Franken

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Mit Franken sind in der Regel die bayerischen Regierungsbezirke Oberfranken, ‎Unterfranken und Mittelfranken gemeint, wobei letzteres durch die Gebietsreform von 1972 in seiner Fläche zugunsten Oberbayerns gemindert wurde. Die Bewohner der Region „Franken“ bezeichnen sich als „Franken“ oder werden „Franken“ genannt, auch wenn sie keine der fränkischen Mundarten beherrschen.

Die fränkischen Bezirke und Regionen im Überblick.
Ein besonders schmackhafter Frankenrechen auf der Michaeliskirchweih in Fürth.
Foto: Helldörfer/NZ

Inhaltsverzeichnis

Überblick

Die fränkische Kultur- und Naturlandschaft reicht vom Odenwald bis zum Fichtelgebirge, von der Rhön bis zum Altmühltal. Sie ist durchzogen vom Main und von den ihn säumenden sonnigen Rebhängen. Besucher finden zahlreiche Städte mit historischen Stadtkernen, weltberühmten Kunstschätzen und kulinarischen Köstlichkeiten.

Der fränkische Mundartautor Helmut Haberkamm schrieb über Franken: „Franken erscheint als eine eher geistferne Gegend: das Kleinräumige im Verbund mit dem Kleinkarierten. Das Sagen hatten hier schon immer die Mächtigen, und das waren beileibe keine starken Köpfe. Sie hatten nur den eigenen Vorteil im Sinn. Hat es also Franken je gegeben? Selbst dem ‚Fränkischen Reichskreis’ fehlte jegliches Selbstbewusstsein und Gemeinschaftsgefühl. In Franken war man immer heillos zersplittert und zerstritten. Einigkeit herrschte höchstens in der Abgrenzung vom Anderen, vor allem von Bayern, und im Aufgehen im großen Reich und im deutschen Volk.“[1]

Frühe Geschichte

Herzogtum Franken und Fränkischer Reichskreis

Das historische Herzogtum Franken im 10. Jahrhundert endete grob gesehen am Regnitzverlauf. Östlich dieses Flusses begann die Markgrafschaft Nordgau. Das Herzogtum Franken reichte jedoch weiter nach Norden und umschloss Kassel, reichte weiter nach Süden und bis südlich von Calw. Westlich reichte es bis nördlich über Andernach am Rhein und westlich bis vor Trier.

Das, was die Kenner und Interessierte als historisches Franken erkennen, ist der so genannte Fränkische Reichskreis. Die von Kaiser Maximilian I. (reg. 1493-1519), genannt der letzte Ritter, durchgeführte Neueinteilung und Reformierung Deutschlands in 12 Reichskreise, um den Landfrieden im Reich auf sichere Füße zu stellen, hatte dieses „Franken“ geschaffen. Diese Reform wurde 1512 beendet. Als einer der ersten Kreise wurde der Fränkische Reichskreis im Jahr 1500 installiert. Dieser hatte bis Ende des ersten Deutschen Kaiserreiches - 1806 - Bestand.

Der Fränkische Reichskreis reichte von westlich Wertheim bis östlich über Hof und Wunsiedel. Nördlich bis Bad Salzungen und südwärts bis über Eichstätt. Trotz Trennung des Fränkischen Reichskreises in einen bayerischen und einen badischen Teil, dem sogenannten „Badischen Frankenland“, als der westliche Teil des Fränkischen Reichskreises, hat sich in der Nennung „Badisches Frankenland“ die Tradition des Fränkischen Reichskreises erhalten.

Auch die Bestrebungen des „Fränkischen Bundes“, dessen Mitglieder die Loslösung von Bayern wünschen und ein eigenes Bundesland Franken anstreben, sehen Franken in diesen Grenzen.[2]

Das Gebiet des Fränkischen Reichskreises liegt nördlich der Donau in Nordbayern, im nordöstlichen Baden-Württemberg und Südthüringen.

Hier ein "Denkfehler. Historisch gesehen ist Baden und Württemberg keine Einheit (dies erst nach den 2. Weltkrieg); korrekt ist: Badisches Frankenland. und nach Bundschuh (Ortslexikon von Franken) wurden Orte des Fränkischen Reichskreises auch dem historischen Württemberg zugeteilt.

Franken-Sprüche und -Witze

  • Man mus Gott für alles danken, auch für seine Franken!
  • Von der Erschaffung der Dialekte
Am achten Tag erschuf Gott die Dialekte, und fast alle waren glücklich.
Der Berliner sagte: „Ick hab nen wahnsinns-knorke Dialekt, det kannste mir gloobn, wa.“
Der Hanseate sagte: „Hummel, Hummel, mors mors, an der Waterkant snackt man an besten!“
Der Kölner sagte: „Kölle alaaf, du Jeck, mit Kölsch feiert man Karneval“!
Der Hesse sagte: „Babbel net, du Aschebeschä, an die Hesse kommt keiner ran!”
Der Sachse sagte: „Gensefleisch mol Ruhe geem, nur äs Säxsch is glosse!”
Allein für den Franken war leider kein Dialekt mehr übrig. Da ging er fort und war sehr traurig.
Schließlich sagte Gott: „Etz dou di hald ned oh, nou reddst hald wäi iiech!”

