Herzogenaurach
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| Herzogenaurach | |
|---|---|
| Ortstyp | Stadt |
| Bundesland | Bayern |
| Regierungsbezirk | Mittelfranken |
| Landkreis | Erlangen-Höchstadt |
| Höhe | 296 m ü. NN |
| Fläche | 47,6 km² |
| Einwohner | 23.023 (31. Dez. 2007) |
| Bevölkerungsdichte | 484 Einwohner je km² |
| Kfz-Kennzeichen | ERH |
| Gemeindekennzahl | 09572132 |
| Anschrift | Marktplatz 11 91074 Herzogenaurach |
| Telefon | 09132 901-0 |
| Telefax | 09132 901-119 |
| rathaus@herzogenaurach.de | |
| Webseite | http://www.herzogenaurach.de/ |
| Bürgermeister | German Hacker (SPD) |
| Wappen | |
Die Stadt Herzogenaurach in Mittelfranken gehört zum Landkreis Erlangen-Höchstadt.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie und Verkehr
Herzogenaurach liegt ca 11 km westlich von Erlangen und ca 20 km nordwestlich von Nürnberg in der Metropolregion Nürnberg an der Aurach (linker Nebenfluss der Regnitz). Durch das Aurachtal verläuft von Herzogenaurach bis nach Erlangen ein durchgehend befahrbarer Radweg.
Die Aurachtalbahn wurde vor Jahren schon eingestellt, lediglich die Gleise und ein Rest des damaligen Endbahnhofes zeugen noch davon. Herzogenaurach ist von der nahe gelegenen Autobahn Würzburg-Nürnberg (A 3) und dem Frankenschnellweg (A 73) erreichbar.
Der öffentliche Nahverkehr gehört dem VGN an.
Geschichte
Die Inschrift auf der Steintafel an der Westseite des alten Rathauses weist darauf hin, dass Herzogenaurach zu den wenigen Orten gehört, welche der Sage nach einen aus dem 7. Jahrhundert bestehenden Brunnen haben, aus dem bereits der Frankenapostel Kilian und seine Weggenossen tranken, der Kiliansbrunnen.
1002 als Uraha zum erstenmal urkundlich erwähnt, schenkt Kaiser Heinrich II. dieses Herrschaftsgut 1021, welches im Rangau liegt, dem Bamberger Bistum. Die erste Nennung als Herzogenaurach (Auracum ducis) erscheint 1158, zurückführend auf den einstigen Sitz des Herzogs Ernst von Schwaben, dessen Mutter Gisela von Schwaben vor ihrer dritten Vermählung mit Kaiser Konrad II. (1024-1039) in der hiesigen Burg ihren Witwensitz hatte. Der Ort wurde um 1300 zur Stadt erhoben infolge dessen die innere Befestigung angelegt wurde. Im 15. Jahrhundert erhielt der sich vergrößerte Ort die äußere Befestigung.
Herzogenaurach an der Grenze des 1801 aufgelösten Hochstifts Bamberg liegend, wurde durch die durch Kaiser Napoleon I Bonaparte von Frankreich erwzwungene Neuaufteilung Deutschlands zum 9. Februar 1804 an das Land Preußen überwiesen. Am 8. Juli 1807 wurde der Ort französische Kolonie und am 30. Juni 1810 endgültig an das Königreich Bayern abgetreten.
Namensherleitung
- Herzogenaurach, erstmals als „Uraha“ erwähnt hat zwei Deutungsmöglichkeiten "zu dem Auerochsenwasser" was als Ochsentränke bezeichnet werden kann oder, was näher liegt, die Besitzangabe eines "dem Auerbach des Herzogs"
Geschichte bis 1945 in Chronologie
- 1002 Früheste Erwähnung Vrahas in einer Schenkungsurkunde König Heinrichs II.
