Burgberg Erlangen

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Der Erlanger Burgberg

Der Burgberg Erlangen erstreckt sich von der Regnitz ca. 1.500 m in östlicher Richtung. Mit seiner Höhe von 332 Metern ist er etwa 50 Meter höher als das Niveau der Kernstadt. Entgegen seinem Namen konnte eine ehemals existierende Burg nie nachgewiesen werden. Wegen der günstigen klimatischen Bedingungen des Südhangs ist dort seit dem 15. Jahrhundert Obst- und Weinanbau belegt.

Blick auf den Burgberg

Inhaltsverzeichnis

Geologie

Der Burgberg baut sich aus mehreren Schichten des Oberen Burgsandsteins auf, die durch Lettenhorizonte voneinander getrennt sind. Diese geologische Gegebenheit war von großer praktischer Bedeutung für Erlangen. Man darf annehmen, dass seit dem hohen Mittelalter, als man dazu überging, Steine für den Hausbau zu verwenden, am Burgberg Quader gebrochen wurden. Der früheste Hinweis dafür hat sich aus dem Jahr 1619 erhalten. Für den Bau der Neustadt „Christian-Erlang“ (ab 1686) und dem Wiederaufbau der Altstadt nach dem großen Stadtbrand (ab 1706) sind hauptsächlich Steine vom Burgberg verwendet worden. Einen letzten Aufschwung erfuhr die Steingewinnung am Burgberg ab Mitte des 19. Jahrhundert, als zahlreiche Universitätsgebäude neu gebaut wurden und die Stadt sich im Zuge der Gründerjahre ausweitete. Anfangs des 20. Jahrhundert endete die Steinausbeute. Heute lassen sich noch 31 Steinbrüche nachweisen. Vor allem im Westteil des Berges sind einige deutlich zu erkennen.

Die Felsenkeller der Erlanger Brauereien

Bedeutung für die Stadt erlang der Burgberg, als in den letzten Jahrzehnten des 17. Jahrhunderts Brauer in Erlangen damit begannen, an seiner Südseite Felsenkeller in den Berg zu treiben. Im Laufe der folgenden 150 Jahre entstanden 16 Felsenkeller, welche noch heute ein Labyrinth von mehr als 21 km Länge bilden. Der Henninger-Keller führt mit 861 Meter durch den gesamten Berg bis zur Nordseite. In diesen Kellern herrschen perfekte Bedingungen für die ganzjährige Lagerung des früher nur im Winter gebrauten Bieres. Das Kellersystem ermöglichte den Erlanger Brauern, ganzjährig frisches Bier zu liefern, wodurch insbesondere im 19. Jahrhundert Erlangen zu einer der führenden Bierexportstädte Deutschlands aufstieg. Erst mit der Erfindung der Kältemaschine verloren die Erlanger Brauer diesen Vorteil. Dies resultierte im Niedergang der Brauindustrie in Erlangen. Einzelne Keller wurden Mitte des 20 Jh. noch zur Champignon-Zucht verwendet. Als Bierlager haben sie ausgedient.

1729 erbautedie Erlanger Schützenkompanie am Südhang das Altstädter Schießhaus. Im Jahr 1755 beschloss der Magistrat der Erlanger Altstadt, den traditionellen Pfingstmarkt an die Keller auf dem Burgberg zu verlegen. Dieser Brauch wurde fortan beibehalten, dieser Pfingstmarkt entwickelte sich zur Erlanger Bergkirchweih, heute eines der größten bayerischen Volksfeste.

Erholungsort und Villenviertel der Erlanger Gesellschaft

Neben der Bergkirchweih, dem Altstädter Schießhaus und den Bierkellern entstanden auf dem Burgberg im 18. und 19. Jahrhundert weitere beliebte Ausflugsziele, die sich zu Treffpunkten der Erlanger Gesellschaft entwickelten. Professoren und Honoratioren der Stadt errichteten in ihren dortigen, teilweise mit Brunnen und Treppenanlagen gestalteten Gärten kleine Gartenhäuschen, wie das zweistöckige Platenhäuschen an der Nordseite des Burgbergs. Es wurde vom Schriftsteller August Graf von Platen während seiner Erlanger Studienzeit in den Sommermonaten bewohnt. 1825 schrieb Platen hier die Tragikomödie „Der Schatz des Rhampsinit“. Heute ist das Gebäude als Gedenkstätte eingerichtet. Eine weitere von vielen Attraktionen war die Quelle an der Solitude oberhalb der Rudelsweiher.

Unmittelbar östlich des Burgberggartens richtete der Reichspostmeister Ruprecht Wels ab 1770 einen terrassenartigen Gaststätten- und Vergnügungspark, den sogenannten Welsgarten ein. Dort gründete sich am 1. Dezember 1817 die Erlanger Burschenschaft. Eine Gedenktafel an der untersten Terrassenmauer erinnert an dieses Ereignis. Der Garten wurde zu Beginn des 20. Jahrhundert parzelliert und mit Villen bebaut. Eine dieser Villen ist heute Sitz des Erlanger Musikinstituts.

Der Burgbergtunnel

In dem von Süd nach Nord verlaufenden Regnitztal bildet der Burgberg durch seine Ost-West-Ausrichtung gleichsam einen Sperrriegel. Die Fernstraße Nürnberg-Bamberg sowie der Ludwig-Donau-Main-Kanal konnten auf der schmalen Talsohle zwischen der Regnitz und dem Westhang des Berges noch vorbeigeführt werden. Als 1844 die Bahnstrecke Nürnberg-Bamberg als Teil der Ludwig-Süd-Nord-Bahn gebaut wurde, war für eine Eisenbahntrasse kein Platz mehr. Deshalb entschied man sich zum Bau eines Tunnels durch den Burgberg, der zwischen 1841 und 1844 erfolgte. Es war der erste bayerische Eisenbahntunnel (Länge: 306,65 m).

Siehe auch

Weblinks

Karte

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