Behringersdorf

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Behringersdorf ist ein Ortsteil der Gemeinde Schwaig bei Nürnberg. Es hat etwa 3.500 Einwohner.

Maria-Magdalena-Kirche
© Kerstin Joswig/NZ
Behringersdorf
Gemeinde Schwaig bei Nürnberg
Landkreis Nürnberger Land
Regierungsbezirk Mittelfranken
Bundesland Bayern
Kfz-Kennzeichen LAU
Höhe
Fläche
Einwohner 3.500

Inhaltsverzeichnis

Geographische Lage

Behringersdorf ist ein am Sebalder Reichswald gelegenes ehemaliges Straßendorf. Es liegt an der alten Handelsstraße von Nürnberg nach Prag, der sog. „Goldenen Straße“.

Behringersdorf liegt nördlich der Pegnitz und von Schwaig und östlich zwischen dem Nürnberger Stadtteil Erlenstegen und der Gemeinde Rückersdorf. Hauptanbindungsstrecke ist die B14.

Geschichte

  • Besiedelt schon etwa 500 v. Chr.

Das Gebiet um Behringersdorf war schon in der jüngsten Hallstattzeit (bis etwa 500 v. Chr.) besiedelt. Dies konnte durch Grabfunde am nördlichen Ortsrand belegt werden. Die Nachbildung dieser Gräber ist in der Grünanlage bei der Straße „Am Zollhof“ zu sehen.

Datei:Behringersdorf.jpg
Behringersdorf von Mittelbüg (Schwaig) aus gesehen. Darüber ein in Nürnberg gestartetes Flugzeug.
© Keichwa / Wikimedia Commons
  • 1275 Behringersdorf wird erstmals erwähnt.

Behringersdorf wird erstmals 1275 in einem bayerischen Salbuch erwähnt und gehörte damals zum bayerischen Nordgau. Der Ort entstand nach 1243 als Dienstmannensitz des Reichsritters „Behringar“ von Rückersdorf, von dem wahrscheinlich der Ortsname stammt. Der wohl kurz vor 1243 von dem Ministerialen 'Berengerus de Rukerstorf' erbaute Herrensitz gehörte um 1300 den Hohenlohe-Brauneck. 1323 wurde der Ort Behringersdorf zusammen mit Malmsbach vom bisherigen Besitzer Gottfried v. Hohenlohe-Brauneck an die Burggrafen von Nürnberg verkauft. Er wurde dann als sogenanntes „Lehen“ an Nürnberger Bürger gegeben. 1391 gehörte der Sitz den Geuder. Im Jahr 1419 folgte die Familie Schürstab als Besitzer von Behringersdorf. Damals bestand der Ort aus 12 bis 14 kleineren Bauerngütern („Behringersdorf“ in: Stadtlexikon Nürnberg).

  • 1439 Maria-Magdalena-Kapelle

1439 bauten die Schürstab die Maria-Magdalena-Kapelle. 1514 wurde der Herrensitz an die Nürnberger Patrizierfamilie von Tucher verkauft. Die Tuchergartenstraße erinnert an diese Familie.

  • 1525 wird Behringersdorf lutherisch.

1525 führten die von Tucher die Reformation ein. 1716 entstand das „neue“ Schloss, 1719 die neue Kirche - zum Teil auf den Fundamenten der alten Kirche, 1749 das Pfarrhaus. Mit der Markgrafschaft Ansbach fiel Behringersdorf für 10 Jahre an Preußen.

  • 1807 wird Behringersdorf bayerisch.

1807 kam Behringersdorf zum Königreich Bayern. 1877 bekam Behringersdorf eine Bahnstation. Aber bis Ende des 19. Jahrhunderts waren die Landwirtschaft, das Zeidelwesen (Waldbienenwirtschaft) und die Steinbrüche im Reichswald die Haupterwerbsquellen.

  • Einwohnerzahlen

Im Jahr 1900 hat Behringersdorf etwa 1.000 Einwohner. Bis 1939 stieg die Bevölkerung auf 1.802 Einwohner. Nach dem Krieg waren es durch den Zuzug von Heimatvertriebenen bereits 2.898. 1961 waren es 3.280 Einwohner, seitdem stagniert die Anzahl.

