Meistersinger-Konservatorium
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Das ehemalige Meistersinger-Konservatorium in Nürnberg hat auch nach der Renovierung im Jahre 2006 seinen Charme nicht verloren. Es wird mittlerweile von der Stadtbibliothek genutzt. Das Meistersinger-Konservatorium wurde 1956 bewusst neben der Katharinenruine errichtet, denn die im Krieg zerstörte Kirche sollte zum Konzertsaal ausgebaut werden, was allerdings nie geschah.
Überblick
Adresse: Am Katharinenkloster 6
Baujahre: 1956 und 1957
Architekten: Walter und Wilhelm Heinz
Querverweise
Artikel in der NZ
Im Rahmen der Serie "Architektur in Nürnberg" veröffentlichte die NZ folgenden Artikel zum Meistersinger-Konservatorium.
- Originaltext! Dieser Text stammt aus der Nürnberger Zeitung, ist urheberrechtlich geschützt und deshalb nicht editierbar. Das Anlegen weiterer Abschnitte ist aber durchaus erwünscht!
Eine neue Heimat für Bücher
von André Fischer
- Auf dem Grundstück des ehemaligen Katharinenklosters wurde ab 1956 das städtische Konservatorium der Musik neu gebaut. Bei seiner behutsamen Renovierung im vergangenen Jahr wurde der Charakter des Bauwerks beibehalten, und es erstrahlt jetzt wieder in neuem Glanz.
- Der Bauplatz neben der Katharinenruine wurde auch gewählt, weil man die im Krieg zerstörte Kirche zum Konzertsaal ausbauen und damit die Tradition der Meistersinger, die nach der Auflösung des Klosters nach der Reformation dort ihre Proben abhielten, weiterführen wollte. Die Musikschule hieß deshalb auch „Meistersinger-Konservatorium“.
- Das Gebäude lässt von außen drei unterschiedliche Funktionen erkennen. Im nördlichen Bereich liegt ein Vortragssaal für musikalische Veranstaltungen, der mittlere, langgestreckte Teil verfügt über die Unterrichtsräume, und im südlichen Bereich wurden Verwaltungs- und Arbeitsräume angesiedelt. Unterrichtstrakt und Verwaltungsteil erhielten in gleichmäßigem Abstand verlaufende, hochformatige Fenster. Die Brüstungsbereiche der Fenster im Verwaltungsbau wurden mit steinfarbigen, unregelmäßigen Mosaiken verziert, wodurch die Wandflächen kristallin erscheinen.
- Der Haupteingang ist großflächig verglast, im Treppenraum erzeugen bunte Glasscheiben hinter dem geschwungenen Treppenlauf bei entsprechendem Lichteinfall eine fast transzendente, sinnliche Wirkung. Der Foyerraum des Vortragssaals wurde mit einer Metall-Glasfassade erhellt. Sie erst lässt geschwungene, künstlerisch gestaltete Wandflächen, unregelmäßige Steinplattenböden, kombiniert mit Holzverkleidungen, zur Geltung kommen.
- Im Zuge der Zusammenlegung der verschiedenen Abteilungen der Stadtbibliothek wurde das ehemalige Konservatorium umgebaut. Wo einst Bässe dröhnten, Geigen seufzten und kräftige Stimmen erklangen, beugen sich bald Archivare und Bibliothekare über ihre gebundenen Schätze. Der Vortragssaal dient nun nicht mehr der Musik, sondern dem Wort.
- Zum Transport der Bücher, aber auch als barrierefreier Zugang wurde ein moderner Stahlaufzug vor die Fassade zur Straße gestellt, der den Rhythmus der Gebäudegruppe nun unterbricht. Die neuen Fenster sehen den ursprünglichen Fenstern sehr ähnlich, die Profile der Glasfassaden zur Kirchenruine sind etwas stärker geworden. Im Großen und Ganzen hat das Gebäude auch nach dem Umbau seinen Charme bewahren können.