Städte in Franken nach Einwohnern

Orte, die wesentlich größer sind als die kleinsten fränkischen Städte, werden nur als Gemeinden ausgewiesen, so z.B. Cadolzburg mit 10.245 Einwohnern.

Literatur

  • Johann Paul Reinhards, der Althertümer, Beredsamkeit und Dichtkunst ordentlichen Lehrers zu Erlangen, Sammlung seltener Schriften, welche die Historie Frankenlandes, und der angränzenden Gegenden erläutern [2 in 1 Band]: Erster Theil: Coburg bei Johann Carl Findeisen, 1763. Zweyter Theil: 1764, 528 Seiten [Erste Ausgabe dieser Sammlung von Aufsätzen, u. a. über den Hermannsfelder See, das ehemalige Kloster Herrenbreitungen, die Personalien des Reichsgrafen Heinrich Wolfgang von Geyer oder Wilhelm Ernst Tenzels, den Wilhelmsbrunnen im Hennebergischen und zur Geschichte des Ilmenauer Bergwerks etc.]
  • Johann Kaspar Bundschuh: Geographisches, Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken oder vollständige alphabetische Beschreibung aller im Fränkischen Kreis liegenden Städte, Klöster, Schlösser, Dörfer, Flekken, Höfe, Berge, Thäler, Flüsse, Seen, merkwürdiger Gegenden u.s.w. mit genauer Anzeige von deren Ursprung, ehemaligen und jezigen Besizern, Lage, Anzahl und Nahrung der Einwohner, Manufakturen, Fabriken, Viehstand, merkwürdigen Gebäuden, neuen Anstalten, vornehmsten Merkwürdigkeiten usw. Vierter Band. Nebst einem Anhang von der Freyen Reichsritterschaft in Franken. Zweyter Band. Ulm, 1800, im Verlag der Stettinischen Buchhandlung, 286 S. - im Netz
  • Conrad Scherzer: Franken, Land, Volk, Geschichte und Wirtschaft. 2 Bände. Nürnberg: Verlag Nürnberger Presse Drexel, Merkel & Co., 1955 und 1959, 489 S. und 480 Seiten; Band 1 in 2. Auflage, 1962
    • Rezension: Gerhard Pfeiffer: Scherzer: Franken, Land, Volk, Geschichte und Wirtschaft, Band II, 1959, S. 510-512 - MVGN
  • Hans Max von Aufseß: Don Quijote in Franken. Romantik und Wirklichkeit der fränkischen Schlösser. Illustrationen von Prof. Hanns Erich Köhler. Nürnberg: Verlag Nürnberger Presse, 1965, 34 Seiten
  • Karl Theodor Frhr. von und zu Guttenberg: Der Weg der Franken in der deutschen Geschichte. Dargelegt. Mit Zeichnungen von Georg Hetzelein. Nürnberg: Glock und Lutz, 1969, 30 S. (Die fränkische Schatulle)
  • Wolfgang Buhl: Franken in der Literatur. In: Nürnberg Heute. Eine Halbjahreszeitschrift. Hrsg.: Stadt Nürnberg, Heft 12, Juli 1971, nach Seite 16 (Mittelseiten: 16a-d) und S. 30-31
  • Eugen Skasa-Weiß: Deutschland, deine Franken. Eine harte Nuß in Bayerns Maul. Mit Illustrationen von Erich Hölle. Hamburg: Hoffmann u. Campe, 1971, 211 S., ISBN 3-455-07260-7; 3. Auflage, 1975 [Der Franke Skasa- Weiß enthüllt mit scharfem Blick und spitzer Feder, dass in jedem Franken auch ein harter Kern steckt, was nicht nur für die Bayern schmerzliche Erfahrungen brachte und bis heute bringt.]
  • Adolf Schwammberger: Wissen und Schauen. Kulturgeschichtliche Fahrten in und um Franken. Zeichnungen: Valentin Fürstenhöfer. Reg.: Edith Kleppmann. Nürnberg: Verlag Nürnberger Presse, 1975, 344 S., ISBN 3-920701-44-5
  • Ernst Eichhorn und Volker Liedke (Hrsg.): Heimat Franken. Gesammelte Beiträge zur Kunst, Geschichte, Volkskunde und Denkmalpflege in Franken. Band 1. München: Kunstbuchverlag Weber, 1979, 98 S.
  • Eugen Schöler: Eine Lanze für Franken. Historisches Loblied auf eine Landschaft und ihre Menschen. Abb. von H. H. Hofmann. Nürnberg: Hofmann, 1988, 83 S., ISBN 3-87191-125-9
  • Irene Reif: Franken. Europäische Geschichte im Spiegel fränkischer Burgen und Städte. [Einleitungstext: Irene Reif. Bildtexte: Hans F. Nöhbauer. Engl. Übers.: Gwendolen Freundel. Franz. Übers.: France Varry]. Köln: Ziethen, 1990, 96 S., ISBN 3-921268-55-9
  • Christoph Daxelmüller: Franken - Essay ueber ein Land zwischen Mythos und Wirklichkeit. In: Bayerische Blätter für Volkskunde. Neue Folge (BBV.NF) Jahrgang NF 5 (2003) Heft 2: Franken, S. 139-159 - im Netz
  • Hermann Glaser: Ins Land der Franken fahren ... In Bildern, Texten und Dokumenten. Fotos: Toma Babovic. Hamburg: Ellert & Richter Verlag, Oktober 2004, 240 S., ISBN 3-8319-0079-5
  • Peter Abspacher, Horst M. Auer, Ulrich Rach: Ins Land der Franken fahren. Nürnberg: Verlag Nürnberger Presse, 2006, 78 S.
  • Marion Bertram, Wilfried Menghin: Die Franken. Wegbereiter Europas (5. bis 8. Jh.). 2., Auflage. Biberach an der Riß: Materialis, 2007, 96 S., ISBN 978-3-88535-411-6
  • Anna Schiener: Kleine Geschichte Frankens. Regensburg: Verlag Friedrich Pustet, 2008, 197 Seiten, ISBN 978-3-7917-2131-6
    • Raimund Kirch: Kleine Geschichte Frankens. Frank, aber nicht immer frei. In: Nürnberger Zeitung Nr. 224 vom 24. September 2008, S. 17 - NZ
  • Manfred Köhler: Franken. Fotos von Raimund Kutter. Luzern: Reich terra magica, 2009, 144 S., ISBN 3-7243-0406-4
  • Friedrich G. Stern: Vorgestellt: Der «Tatort Franken». In: Nürnberger Zeitung vom 29. Juni 2009, Nürnberg plus - NZ
  • Stephanie Händel: Gewusst? Unter Franken. In: Magazin am Wochenende vom 13./14. März 2010, S. 5 - Wochenmagazin

