) - im Netz
    • Ergänzungsband mit einem Beitrag von Kurt Kellermann, 2002, XIII, 194 S., ISBN 3-87191-308-1 (Quellen und Forschungen zur Geschichte und Kultur der Stadt Nürnberg; Band 30) - im Netz
  • Annette Langer: Julius Streicher als jämmerliche Figur [Interview mit Arno Hamburger]. Spiegel-Online vom 27. August 2001 - im Netz

Hintergrund-Artikel im Stadtlexikon Nürnberg

Nachrichten

  • sz [= Siegfried Zelnhefer]: Arno Hamburger feierte 80. Geburtstag. In: Nürnberg Heute, Zeitschrift für alle, die Nürnberg mögen, Hrsg.: Stadt Nürnberg, Heft 74, Mai 2003, S. 75
  • fis [= André Fischer]: Israelitische Kultusgemeinde. Jüdisch darf nicht beliebig werden. In: Nürnberger Zeitung vom 11. Dezember 2004 - NZ
  • Christine Sauer: Die „Sammlung Israelitische Kultusgemeinde“ (ehemals Stürmer-Bibliothek) in der Stadtbibliothek Nürnberg. In: Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg, Band 91, 2004, S. 295-316 - PDF-Datei
  • Bernd Mayer: „Judensau“ - Schandbild für Christen. Wie Gemeinden mit den mittelalterlichen Spottskulpturen umgehen sollen. In: epd - Landesdienst Bayern, Evangelischer Presseverband für Bayern e.V. vom 3. März 2005 - im Netz (Mit Erläuterungen des Nürnberger Experten Professor Hermann Rusam)
  • Wilhelm Weglehner: Nahkampf, eine Jugend in der Stadt der Reichsparteitage. Roman. Nachwort von Arno Hamburger. Nürnberg: Mabase-Verlag, November 2005, 294 S., ISBN 3-9809649-2-2 - Textprobe: PDF-Datei
    • Bernd Zachow: „Lassen wir uns nicht erschüttern“. Nürnberger Heimatgefühl: Willi Weglehner liest aus seinem Roman „Nahkampf“. In: Nürnberger Nachrichten vom 7. Dezember 2005 - im Netz
  • fis [= André Fischer]: Arno Hamburger: Meiser hat die Nazis gefördert. In: Nürnberger Zeitung Nr. 181 vom 7. August 2006, S. 9 - NZ
  • Malte Arnsperger: Nürnberger Prozesse. „Ich fühlte keinen Hass, nur Ekel“. In: Stern vom 30. September 2006 - im Netz
  • Andreas Franke: Städte-Netzwerk in der Region gegen Rechte. Oberbürgermeister und Landräte starten Initiative - ,Neonazis nicht Plätze überlassen‘ - Hilfe am 3. Oktober. In: Nürnberger Nachrichten vom 22. September 2007 - NN
  • Herbert Fuehr: Gräfenberg schöpft Hoffnung. Über 2000 Demokraten traten gegen neuerliche NPD-Kundgebung an - Ein Netzwerk gegen Neonazis in der Metropolregion unterstützt den Kampf. In: Nürnberger Nachrichten vom 4. Oktober 2007 - NN
  • Oberlandesgericht Nürnberg: Ermittlungsverfahren gegen Arno Hamburger, Ulrich Maly und Thomas Silberhorn eingestellt. Pressemitteilung 38/07 vom 21. November 2007 - im Netz
  • Gabi Pfeiffer: Bogen von Judenverfolgung bis zu Neonazis. Zeitzeuge Arno Hamburger berichtete aus seiner Jugend und den Fouls an Henry Kissinger. Podiumsdiskussion: „Zeitzeugen – aus der Geschichte lernen, Zivilcourage zeigen“ im Helene-Lange-Gymnasium Fürth. In: Nürnberger Nachrichten (nach dem 3. Oktober 2007), etwa Ende November 2007
  • André Fischer: Hamburger 85. Ein Mahner aus Überzeugung. In: Nürnberger Zeitung vom 15. Februar 2008. In: Stadtarchiv Nürnberg, Zeitgeschichtliche Sammlung (F 7/II)
  • Uschi Aßfalg: Geschichtsunterricht mit Arno Hamburger. «Ich habe jede Nacht geweint». In: Nürnberger Zeitung Nr. 129 vom 5. Juni 2008, S. 10 - NZ
  • Marco Mora: «Saat der Nazis darf nicht wieder aufgehen». Arno Hamburger war als Zeitzeuge im Hans-Sachs-Gymnasium - «Das NPD-Verbot endlich durchsetzen». In: Nürnberger Stadtanzeiger, Ausgabe Nord, vom 11. Juni 2008, S. 5 - Anzeiger
  • mcd: Wie die Rechten los werden? Hamburger schreibt Beckstein: Lösung suchen – Überlegung. In: Nordbayerische Nachrichten für Forchheim und Ebermannstadt vom 11. Juni 2008 - NN
  • Katrin Meistring: Jüdische Zeitzeugin berichtete von der Nazi-Zeit. Jeden Tag in Lebensgefahr. In: Nürnberger Zeitung Nr. 21 vom 27. Januar 2009, Nürnberg plus, S. + 2 - NZ [Bericht von Rachel Dror (* 1921), ab 1948 Polizistin in Israel und Kommentar von Arno Hamburger]
  • nn: Hamburger denkt an Rückgabe seiner Verdienstorden. «In tiefen Gewissenskonflikt gestürzt«. In: Nürnberger Nachrichten vom 25. Juli 2009 - NN
  • epd / NZ: Israel-Kritikerin Langer gibt Verdienstkreuz nicht zurück. In: Nürnberger Zeitung Nr. 170 vom 27. Juli 2009, S. 2 - NZ
  • NZ: Arno Hamburger gibt seine Bundesverdienstkreuze zurück. In: Nürnberger Zeitung vom 1. September 2009 - NZ
  • Michael Kasperowitsch: Arno Hamburger gibt seine Orden zurück. Brief der Empörung an Bundespräsident Horst Köhler. In: Nürnberger Nachrichten vom 2. September 2009 - NN
  • Gabi Seitz und Florian Kaiser: Protestbrief an Köhler. Arno Hamburger gab Bundesverdienstkreuze zurück. In: Nürnberger Zeitung Nr. 202 vom 2. September 2009, S. 1 - NZ
  • Gabi Seitz: Hamburger: «So lasse ich nicht mit mir umspringen». In: Nürnberger Zeitung Nr. 202 vom 2. September 2009, S. 3 - NZ
  • Florian Kaiser: Langer: «Ich bin mit meinem Gewissen im Reinen». In: Nürnberger Zeitung Nr. 202 vom 2. September 2009, S. 3 - NZ
  • gs: Streit um Verdienstkreuze. Bundespräsident will Hamburger doch schreiben. In: Nürnberger Zeitung Nr. 205 vom 5. September 2009, S. 1 - NZ
  • Michael Kasperowitsch: Orden für Israel-Kritikerin hat «verletzt«. Präsidialamt: Alle Beteiligten würden die Verwerfungen gern ungeschehen machen. In: Nürnberger Nachrichten vom 8. September 2009 - NN
  • Gabi Seitz: Post vom Bundespräsidialamt. Köhler geht auf Arno Hamburger zu. In: Nürnberger Zeitung Nr. 207 vom 8. September 2009, S. 2 - NZ
  • Leserbriefe: Arno Hamburger gibt Orden zurück: Ordensstreit bewegt die Gemüter. In: Nürnberger Nachrichten vom 11. September 2009 - NN
  • Stephanie Rupp: Die Deutsch-Israelin Felicia Langer sprach in Erlangen. «Die Besetzung Palästinas vergiftet unsere Seele«. In: Nürnberger Zeitung Nr. 240 vom 17. Oktober 2009, S. 3 - NZ

