Gerd Schmelzer

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Gerd Schmelzer (* 4. Juni 1951 in Ketteldorf) ist ein Immobilienentwickler aus Nürnberg. Der 59-Jährige hat das Nürnberger Stadtbild entscheidend geprägt. Brach liegende Industriebetriebe wie Triumph Adler, MAN, Grundig oder Quelle erweckt er mit großen Bauprojekten wieder zum Leben.

Leben und Werk

Seine Immobilienkarriere startete der gebürtige Ketteldorfer in den 1970er-Jahren mit einer „Problemimmobilie“, wie er es 2003 in einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk formulierte. Er erstand unbesehen eine Gurkenfabrik neben dem Albrecht-Dürer-Haus, die in Konkurs gegangen war. Damit kaufte der Betriebswirt aber gleichzeitig einen Keller, voll mit stinkenden Gurken inklusive einem faulenden Untergrund sowie ungelöste Probleme mit dem Nachbarschaftsrecht und den Mietern. Nachdem er dies alles gelöst hatte – nebst Anwohnerbeschwerden wegen des penetranten Gestanks faulender Gurken auf der Straße während der Aufräumarbeiten - verkaufte er die Immobilie wieder. Die Räume sind heute als die historischen Felsenkeller von Nürnberg bekannt.

Mit dem Kauf des ehemaligen Triumph-Adler-Geländes Anfang der 1990er-Jahre, schaffte der Unternehmer endgültig den Durchbruch. Während sich viele Investoren nach der Wende auf Ostdeutschland konzentrierten, investierte Schmelzer weiter in Nürnberg. 180 Millionen Mark kostete der Kauf und Umbau des 80.000 m² großen Areals. Es wurde in das bis heute bestehende Mittelstandszentrum TA umbenannt. Heute haben sich dort wieder Banken, Computerfirmen und Behinderten-Werkstätten angesiedelt.

Alle Geschäfte wickelt Schmelzer mit seiner 1978 gegründeten Alpha-Gruppe ab, die er direkt neben AEG in der Fürther Straße ansiedelte. Das Konzept der Alpha-Gruppe ist bis heute, industrielle oder militärische Brachflächen zu revitalisieren.

Unter anderem kaufte Gerd Schmelzer in den 1970er-Jahren auch das Verwaltungsgebäude der Bayerischen Milchunion auf. Dies stellte sich im Nachhinein als großes Glück heraus. Denn alle anderen Gebäude auf dem Milchhof-Areal, die von dem Stadion-Architekten Otto Ernst Schweizer im Bauhausstil erbaut wurden, sind 2008 dem Boden gleich gemacht worden. Zudem erweiterte Schmelzer den bestehenden Verwaltungsbau im Stil von Schweizer.

2006 kaufte Schmelzers Firma Alpha zusammen mit der Lauer-Immobiliengruppe das 175.000 m² große Gelände, auf dem Adtranz und Bombardier Schienenfahrzeuge entwickelt und gebaut hatten.

Derzeit wird das Augustinerhof-Areal von Schmelzer umgebaut. Auch am Bau der neuen Sebalder Höfe mit dem Kindertheater Pfütze sowie des Tilly-Parks auf dem Areal der früheren Infanterie-Kaserne war der Unternehmer beteiligt. Nach der Quelle-Pleite kaufte die Alpha-Gruppe ein 25.000 m² großes Areal gegenüber des Justizgebäudes. In enger Abstimmung mit der Stadt sollen neue Möglichkeiten unter dem Projektnamen „Fürther Straße 111“ erschlossen werden.

Der Kauf des 16 Hektar großen Grundig-Areals im September 2010 ist die neueste Großinvestition. An der Beuthener Straße stehen derzeit noch alte Produktionshallen, die von verschiedenen Firmen genutzt werden. Auf dem Gelände soll unter anderem der Energie-Campus Nürnberg eingerichtet werden. Schmelzer besitzt bereits die beiden Grundig-Türme, die er derzeit zu einem Hotel umbauen lässt.

Auch in der Nürnberger Sportszene engagierte sich Schmelzer. In den 1970er-Jahren managte er die Handballer des Tuspo Nürnberg zusammen mit Arno Hamburger, dem heutigen Vorsitzenden der Israelitischen Kultusgemeinde in Nürnberg. 1983 wurde er Präsident des 1. FC Nürnberg. Mit 32 Jahren war er der jüngste Funktionär im bezahlten Fußball in Deutschland. Club-Fans dürfte er besonders durch die Oktober-Revolte im Jahr 1984 bekannt sein. Die Spieler kritisierten in einem Offenen Brief die Trainingsmethoden des damaligen Trainers Heinz Höher – und zogen den Kürzeren. Die sechs Rädelsführer wurden damals fristlos entlassen, der Trainer durfte bleiben. 1992 endete die Präsidentschaft Schmelzers beim Erstligisten.

Literatur

Weblinks