Politik

1. Bürgermeisterin ist Ruth Thurner von der Freien Wählergemeinschaft. 2. Bürgermeister Ralf-Michael Dörr von der Christlich Sozialen Union.

Wirtschaft und Infrastruktur

Zapfwerke GmbH & Co. KG

Die Zapfwerke stellen Kalksandsteine und Fertiggaragen her. Sie werden örtlich die „Backsteinfabrik“ genannt.

Nahversorgungszentrum Behringersdorf

Auf einer ehemaligen Sandgrube der Zapfwerke Am Kohlschlag 4-12, gleich nach der Bahnunterführung Günthersbühler Straße, wurde in neun Monaten das Nahversorgungszentrum (NVZ) Behringersdorf als eingeschossiges Gebäude mit einer Gesamtmietfläche von 2.030 Quadratmetern sowie 116 Stellplätzen gebaut und im September 2009 eröffnet. Investor ist die Zapf-Nahversorgungszentrum-Behringersdorf-GmbH & Co. KG. Projektentwickler war die Sontowski & Partner Group (S&P). Das Gesamtinvestitionsvolumen für das NVZ Behringersdorf beträgt 2,8 Millionen Euro. Die Gewerbeflächen wurden an Lidl, Der Beck, den Metzgereiladen «Laffer Bimbala“ der Metzgerei Bührer & Pürner, das Getränke-Mekka und Weich-Früchtehaus (Obst,Gemüse und Feinkost) vermietet, so dass in Behringersdorf auch nördlich der Bahnlinie rechts der Pegnitz ein umfangreiches Angebot an Lebensmitteln sowie Produkten des täglichen Bedarfs zu Verfügung steht. Außerdem hat die Volks- und Raiffeisenbank Nürnberg ihre Filiale von der Hauptstraße in das NVZ Behringersdorf verlegt.

Bildung und Kultur

  • Gemeindebibliothek in Behringersdorf, Norisstr. 1 - im Netz
  • Grundschule Behringersdorf (Klassen 1 bis 4) - im Netz
  • Volksschule Schwaig bei Nürnberg (Grundschule und Teilhauptschule I mit den Klassen 1 bis 6) - im Netz
  • Heimat- und Volkstrachtenverein Behringersdorf 1906 - im Netz

Sport

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

  • Matthäus Ayerschöttel (* 1589 Behringersdorf, † 1661 Nürnberg), luth. Theologe. 1617 Pfarrer zu Kornburg bei Nürnberg, 1632 Diakon an St. Sebald in Nürnberg (1)
  • Erhard Christoph Bezzel (* 21. Dezember 1727 in Behringersdorf, † 31 Januar 1801 in Poppenreuth), luth. Theologe, Pfarrer, Nürnberger Historiker. 1758 Diakon in Nürnberg, 1780 in Poppenreuth, besaß die umfassendste Stammbuchsammlung seiner Zeit (heute im British Museum).(2)
  • Fritz Körber (* 1939), SPD, 1. Bürgermeister von 2000 bis 2006, goldene Verdienstmedaille der Gemeinde Schwaig, Bezirksrat, Vertreter des Bezirkstagspräsidenten (SPD)
  • Georg Zapf (1870-1956), Kommerzienrat, gründete 1899 das Kalksandsteinwerk Zapf in Behringersdorf, 1912-1920 Vorsitzender des Reichsvereins der Kalksandsteinfabriken e.V., ab 1916 Gemeinderat der Gemeinde Behringersdorf, erster Vorsitzender des Verschönerungsvereins Behringersdorf e.V., 1954 Bundesverdienstkreuz I. Klasse
  • Herbert Zapf (* 1926), Diplom-Ingenieur, 1943 persönlich haftender Gesellschafter der Kalksandsteinwerke Zapf & Co., seit 1952 Geschäftsführer der Zapfwerke und anderer Kalksandsteinwerke, seit 1966 Gemeinderat der Gemeinde Behringersdorf, etliche Ehrenämter, 1987 Bundesverdienstkreuz am Band, 1996 Verdienstmedaille in Silber der Gemeinde Schwaig bei Nürnberg, 1997 Medaille des Freistaates Bayern für besondere Verdienste in der kommunalen Selbstverwaltung, Verdienstmedaille der IHK Nürnberg für Mittelfranken