Film

  • Pädagogisches Institut der Stadt Nürnberg: Arno Hamburger – Ein Nürnberger Zeitzeuge. Video 42 49305 bzw. DVD 46 40370, Filmlänge: 34 Minuten. Video-Eigenproduktion des PI Nürnberg. Konzept, Kamera und Schnitt: Wolfgang Hillitzer, Leiter des Medienzentrums im Pädagogischen Institut Nürnberg, vormals Stadtbildstelle. Nürnberg: Pädagogisches Institut der Stadt Nürnberg, 2003 - PI Nürnberg [Arno Hamburger erzählt im Juli 2003 Schülern der Veit-Stoß-Realschule Nürnberg Erlebnisse aus seinem Leben, insbesondere aus den Jahren von 1933 bis 1945. Dr. Dieter Wolz, von 2002 bis 2008 Schulreferent der Stadt Nürnberg, ordnete an, dass der Film als Video an allen Nürnberger Schulen mit 8. Klassen vorhanden ist.]

Zur Wirkungsgeschichte

Arno Hamburger trat häufig in der Öffentlichkeit und den Medien auf, um Mitbürger und Schüler z.B. mit Vorträgen und Podiumsdiskussionen aufzuklären. Welche Wirkungen hatte das?

Ein Roman von Wilhelm Weglehner: „Nahkampf, eine Jugend in der Stadt der Reichsparteitage“ mit einem Nachwort von Arno Hamburger bezieht sich auf die Jugendzeit Hamburgers. Jedoch hat Weglehner die Namen verändert und die historischen Ereignisse sehr stark verfremdet. Arno Hamburger war als Ehrengast bei einer Lesung Wilhelm Weglehners in Nürnberg dabei. Die Lesung rief Fragen hervor: Wie konnte das Unglaubliche geschehen? Könnten solche Verbrechen gegen die Menschlichkeit wieder beginnen? Sind wir tatsächlich wacher und mutiger? Sind wir schon informiert genug? Aber genügt ein Roman, der die historischen Fakten verfremdet, diesen Anforderungen?