Siehe auch

Weblinks

  • Berühmte Persönlichkeiten aus Franken - im Netz
  • Bundesland Franken - im Netz
  • Fränkische Landnahme - Wikipedia
  • Fränkische Nachrichten, Tauberbischofsheim - Wikipedia
  • Chronik Fränkischer Bund - im Netz
  • Forschungsgruppe Höhle und Karst Franken e.V. - im Netz
  • Fränkischer Bund - Wikipedia
  • Fränkischer Bund e.V. - im Netz
  • Fränkischer Reichskreis ‎- Wikipedia
  • Fränkisches Bücha-Eckala, Bücher aus und für Franken - im Netz
  • Fränkisches Reich - Wikipedia
  • Franconia, Franken und die Frangn - im Netz
  • Franken - Wiktionary
  • Franken - GenWiki
  • Franken (Region) - Wikipedia
  • Franken (Volk) - Wikipedia
  • Frankenbahn - Rhein-Neckar-Wiki
  • Frankenbund e.V., Vereinigung für fränkische Landeskunde und Kulturpflege e.V., Würzburg - im Netz
  • Franken-Fahne - Wikipedia
  • Franken-Info. Infonet-Service - im Netz
  • Franken im Mittelalter, Landesausstellung 2004 Forchheim, Pfalzmuseum - HdbG
  • FRANKEN im NETZ - im Netz
  • Frankenland – Heimatland - im Netz, Herausgeber: Manfred Wirth, 95030 Hof
  • FRANKENLAND, Zeitschrift für Fränkische Landeskunde und Kulturpflege - im Netz
  • Franken Literatur - GenWiki
  • Franken und Bayern, Landesausstellung „200 Jahre Franken in Bayern“, Museum Industriekultur Nürnberg, 2006 - HdbG
  • Gedanken zum fränkischen Selbstverständnis am Thomastag 2008 - alemannia-fuerth.de
  • Herzogtum Franken - Wikipedia
  • Historisches Franken, Internet-Magazin - im Netz, Herausgeber: Walter Höhn, 85716 Unterschleißheim
  • Keyword Franken - WebsiteWiki
  • Markus Preißner: Tag der Franken - Franken-Portal
  • Ostfranken und Westfranken - Wikipedia
  • Partei für Franken - im Netz
  • Portal Dein-Franken.de - im Netz
  • Portal:Franken - Wikipedia
  • Rheinfranken - Wikipedia
  • Tag der Franken - Wikipedia
  • Wikipedia - Fränkischer Bund - Wikipedia

Tourismusverband Franken e.V.

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. Helmut Haberkamm: Selbstporträt. In: Abendzeitung Nürnberg, 17. Oktober 1997
  2. Anmerkung: Der Verfasser gehört dieser Richtung nicht an.