Gostenhof

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Gostenhof ist ein Stadtteil der Stadt Nürnberg.

Inhaltsverzeichnis

Zur Geschichte

  • Stadtlexikon Nürnberg Der folgende Abschnitt stammt aus dem von Michael Diefenbacher und Rudolf Endres herausgegebenen Stadtlexikon des Stadtarchivs Nürnberg, ist urheberrechtlich geschützt und deshalb nicht bearbeitbar. Weitere Abschnitte zu diesem Thema sind aber durchaus erwünscht.

1311 wurde erstmals die unmittelbar vor dem Spittlertor gelegenen Vorstadt Gostenhof - ursprünglich ein kleines Straßendorf - erwähnt.

1342 ging das seinerzeit burggrafenländliche Dorf auf die Waldstromer als Lehen über. 1477 erhielt Gostenhof, das in den Besitz Nürnbergs gelangt war, ein reichsstädtisches Pflegeamt (Pflegamt Gostenhof). Das der Reichsstadt Nürnberg zustehende Hochgericht (Fraisch) wurde vom ansbacher Oberamt Cadolzburg bestritten. Pfarrechtlich gehörte Gostenhof zu St. Lorenz. In beiden Markgrafenkriegen wurde Gostenhof von den Nürnbergern niedergebrannt. Im Dreißigjährigen Krieg blieb dagegen die 1622 mit Wall und Graben befestigte Vorstadt unzerstört. Der 1518 angelegte Rochusfriedhof ist heute eines der wenigen Relikte aus alter Zeit. 1796 wurde die gewerbereiche Vorstadt preußisch (Justiz- und Kammeramt Wöhrd und Gostenhof), 1806 bayerisch (provisorisch Justiz- und Kammeramt Gostenhof). Die 1810/18 gebildete Gemeinde wurde 1825 als Teil des Burgfriedens nach Nürnberg eingemeindet. Sie reichte beiderseits der Fürther Straße bis zur heutigen Maximilianstraße nahe des 1915 fertiggestellten Justizpalasts. Die im 17./18. Jahrhundert von Hesperidengärten umgebene Vorstadt behielt bis in das 19. Jahrhundert ihren ländlichen Charakter. 1824 wohnten in 116 Hauptgebäuden 1.506 Einwohner. Drei epochemachende Ereignisse der deutschen Verkehrsgeschichte sind mit Gostenhof verbunden: Die Einweihung der Ludwigseisenbahn 1835 mit dem ersten Bahnhof Deutschlands in Gostenhof, die Inbetriebnahme des Ludwig-Donau-Main-Kanals 1843 und die Fertigstellung der bayerischen Süd-Nord-Bahn 1844 (Eisenbahnbau). 1847 entstand das erste Nürnberger Gaswerk in Gostenhof, auf dessen Gelände 1913 das städtische Volksbad eröffnet wurde. Die Entwicklung Gostenhofs zu einer ausgeprägten Handels- und Geschäftsvorstadt ist zum erheblichen Teil jüdischen Hopfenhändlern zu verdanken. 1910 lebte etwa ein Drittel aller Nürnberger Juden in Gostenhof. Zwischen 1861 und 1900 stieg die Einwohnerzahl von 2.147 auf 44.703 an. Die Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg waren relativ gering. Am Plärrer entstand 1954 das Hochhaus der Städtische Werke Nürnberg GmbH (Plärrer-Hochhaus), 1961 daneben das Planetarium. Heute umfasst Gostenhof die Statistischen Bezirke 04 (Gostenhof), 05 (Himpfelshof) und 22 (Bärenschanze) mit insgesamt 24.146 Einwohnern (31.12.1997) aus über 40 Nationen. Nach umfangreichen Sanierungen in den letzten Jahren hat Gostenhof sein ehemaliges negatives Image verloren. Autor: Prof. Dr. Hermann Rusam

Quellen:
Stadtlexikon Nürnberg

Literatur

Eisen, L., Vor den Toren Alt-Nürnbergs. Geschichte der Vorstadt Gostenhof und des Siechkobels St. Leonhard, Nürnberg 1923.
Hofmann Hanns Hubert, Nürnberg-Fürth, München 1954.
Rusam Hermann Prof. Dr., Zum Beispiel Gostenhof, in: Glaser, H./Ruppert, W./Neudecker, N. (Hrsg.), Industriekultur in Nürnberg, München 1980.

Literatur

  • Ludwig Eisen: Vor den Toren Alt-Nürnbergs. Nürnberg: L. Spindler. Nr. 1: Geschichte der Vorstadt Gostenhof und des Siechkobels St. Leonhard. 1923, 48 S. (Fränkische Heimatschriften; Nr. 1)
  • Hermann Rusam: Zum Beispiel Gostenhof. In: Hermann Glaser; Wolfgang Ruppert, Norbert Neudecker (Hrsg.): Industriekultur in Nürnberg. Eine deutsche Stadt im Maschinenzeitalter. Unter Mitwirkung zahlreicher Autoren. München: Beck, 1980, 375 S., ISBN 3-406-07512-6; 2., durchges. Auflage, 1983
  • Erich Mulzer: Die Außenviertel. Der gründerzeitlich-wilhelminische Stadtteil Gostenhof. In: Erich Mulzer: Baedeker Nürnberg - Stadtführer, 9. Auflage. Von Karl Baedeker. Ostfildern-Kemnat: Baedeker, 2000, 134 S., ISBN 3-87954-024-1 - im Netz
  • Andrea Munkert: Der Verein «Geschichte für Alle» führt durch Gostenhof. In: Nürnberger Zeitung Nr. 137 vom 18. Juni 2009, Nürnberg plus, S. + 1 - NZ
  • Jo Seuß: Wie Gostenhof zu Gostanbul wurde. Herbert Liedel fotografiert das Viertel, in dem er aufwuchs. In: Nürnberger Stadtanzeiger Nr. 301 vom 30. Dezember 2009, S. 3 - Anzeiger

Medien

Kulturschaffende und Geschäftsleute aus Gostenhof bringen ein eigenes Stadtteilmagazin "inGoHo" heraus, das zwei Mal im Jahr erscheint.

Seit Anfang 2013 gibt es ein Online-Stadtteilfernsehen "goho.tv", das von Studierenden der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm gestaltet und von die Neue Welle Rundfunk-Verwaltungsgesellschaft aus Nürnberg betrieben wird.

Siehe auch

Weblinks