Bekannte Persönlichkeiten

  • Peter Boxdorfer, OStD i.R., von 1993 bis 2003 Direktor der Staatlichen Berufsschule Lauf, von 1988 bis 1993 in leitender Position bei der Schulaufsicht der Regierung von Mittelfranken in Ansbach - im Netz
  • Helga Briemle, Dipl.-Ing., Landschaftsarchitektin, Autorin, Freiraumplanerin, Landschaftsgestalterin für naturorientierte Gärten und öffentliche Freiflächen. Trägerin der Medaille für Umwelt und Gesundheit 2004 des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz - PDF
  • Johann Deubel (* 1576 Kulmbach, † 1632 Nürnberg), luther. Theologe. 1600 Pfarrer in Behringersdorf, 1605 Diakon, 1610 Professor in Altdorf bei Nürnberg, 1615 Pastor in Neumarkt/Oberpfalz (3)
  • Heinz-Klaus Ecker (* 1942 in Kiel), Kammersänger, sang am Nürnberger Opernhaus in Wagner-Opern die Hauptrollen. 2006 Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. (4)
  • Kurt Eisner (1867-1919), Anführer der Novemberrevolution von 1918 in Bayern, der Mann, der die bayerische Monarchie stürzte; nach dem Ersten Weltkrieg der erste Ministerpräsident des von ihm ausgerufenen „Freistaates“ der bayerischen Republik. Er wohnte zwischen 1907 und 1910 in Behringersdorf.
  • Karl Alfred Gustav Ernst Glaser (um 1845), Pfarrer zu Behringersdorf bei Nürnberg (4 a)
  • Evelin Gremmel (* 1980), staatlich geprüfte Bühnendarstellerin, Sängerin, Tänzerin und Musicaldarstellerin
  • Matthias Mende (* 1937), Kunsthistoriker, ehemaliger Leiter der Graphischen Sammlung und stellvertretender Direktor der Museen der Stadt Nürnberg, wohnte von 1965 bis 1994 in Behringersdorf
  • Stefan Neumann (* 1968 in Nürnberg), freischaffender Künstler und Maler
  • Gustav Roeder (* 1924), ehemaliger Chefredakteur der Nürnberger Zeitung
  • Bruno Schwarzbach (* 28. Oktober 1903, † 16 April 1990 in Röthenbach an der Pegnitz), Erzbischöflicher Geistlicher Rat, Dechant, kam 1945/46 aus Leitmeritz nach Behringersdorf, wo er an St. Josef katholischer Geistlicher war, Grab in Behringersdorf
  • Johann Albrecht Spieß (* 1616 Betzenstein bei Nürnberg, † 1685 Mögeldorf), luth. Theologe. 1638 Pastor in Walkersbrunn, 1641 in Rückersdorf und Behringersdorf, 1649 in Mögeldorf (5)
  • Karl Hans Zeller (* 1952), Pfarrer der Thomasgemeinde (1998-2008), ab 1. Februar 2009 als Nachfolger von Kirchenrat Wolfgang Döbrich Lateinamerika-Beauftragter für die evangelisch-lutherische Landeskirche in Neuendettelsau. Er wohnt nun in Behringersdorf.

Opfer des Nationalsozialismus

  • Anna Wahlrab (1900-1945), Inhaberin eines Gemischtwarenladens in Behringersdorf; 1945 in Nürnberg von einem Sondergericht zum Tod durch Erschießen „verurteilt“. (7)