- 1021 Schenkung des Königshofs durch Kaiser Heinrich II. an das Bistum Bamberg
- um 1200 Romanischer Kirchenbau
- 1228 Bau des Schlosses als Sitz des Bamberger Amtmanns
- 1304 Die Nürnberger Händlerfamilie Holzschuher bezieht Tuche aus Aurach
- 1320 Erste Nennung der Stadt mit dem Namenszusatz Herzogen
- 1348 Das Rechtsbuch Friedrich von Hohenlohes beschreibt das befestigte oppidum Hertzogenawrach erstmals genauer
- 1351 Das älteste Stadtsiegel zeigt den Bamberger Löwen
- 1400 Der gotische Neubau der Stadtpfarrkirche ist vollendet
- 1450 Bischof Anton von Rotenhan erteilt die Erlaubnis zu Erweiterung der Stadtbefestigung
- 1496 Eine Pestepidemie führt zur Gründung der Sebastianibruderschaft
- 1520 In der Pfarrei sterben erneut 608 Menschen an der Pest
- 1527 Die ersten Herzogenauracher Filialen treten zur evangelischen Lehre über
- 1552 Brandenburgische Truppen besetzen die Stadt
- 1607 In der Stadt sterben 197 Menschen an der Pest
- 1628 Truppendurchmärsche, Einquartierungen und Plünderungen nehmen zu
- 1687 werden aufgrund des Dreißigjährigen Kriegs noch 13 Höfe als öd liegend bezeichnet
- 1762 Einfall eines preußischen Korps im Siebenjährigen Krieg
- 1782 Volkszählung: 1153 Einwohner
- 1796 der gesamten Hornviehbestand der Stadt wird durch eine Seuche vernichtet
- 1810 Herzogenaurach kommt zum Königreich Bayern
- 1825 Beginn des Stadtmauerabbruchs
- 1838 Eingliederung Herzogenaurach nach Oberfranken
- 1851 Einrichtung einer Postexpedition
- 1866 eröffnet die erste Dampfspinnerei. "Wirth und Konsorten" und nimmt ihren Betrieb auf
- 1871 ergibt die Volkszählung 2062 Einwohner
- 1889 Gründung der Schuhfabrik B. Berneis, später Vereinigte Fränkische Schuhfabriken
- 1894 eine Lokalbahn verbindet Herzogenaurach mit Erlangen
- 1904 Bau eines Acetylengaswerks
- 1919 Eröffnung der Central-Lichtspiele, das erste Kino in Herzogenaurach
- 1921 Einrichtung der Stromversorgung
- 1922 existieren 25 Schuhfabriken welche auch etwa 100 Heimarbeiter beschäftigen
- 1928 durch die Weltwirtschaftskrise beträgt die Arbeitslosenquote 71 Prozent
- 1933 für eine zentralen Wasserversorgung werden die ersten Probebohrungen durchgeführt
- 1934 Einrichtung eines Fliegerhorstes (Jagdgeschwader 104[1], Fürth/Herzogenaurach, später nach Roth verlegt- die heutige Otto-Lilienthal-Kaserne) nördlich der Stadt
- 1934 Einweihung der der Evangelische Kirche
- 1945 Einmarsch amerikanischer Truppen, anschließende Einrichtung "Herzo Base". Die Stationierung amerikanischer Truppen dauerte bis 1992.
Amerikaner in Herzogenaurach
Geschichte von 1945 - 2011
- 1948 werden 6.600 Einwohner gezählt - Der Vorkriegsstand betrug 4.770 Einwnohner
- 1950 INA Schaeffler entwickelt den INA-Nadellagerkäfig
- 1966 Bau der ersten Kläranlage
- 1972 Herzogenaurach und der Neulandkreis Erlangen-Höchstadt kommen zu Mittelfranken
- 1978 durch die Gebietsreform erhöht sich die Einwohnerzahl Herzogenaurachs auf 16.349 Einwohner
- 1984 Einstellung des Bahnbetriebes
- 1989 Eröffnung des Spaßbades Atlantis
- 1992 der amerikanische Militärstützpunkt "Herzo-Base" wird geräumt
- 2004 entsteht auf der "Herzo Base" ein neues Wohn- und Gewerbegebiet
- 2009 Die bestehende evangelische Kirche (1934) wird abgerissen und durch einen Neubau ersetzt
Nachbarstädte und -gemeinden
Nachbargemeinden sind von Norden im Uhrzeigersinn nach Osten: Weisendorf, Großenseebach, Heßdorf, Erlangen, Obermichelbach, Tuchenbach, Puschendorf, Emskirchen, Aurachtal.
Politik
Bei der Kommunalwahl am 2. März 2008 wurde die jahrzehntelange Vorherrschaft der CSU in Herzogenaurach gebrochen. SPD-Kandidat German Hacker erhielt auf Anhieb 58,09 Prozent der Stimmen. CSU-Bewerber Walter Nussel landete bei 32,9 Prozent. Hans Lang, der nach 18 Jahren Amtszeit nicht mehr kandidierte, hatte 2002 noch 62 Prozent für die CSU erreicht.
