Mauthalle
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- Stadtlexikon Nürnberg Der folgende Abschnitt stammt aus dem von Michael Diefenbacher und Rudolf Endres herausgegebenen Stadtlexikon des Stadtarchivs Nürnberg, ist urheberrechtlich geschützt und deshalb nicht bearbeitbar. Weitere Abschnitte zu diesem Thema sind aber durchaus erwünscht.
Die Mauthalle wurde 1498-1502 von Hans Beheim dem Älteren auf dem vorletzten Stadtgraben als reichsstädtisches Kornhaus erbaut. Der fünfgeschossige Dachboden (Zimmerarbeiten von Jörg Stadelmann) mit Schleppgauben war über Aufzugsluken an den Giebelseiten und zwei fünfgeschossige Aufzugserker an den beiden Traufseiten erschlossen. Die mit Wagen befahrbare Eingangshalle des dreigeschossigen Sandsteinquaderbaus, der sich auf einer Grundfläche von 84m Länge und 20m Breite erhebt, diente ursprünglich wohl als Wagenhalle und Waffenarsenal des benachbarten reichsstädtischen Zeughauses. 1571/72 zog das reichsstädtische Zoll- und Waagamt hier ein. Hierauf geht die Bezeichnung „Zollhaus“ bzw. Große Waage (auch „obere“ oder „neue Waage“) im Unterschied zur älteren, ehemaligen in der Waaggasse gelegenen Kleinen Stadtwaage (Untere Waage) zurück; ihren heutigen Namen (von „Maut“ für Zoll) erhielt die Mauthalle erst im 19. Jahrhundert 1896 verkaufte der bayerische Staat die bis dahin von der Zollverwaltung (Hauptzollamt) genutzte Mauthalle an die Heilig-Geist-Spital-Stiftung und die ebenfalls von der Stadt Nürnberg verwaltete Landalmosenamtsstiftung. Das 1897/98 zu einem Geschäftshaus mit Ladeneinbauten im Erdgeschoss umgestaltete Gebäude brannte 1945 völlig aus und wurde 1951-53 in vereinfachter Form wiederaufgebaut. Das Büro- und Geschäftshaus beherbergt im Kellergewölbe, das in reichsstädtischer Zeit als Weinniederlage („Herrenkeller“) genutzt wurde und 1929 für den „Mautkeller“ umgebaut wurde, eine Gaststätte.
Autor: Dr. Wiltrud Fischer-Pache
Quellen:
Stadtlexikon Nürnberg
Literatur:
Städtischer Mautkeller in der Mauthalle zu Nürnberg, Nürnberg 1929.
Denkschrift zum Wiederaufbau der Mauthalle Nürnberg, Nürnberg 1951.
Fehring Günther P./Ress Anton, Die Stadt Nürnberg, Kurzinventar, München 1977.
Weblinks
- Stadt Nürnberg: Beschreibung der Mauthalle