Literatur

  • Behringersdorf. Ein Gemeindeentwicklungsprogramm; Analyse und Planung. Bearbeitet von der SIN-Städtebauinst.-Forschungsges. mbH Nürnberg durch ein interdisziplinär zusammengesetztes Team unter Leitung von G. G. Dittrich im Auftrag der Gemeinde Behringersdorf. Nürnberg: SIN-Städtebauinst.-Forschungsges. mbH, 1973, 100 Bl., graph. Darstellungen, (SIN-Werkbericht; 7]); Nebentitel: Gemeindeentwicklungsprogramm Behringersdorf
  • Jahresbericht der Bayerischen Bodendenkmalpflege. Band 11/12, 1970/71. Mit zahlr. Abb., Zeichnungen, Plänen und Karten. München, Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege bzw. Bonn: Kommission Habelt 1977, 255 S. [Enthält neben dem Jahresbericht zwei Abhandlungen über die spätbronzezeitlichen Ausgrabungen von Behringersdorf]
  • Behringersdorf. Terrain-Aufnahme und Zeichnungen von K. Frhr. von Reitzenstein. Faksimile-Reproduktion der gezeichneten Orig.-Aufnahme, einzelne Nachträge, z.B. Eisenbahnen, wurden später eingefügt. 1:25 000. München: Bayerisches Landesvermessungsamt, 1995
  • Gustav Voit: Behringersdorf (Alter Herrensitz und Neues Schloß). In: Michael Diefenbacher, Rudolf Endres (Hrsg.): Stadtlexikon Nürnberg. Nürnberg: W. Tümmels Verlag, 1999 - im Netz
  • Karl Briemle: Zur Geschichte der Maria-Magdalena-Kirche in Behringersdorf. Beiträge zur Geschichte von Schwaig und Behringersdorf, Nr. 2. Hrsg. vom Geschichts- und Kulturkreis Schwaig–Behringersdorf e. V., April 1995, 12 S.
  • Zapf KG, Schwaig bei Nürnberg (Hrsg.): 100 Jahre Zapf, 1899 bis 1999. Kalksandsteine - Fertiggaragen - Zukunft baut auf Herkunft. Text: Doris Utzat, Herbert Zapf. Schwaig bei Nürnberg, 1999, 64 Seiten (enthält die Firmengeschichte, die Beschreibung der Arbeit im Kalksandstein-Werk, Biographien, dazu eine Zeittafel und ein Quellen- und Literaturverzeichnis)

Nachrichten

  • Antje Seilkopf: Tag des Erinnerns. Gedenken an das Ende des Zweiten Weltkrieges. In: Pegnitz-Zeitung vom 9. Mai 2005 – im Netz
  • Kerstin Joswig: Fußfranken auf der goldenen Straße. Wanderung von Lauf nach Schwaig. 19. Mai 2007 - nordbayern.de
  • Gemeinde Schwaig: Bebauungsplan für das Nahversorgungszentrum Behringersdorf Zapf KG - PDF-Datei
  • Auf dem «Kulturweg» durch Schwaig. In: Pegnitz-Zeitung Nr. 124 vom 2. Juni 2009, Lokalteil: Lauf, Röthenbach, Schnaittach und Umgebung, S. 1 - PZ
  • Hans Brinek/NZ: Neuer Schwaiger Kulturweg. Wo Geschichte lebendig ist. In: Nürnberger Zeitung Nr. 126 vom 4. Juni 2009, S. 16 - NZ
  • Gedenktafel für Ernst Reizenstein. Enthüllung 6.7. in Behringersdorf. In: Pegnitz-Zeitung vom 4. Juli 2009, S. 10
  • Gustav Roeder: In Behringersdorf kein Unbekannter. Der Mann, der die bayerische Monarchie stürzte. In: Nürnberger Zeitung Nr. 199 vom 29. August 2009, S. 17 - Serie „Roeders Rätselnuß“ - NZ
  • Tina Chemnitz: Startschuss für das Behringersdorfer NVZ. In: Pegnitz-Zeitung vom 7. September 2009 - PZ [NVZ = Nahversorgungszentrum]
  • ge: Das Nahversorgungszentrum Behringersdorf ist eröffnet! In: Zapf KG, Meldungen aus unserem Hause vom 8. September 2009 - im Netz
  • as: Sandabbau am Birkensee: Streit um Naturschutz. In: Pegnitz-Zeitung vom 16. November 2009 - PZ
  • Andreas Sichelstiel: Firma will Quarzsand am Birkensee abbauen. Düne im Nürnberger Land ist ein Relikt aus der Eiszeit. In: Nürnberger Nachrichten vom 26. November 2009 - NN

Siehe auch

Weblinks

  • Eröffnung der Volks- und Raiffeisenbank in Behringersdorf am 7. September 2009 - im Netz
  • Die Goldene Straße - vierte Etappe von Lauf nach Nürnberg - im Netz
  • Burgen und Herrensitze in Behringersdorf - im Netz
  • Die jüdische Gemeinde in Behringersdorf - im Netz
  • Freiwillige Feuerwehr Behringersdorf - im Netz
  • Motorradclub Behringersdorf - im Netz

