Johann Sebastian Schramm

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Johann Sebastian Schramm (* 1. August 1729 in Bamberg; † 14. Oktober 1790 in Bamberg) war Chorrektor an der Oberen Pfarre zu Bamberg und Historiker.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Wirken

Johann Sebastian Schramm war Sohn des Chorrektors an derOberen Pfarre zu Bamberg Andreas Schramm (1691 Haßfurt-1748 Bamberg) und war dessen Nachfolger als Chorrektor.

1746 hatte er sich zum Studium an der Philosophischen Fakultät der Bamberger Universität eingeschrieben. Er sammelte vaterländische Altertümer und Naturalien. Daneben betrieb er Forschungen zur Geschichte der Bamberger Domherren und beschrieb Inschriften, Wappen und Baudenkmäler im Hochstift Bamberg. Seine wirtschaftlichen Verhältnisse wurden als mediocris (bescheiden) beschrieben.

Schriften

Sebastian Schramm hinterließ eine Handschrift, welche heute als das erste Werk zur Denkmalpflege in Bamberg bezeichnet wird: Die Auri fodina Bambergensis enthält u.a. Nachzeichnungen von Inschriften an Bauwerken mit Beschreibungen des Erhaltungszustandes sowie Zeichnungen von Altären. Es handelt sich dabei um eines der frühesten Beispiele eines dokumentierenden Altertümerinventars. Weitere Schriften von Schramm betreffen Glocken, Grabdenkmäler, Wappen. Es handelt sich um Frühwerke der inventarisierenden Denkmalpflege, die aus eigener Initiative des Verfassers entstanden.

Nachlass

Testamentarisch vermachte Sebastian Schramm seine Sammlungen Fürstbischof Franz Ludwig von Erthal (1779-1795), welche jedoch durch die Säkularisation verloren gegangen sind. Heute befindet sich sein Nachlass im

  • Bayerischen Nationalmuseum München
  • in den Sammlungen des Historischen Vereins Bamberg, als Depot in der Staatsbibliothek Bamberg.
    • Erwähnenswert, neben seinen eigenen Arbeiten, ist das Tagebuch seines Vaters Andreas, dessen Aufzeichnungen 1748 durch dessen Tod abbrechen, und das von seinem Sohn Sebastian bis zum 23. März 1749 fortgeführt wurde.
Diesem Tagebuch - von Andreas Schramm - dessen Original in der Staatsbibliothek Bamberg unter HV Msc. 113 verwahrt wird und in Transkription bei dem Genealogen Norbert Haas vorliegt, sind neben seinen familiären Eintragungen auch bedeutende Ereignisse in Bamberg und des Hochstifts Bamberg eingetragen; nicht zu übersehen sind die von ihn beschriebenen 61 Hinrichtungen in Bamberg. Die Hinrichtungen erfolgten durch Galgen, Brand, Schwert und Rad.

Literatur

  • Karin Dengler-Schreiber, Die Handschriften des Historischen Vereins Bamberg in der Staatsbibliothek Bamberg. - Bamberg: Selbstverlag des Historischen Vereins Bamberg, 1985. - (Historischer Verein für die Pflege der Geschichte des ehemaligen Fürstbistums Bamberg; 18. Beiheft) S. 15ff. sowie die Beschreibungen der Handschriften HV Msc. 57, 57a, 58, 113, 194 196, 202, 212, 299, 333, 456, 457, 545, 574.
  • Tilmann Breuer, Der “Lusus Campanularum” des Bamberger Chorregenten Johann Sebastian Schramm. In: Lusus Campanularum. Sigrid Thurm zum 80. Geburtstag, herausgegeben von Tilmann Breuer. München 1986, S. 8 - 16 (Arbeitsheft des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege, 30)
  • Norbert Haas: Register zu: Aurifodina Bambergensis zusammengestellt von Johann Sebastian Schramm, 1772 - 1790. - Neustadt, Aisch: Degener, 1992. - 89 Bl. (Haas, Norbert: Familienkundliche Veröffentlichungen ; 3)
  • Die Matrikel der Akademie und Universität Bamberg. Band 1, Bamberg 1923, Nr. 7931
  • Norbert Haas, Register zum Tagebuch des Chorrektors Johann Sebastian Schramm, 2006 (2528 Suchbegriffe)

Weblinks

  • Epitaph für Johann Sebastian Schramm (1728-1790). In: www.bamberga.de, eine Denkmalseite des Kaiser-Heinrich-Gymnasiums Bamberg - im Netz
  • Johann Sebastian Schramm - Wikipedia