Siehe auch

Weblinks

  • Arno Hamburger [Biographie], Referent von „Medizin und Gewissen“. Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/ Ärzte in sozialer Verantwortung e.V. (IPPNW) - im Netz
  • Stadtarchiv Nürmberg: Datenbank der Nürnberger Schoa-Opfer. Nürnberg’s Victims of Shoah. Juli 2002 - im Netz
  • Jüdische Gemeinde Nürnberg - im Netz
  • Schwerpunkte der wechselvollen Geschichte der jüdischen Gemeinde in Nürnberg seit dem frühesten Mittelalter. In: Israelitische Kultusgemeinde Nürnberg - IKG
  • Juden im Nürnberger Land - im Netz

Einzelnachweise und Anmerkungen

  • Der Roman von Wilhelm Weglehner: „Nahkampf, eine Jugend in der Stadt der Reichsparteitage“ mit einem Nachwort von Arno Hamburger bezieht sich auf die Jugendzeit Hamburgers. Jedoch hat Weglehner die Namen verändert und die historischen Ereignisse sehr stark verfremdet. Aber Wilhelm Weglehner konnte einige aufklärende Hinweise zum historischen Hintergrund geben.
  1. Nürnberger Nachrichten, 30. September 2013: Tod eines Charakterkopfes - Nürnberg trauert um Arno Hamburger
  2. Großschlächterei Adolf Hamburger, Schwabacher Straße 35; Viehhandlung Samuel Hamburger, Schweinauer Straße 39. In: Gerhard Jochem: Mitten in Nürnberg. Jüdische Firmen, Freiberufler und Institutionen am Vorabend des Nationalsozialismus. Nürnberg, 1998, ISBN 3-87191-246-8 - PDF-Datei
    • Doris Kalveram: Die Jüdische vom 25. November 2007 - Keine Ruhe bis zum Verbot der NPD! Arno Hamburgers langer Kampf gegen Nazis
    • Florian Höhne (epd): Die 120 Jüdinnen vom Mädchenlyzeum. Gymnasium erforschte Schicksale ehemaliger Schülerinnen. In: Evangelischer Presseverband für Bayern, Artikel vom 30. Januar 2007 (darin: „Hamburger war 1933 selbst Schüler eines städtischen Gymnasiums in Nürnberg. Er musste es verlassen, nachdem er sich gegen die Beschimpfung „Judensau“ gewehrt hatte.“)
  3. Nürnberg Heute, Zeitschrift für alle, die Nürnberg mögen, Hrsg.: Stadt Nürnberg, Heft 77, 2004, S. 4-9 - Siegfried Zelnhefer: Geschichte ist nicht teilbar
  4. Moshaw ovdim ist eine Gemeinschaftssiedlung auf religiöser und weltanschaulicher Grundlage. Der Moshaw ovdim beruht auf vier Grundprinzipien: 1. Ansiedlung auf Staatsland, 2. Selbstarbeit, 3. gegenseitige Hilfe und 4. gemeinsamem Ein- und Verkauf. Vgl. Hermann Schempp: Gemeinschaftssiedlungen auf religiöser und weltanschaulicher Grundlage. Zugleich: Universität Tübingen, Philosophische Fakultät, Dissertation vom 4. Februar 1969. Tübingen: J.C.B. Mohr (Paul Siebeck), 1969, 362 S.
  5. Stern, 30. September 2006: Malte Arnsperger: Nürnberger Prozesse. „Ich fühlte keinen Hass, nur Ekel“
  6. „Die Achse des Guten“, 8. Februar 2007 - Henryk M. Broder: Arno Hamburger, der Siegfried von Nürnberg
  7. Der Theologe Nr. 11: Dieter Potzel: Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern: Der Antisemit Hans Meiser als erster Landesbischof. Dokumentation
  8. SPD-Stadtratsfraktion Nürnberg: Tiefe Trauer um Arno Hamburger
  9. Nürnberger Nachrichten, 30. September 2013: Eine Institution - Stimmen zum Tod von Arno Hamburger
  • Herbert Kolb: Bernhard Kolb, Nürnberg (1882-1971), November 2000, bearbeitet von Susanne Rieger und Gerhard Jochem, Stadtarchiv Nürnberg, 13. Juli 2006 - PDF-Datei
  • Die Familie Hamburger in der Liste der Opfer, List of Nuremberg’s Victims of Shoah. Stadtarchiv Nürnberg, Juli 2002 - im Netz
  • Bernhard Kolb: Die Juden in Nürnberg 1839 bis 1945 [darin das Kapitel: „Die Entwicklung des Antisemitismus in Nürnberg bis 1945“ mit dem Zeugenprotokoll Bernhard Kolbs vor dem Internationalen Militärgerichtshof in Nürnberg], bearbeitet und mit erläuternden und verifizierenden Fußnoten versehen von Gerhard Jochem, Januar 2003. PDF-Datei bearbeitet von Susanne Rieger und Gerhard Jochem, Stadtarchiv Nürnberg, 3. Juni 2007 - PDF-Datei

(4) Jan Tabor, 10 b: Jüdische Geschichte Nürnbergs. Wie empfand Arno Hamburger die NS-Zeit? - im Netz

(8) Annette Langer: „Die Versuchspersonen brüllen, wenn sie sehr frieren...“ [Interview mit Arno Hamburger, Teil 2]. Spiegel-Online vom 27. August 2001 - Spiegel.de