Einzelnachweise

(1) Matthäus Ayerschöttel, Porträt, Brustbild im Schriftoval, oben Wappen, unten Verse von Johann Michael Dilherr (1604-1669). Kupferstich von M. van Sommer. 179 x 121 mm. In: Katalog Antiquariat Harlinghausen, Osnabrück

(2)

  • Erhard Christoph Bezzel, Porträt, Halbfigur mit Buch. Schabkunstblatt von G.P. Nusbiegel 1772. 357 x 244 mm. In: Katalog Antiquariat Harlinghausen, Osnabrück

(3) Johann Deubel, Porträt, Brustbild. Kupferstich von W.P.Kilian. 175 X 107 mm. In: Katalog Antiquariat Harlinghausen, Osnabrück

(4) Zur Verleihung des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland: „Heinz-Klaus Ecker (63) aus Schwaig, Landkreis Nürnberger Land, hat mit seiner künstlerischen Arbeit und seinem gesellschaftlichen Engagement das kulturelle Geschehen weit über die Grenzen Bayerns hinaus bereichert. Der Bayerische Kammersänger gastierte an allen bekannten Opernhäusern in Europa, ist Mitglied der Bayreuther Festspiele und seit 35 Jahren durchgehend am Nürnberger Opernhaus tätig. Ecker engagierte sich als Mitglied der Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger.“ In: Beckstein händigt Orden aus, 29. Juni 2006 - Bauunternehmen.com

(4 a) Im Titel von K. A. G. E. Glaser: Erzählungen aus dem Reiche Gottes. Zum Gebrauche bei dem Religionsunterrichte in Kirche, Schule und Haus. Nach Luthers kleinem Katechismus geordnet. 3. Auflage. Erlangen: Heyder 1845, XXIV, 762 S.

(5) Johann Albrecht Spieß, Porträt, fast Halbfigur im Schriftoval, unten Sockel mit Wappen und deutschen Versen. Kupferstich von Heublin um 1676. 197 x 137 mm. In: Katalog Antiquariat Harlinghausen, Osnabrück

(6) Vgl. Ernst Reizenstein. In: Mühlhausen (Kreis Erlangen-Höchstadt) Jüdische Geschichte / Synagoge - Alemannia Judaica In einer Anmerkung darin heißt es: „Die Angaben bei Yad Vashem sind wenig hilfreich, da es mehrere Mühlhausen (insbesondere Mühlhausen in Thüringen) mit ehemaligen jüdischen Gemeinden gibt, zwischen denen oft nicht klar genug differenziert werden kann.“ Tatsächlich ist in der List of Nuremberg's Victims of Shoah - im Netz als Geburtsort Ernst Reizensteins angegeben: Mühlhausen i. Th. (Preußen, Provinz Sachsen).

Laut Auskunft von Gerhard Jochem vom Stadtarchiv Nürnberg vom 8. Juli 2009 steht auf der Meldekarte Ernst Reizensteins (C 21/X Nr. 7) und in den Grab- und Sterbekarteien immer nur „Mühlhausen“ (ohne Zusatz). Da aber andere jüdische Träger dieses Familiennamens in Nürnberg vor 1945 aus der heute zum Landkreis Erlangen-Höchstadt gehörenden Gemeinde Mühlhausen (Mittelfranken) stammten, könne mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass auch Ernst Reizenstein dort geboren sei.

  • Ernst Reizenstein: Gedanken eines Spießbürgers 1914 bis 1919. Nürnberg: Koch, 1919, 404 S.

(7) „… eines schimpflichen Todes“. Das Standgericht fällte drei Todesurteile. In: Fränkische Tageszeitung vom 14. April 1945. In: Geschichts- und Kulturkreis Schwaig-Behringersdorf e.V. (Hrsg.): Behringersdorf, Malmsbach, Schwaig - Bilder aus dem Leben einer Gemeinde im Nürnberger Land - einst und jetzt. Schwaig: Geschichts- und Kulturkreis Schwaig-Behringersdorf, 2005, 230 S., ISBN 3-00-016895-8; hier: S. 25