Medizin und Gesundheit

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„Medizin und Gesundheit“ ist eine der bedeutendsten Kompetenzinitiativen der Metropolregion Nürnberg.

Wirtschaftssektor „Medizin und Gesundheit“

Mit seiner Entscheidung, an der Sparte Medizintechnik festzuhalten, verhalf der ehemalige Siemens-Chef Heinrich von Pierer (Vorstandsvorsitzender von 1992 bis 2004) nicht nur dem Elektrokonzern zu einer Erfolgsstory, sondern auch der Region. Als einer der weltweit größten Anbieter im Gesundheitswesen ist Siemens-Med zum Rückgrat des Medical Valley geworden, in dessen Herzen Erlangen liegt. Vor allem hier sind Traditionsunternehmen wie auch Start-up-Firmen aus den Bereichen Medizintechnik, Pharma und Biotechnologie angesiedelt.

Der Wirtschaftssektor Gesundheit besitzt eine hohe und in Zukunft weiter steigende sozio-ökonomische Bedeutung. Neue Behandlungsmethoden, pharmazeutische Präparate sowie Diagnose- und Therapiegeräte ermöglichen Fortschritte bei Früherkennung und Behandlung von Krankheiten, die bisher kaum vorstellbar waren. Die Lebenserwartung und das Gesundheitsbewusstsein steigen - durch Erfolge in Medizin, Medizintechnik und Pharmazie. Dadurch erhöht sich auch der Bedarf der Bevölkerung an Dienstleistungen im Gesundheitswesen. Der Gesundheitssektor im „Medical Valley Erlangen-Nürnberg“ bildet daher einen bedeutenden, zunehmend wichtigeren Wirtschaftsfaktor. Auf dem Weltmarkt werden im Bereich Pharma 400 Milliarden Euro umgesetzt, in der Medizintechnik sind es 170 Milliarden Euro. Der Markt wächst jährlich um etwa sieben Prozent.

In Deutschland macht der Markt im Bereich Pharma etwa 20 Milliarden Euro aus und bei Medizintechnik 12,5 Milliarden Euro. In de Region sind in beiden Feldern insgesamt 15.000 Menschen beschäftigt. Mit Forschung, Entwicklung, Produktion, Versorgung und Dienstleistung sind es insgesamt 70.000 Beschäftigte, die im Gesundheitssektor tätig sind, das ist etwa jeder zehnte Beschäftigte.

Um das „Medical Valley“ auszubauen, gibt es zahlreiche Kooperationen in den verschiedensten Gebieten, vor allem aber im Umfeld der Medizintechnik. Die intensive Vernetzung der unterschiedlichen Player aus Forschung, Entwicklung und Lehre, Produktion, Dienstleistung und Service fördert die Entwicklung und Umsetzung neuer Produkte und Verfahren im Gesundheitsbereich. Unterstützt wird der Ausbau von Politik, Kammern, Hochschulen, Arbeitgebern und Gewerkschaften.

Gründerzentren wie das Innovations- und Gründerzentrum (IGZ) und das Innovationszentrum Medizintechnik und Pharma (IZMP) sind weitere Anlaufstellen. Im Sub-Cluster Medizintechnik dominiert in der Region mit Siemens Medical Solutions ein global tätiges Großunternehmen, das von Erlangen/Forchheim aus mit 5.700 Mitarbeitern einen Umsatz von 7,4 Milliarden Euro steuert. Weiterhin sind in diesem Segment rund 230 mittelständische Unternehmen mit etwa 7.000 Mitarbeitern regional und teilweise global tätig. Seit 2010 gibt es mit dem wissensintensiven Cluster Medical Valley EMN einen weiteren Akteur im Bereich Medizin und Gesundheit.

Die Bandbreite der Geschäftstätigkeit umfasst von reiner Dienstleistung über Entwicklung von Hard- und Software auch Produktion und Service von Geräten. Unterstützt werden diese Unternehmen durch Forschungsaktivitäten der FAU Erlangen-Nürnberg, durch die beiden Fraunhofer-Institute und die neue Max-Planck-Forschungsgruppe für Optik, Information und Photonik sowie die Fachhochschulen in Ansbach und Nürnberg. Das Universitätsklinikum, das Klinikum Nürnberg als größtes kommunales Klinikum Deutschlands und die zahlreichen Kliniken der Region dienen als Ideengeber und Teststation für neue Entwicklungen. Die Schwerpunkte innerhalb der Medizintechnik liegen auf Technologien der medizinischen Bildgebung von der Erzeugung über Nachbereitung, Verarbeitung, Auswertung und Archivierung zur Unterstützung einer minimalinvasiven Diagnose und Therapie sowie auf Implantaten für den Skelettbereich, auf der Ophthalmologie und dem kardiovaskulären Bereich.

Im Sub-Cluster Pharma steuert die Deutschlandzentrale von Novartis in Nürnberg mit mehr als 1.600 Mitarbeitern (Deutschland gesamt 1.900) einen Umsatz von 1,28 Milliarden Euro. Zusätzlich sind noch gut ein Dutzend kleine und mittlere Unternehmen in diesem Feld tätig, die im Gegensatz zu Novartis auch eine Produktion in der Region betreiben. Das Hauptgewicht der KMU liegt bei Entwicklung, Forschung und Vertrieb von Phytopharmaka. Im Sub-Cluster Biotechnologie bewegen sich rund 20 aufstrebende Unternehmen, die einem hoffnungsvollen Markt mit guten Wachstumschancen entgegengehen.

Siehe auch

Weblinks