Bürgermeister
- Dr. German Hacker (SPD).
Gemeinderat
Auch im Stadtrat hat die SPD die CSU überflügelt:
| Partei/Liste | % | Sitze |
| SPD | 40,04 | 13 |
| CSU | 36,89 | 11 |
| BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (GRÜNE) | 6,62 | 2 |
| Freie Wähler (FW) | 6,57 | 2 |
| FDP | 5,03 | 1 Sitz |
| Bürger für Bürger Herzogenaurach (BfB) | 4,86 | 1 |
Orte der Stadtgemeinde Herzogenaurach
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Wappen
Wann die Stadtrechte genau bewilligt wurden, ist nicht bekannt, jedoch bekam der Löwe seine Schärpe durch die Arme zum erstenmal 1343. Die Arme stellen den Wirkungskreis des Bistums Bamberg dar. Als gegen 1500 der weltliche Besitz des halb selbständigen Bistums auf Bayern überging, entfernte man die Schärpe wieder. 1836 wurde das alte Wappen wieder hergestellt.
Außer der bekannten Wappendarstellung gibt es noch Darstellungen mit einem über dem Löwen prangendem Kreuz. Das Kreuz ähnelt dem, das auch die Zunft der Siebmacher (1603) und die Kirche (gegen 1700) verwendete. Das Kreuz gehört dem Malteser-Orden, welcher damals zur Kirche gehörte.
Die Original-Stadtstandarte, welche bei Veranstaltungen, Umzügen und dergleichen getragen wurde, ist leider durch einen Angehörigen der US-Streitkräfte abhanden gekommen und irgendwo in den USA verschollen.
Städtepartnerschaften
- Wolfsberg (Österreich)
- Kaya (Burkina Faso, Afrika)
- Nova Gradiska (Kroatien)
- Sainte-Luce-sur-Loire (Frankreich).
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Auszeichnungen, die die Stadt vergibt
- Die Stadt Herzogenaurach verleiht einen Kulturpreis und einen Kulturförderpreis.
Museen
Neben dem Stadtmuseum gibt es seit 1998 ein Krippenmuseum, in dem Weihnachtskrippen aus aller Welt präsentiert werden.
Jugendhaus rabatz
Das Jugendhaus rabatz ist eine Einrichtung, die sich auch mit kulturellen Aktionen an junge und junggebliebene Menschen richtet.
Sehenswertes
Architektonisches
- Altes Rathaus
- Evangelische Kirche (mit Bild des Altars) von 1934, 2008/2009 abgerissen und durch einen moderneren Neubau ersetzt
- Fachwerkhäuser in der Altstadt
- Fehnturm
- Türmerstube
- Kiliansbrunnen
- Marienkapelle
- Marktplatz
- Pfründnerspital
- Schloss und Umfeld
- Stadtpfarrkirche St. Magdalena
- Türmersturm aus dem 13. Jahrhundert (Teil der inneren Mauerring-Anlage)
- Fehnturm aus dem 13. Jahrhundert (Teil der inneren Mauerring-Anlage), eigentlich Sesselmannsturm später nach der Familie Fehn umbenannt. Diente im 18. Jahrhundert als Stadtgefängnis und im 20. Jahrhundert als Stadtmuseum.
- Altes Rathaus (errichtet als Markt-, Gerichts- und Versammlungsstätte, dann als Rathaus genutzt, diente als Polizeiwache und ist nun ein Restaurant mit Vergangenheit)
- Marienkapelle
Parks und Erholungsanlagen
Unter Schutz stehende Naturdenkmale
Vereine
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Musik
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Sport
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Regelmäßige Veranstaltungen
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Wirtschaft und Infrastruktur
Ansässige Unternehmen
Herzogenaurach ist industriell geprägt, wobei die Herstellung von Sportartikeln eine besondere Rolle spielt. Die größten Unternehmen sind die adidas AG, Puma und INA-Schaeffler KG, die dort ihre Firmenhauptsitze haben.
Persönlichkeiten
Ehrenbürger
- Wilhelm Schaeffler [2](* 3. April 1908 auf Schloss Marimont/Lothringen; † 22. Oktober 1981 in Herzogenaurach), gründete mit seinem Bruder Georg die Firma Schaeffler. Ehrenbürger der Stadt Herzogenaurach
- Maria-Elisabeth Schaeffler, geb. Kurrsa (* 17. August 1941 in Prag), Ehrenbürgerin der Stadt Herzogenaurach, ist mit ihrem Sohn Gesellschafter des Konzerns Schaeffler KG. Ehrenbürgerin der Stadt Herzogenaurach
Söhne und Töchter der Stadt
- Veit Ludwig von Seckendorff (* 20. Dezember 1626 in Herzogenaurach; † 18. Dezember 1692 in Halle), Staatsmann, Gelehrter. Bestattet wurde er am 30. Dezember in der Martinskirche zu Meuselwitz.[3]
- Rudolf Dassler (* 26. März 1898 in Herzogenaurach; † 27. Oktober 1974 in Herzogenaurach) gründete die Sportartikelherstellungsfirma "Puma". Er ist der Bruder des Gründers von Adolf Dassler.[4]
- Adolf ´Adi´ Dassler (* 3. November 1900 in Herzogenaurach; † 6. September 1978 in Herzogenaurach), Gründer der Sportartikelfirma "'adidas"[5]
- Horst Dassler (* 1936 in Herzogenaurach; † 9. April 1987)[6]
- Lothar ´Loddar´ Matthäus (* 1961), Fußballspieler[7]
Weitere Persönlichkeiten
- Georg Schaeffler [8](* 4. Januar 1917 auf Schloss Marimont/Lothringen; † 2. August 1996) gründete mit seinem Bruder Wilhelm die Firma Schaeffler
Literatur
- Hartmut Heller: Herzogenaurach und Höchstadt an der Aisch. Die Entwicklung zweier oberfränkischer Kleinstädte im Großraum Nürnberg. Herzogenaurach: Stadt Herzogenaurach, 1970, 146 S.
- Herzogenaurach. Informationsbroschüre, 8. Auflage. Kissing: WEKA, Informationsschriften- und Werbefachverlag, 1993, 60 S.
- Klaus Fröba: Herzogenaurach in alten Ansicht. Zaltbommel/Niederlande: Europäische Bibliothek, c 1994, 77 S., ISBN 90-288-5867-9
- Klaus Batz, Ansgar Frenken, Klaus-Peter Gäbelein u.a.: Aus der 1000-jährigen Geschichte Herzogenaurachs. Stadtbuch Herzogenaurach 1002–2002. Hrsg.: Stadt Herzogenaurach, Kulturamt. Herzogenaurach: mandelkow GmbH, 2002, 323 S.
- Manfred Welker: „... dass die hiesige Lehrerschaft, soweit sie auf Gebet u. Kreuz verzichteten, wieder zur Sitte der Väter zurückkehrt“. Der letzte Schritt zur Entchristlichung der Schule führte am 11. Juli 1941 in Herzogenaurach zu massiven Protesten. Herzogenaurach: Kreisheimatpfleger, 2004, 41 S. (Schriften zur Heimatpflege im Landkreis Erlangen-Höchstadt; Band 1)
- Manfred Welker: Herzogenaurach 1945 - Kriegsende und Nachkriegszeit. Scheinfeld: Meyer, 2006, 86 S., ISBN 978-3-89014-259-3 (Schriften zur Heimatpflege im Landkreis Erlangen-Höchstadt; Band 2)
- Stadt Herzogenaurach. Willkommensbroschüre. Hrsg. InixMedia Bayern GmbH im Auftrag der Stadt Herzogenaurach. 1. Auflage, Bamberg, 2008, 80 S. - PDF-Datei
- Die Ortsnamen des ehemaligen Hochstifts Bamberg, Bamberg 1911, Seite 100
Siehe auch
- Umsatzmilliardäre
- Schaeffler KG
- Denkmäler bayerischer Regenten in Franken
- Partnerstädte fränkischer Städte und Gemeinden
Weblinks
- Wikipedia: Herzogenaurach
- Stadtmuseum Herzogenaurach: Internetauftritt
- Heimatverein Herzogenaurach: Internetauftritt
- Wikipedia: Schaeffler-Gruppe
- Wikipedia: Maria-Elisabeth Schaeffler
- Freizeitbad Atlantis: Internetauftritt
- Wikipedia: Ernst II. von Schwaben
