Metropolregion Reaktionen

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  • Originaltext! Dieser Text stammt aus der Nürnberger Zeitung, ist urheberrechtlich geschützt und deshalb nicht editierbar. Das Anlegen weiterer Abschnitte ist aber durchaus erwünscht!

Unter dem Titel "Stolz und Zuversicht" brachte die Nürnberger Zeitung am 29. April 2005 Reaktionen auf die Entscheidung der Ministerkonferenz für Raumordnung, die Region Nürnberg in den Kreis der europäischen Metropolregionen aufzunehmen:

Ulrich Maly (OB Nürnberg)
Die Nachricht ist bei den politischen Spitzen und bei den Kammern geradezu euphorisch begrüßt worden. Als »Bestätigung unserer gemeinsamen Arbeit« sieht Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly die Entscheidung der Raumordnungsminister. »So recht zugetraut haben uns das viele nicht«, ist Maly einerseits stolz. Andererseits will er dennoch etwas »auf die Euphoriebremse drücken«, denn: »Wir haben weder den Nobelpreis noch den Oscar gewonnen, sondern müssen jetzt das Ganze erst mit Leben füllen.«
Eine Metropolregion könne ihre Interessen auf europäischer Ebene besser vertreten. Maly meldete den Anspruch an, dass die Region mit 2,5 Millionen Menschen auf jedem Gebiet, sei es kulturell, wirtschaftlich oder gesellschaftlich in der europäischen Liga ganz oben mitspielen kann.
Siegfried Balleis (OB Erlangen)
»Damit bekommen wir eine vollkommen neue Qualität der Zusammenarbeit und unserer Wirkung nach außen«, betont der Erlanger OB Siegfried Balleis. Er freut sich dabei auch darüber, dass mit Bamberg und Bayreuth »wichtige kulturelle Highlights« mit im Boot sind.
Willi Weißkopf(VGN)
Für den Verkehrsverbund Nürnberg ist die Metropolregion eine Bestätigung der eigenen Politik. »Da darf man nicht an der Städteachse oder der Region hängen bleiben«, meint VGN-Geschäftsführer Willi Weißkopf. Die Metropolregion decke genau den Bereich ab, von wo »die Leute zum Club oder nach Nürnberg in die Oper wollen«. Die Metropolregion reicht über die Städteachse Nürnberg, Fürth, Erlangen und Schwabach weit hinaus. Sie geht von Bamberg bis Amberg, von Bayreuth bis Ansbach. Das metropolitane Netz von Kommunen, die sich beteiligen wollen, reicht fast bis Thüringen.
Roland Fleck (Wirtschaftsreferent Nürnberg)
Nürnbergs Wirtschaftsreferent Roland Fleck stellte nach der Entscheidung in Berlin fest: »Für die regionale Wirtschaftspolitik ist die Metropolregion eine große Chance. Der gemeinsame Auftritt wird mittel- bis langfristig die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Metropolregion stärken.« Die Region solle sich als Hochleistungs-Standort profilieren.
Klaus L. Wübbenhorst (Präsident IHK)
Die Aufnahme der Region in den Kreis der europäischen Metropolregionen, so der IHK-Präsident Klaus L. Wübbenhorst, eröffnet der Region »hervorragende Zukunftsperspektiven«. Grundlage für die Aufwertung zur Metropolregion sei das starke wirtschaftliche Potenzial, das im Wesentlichen aus der Leistungsfähigkeit der über 100 000 Unternehmen resultiere. Damit rangiert Nürnberg unter den Wirtschaftsregionen in Deutschland auf Platz 6, so Wübbenhorst weiter. Es komme jetzt darauf an, die Bereiche Verkehr, Messen, Forschung und Technologie weiter auszubauen.
Otto Wiesheu (Wirtschaftsminister)
Bayerns Wirtschaftsminister Otto Wiesheu wies daraufhin, dass die Initiative der Beteiligten vor Ort entscheidend sei, wie der Begriff Metropolregion ausgefüllt und wahrgenommen werde: »Metropolregionen dienen als Marketinginstrument nach außen und fördern Zusammenhalt wie Mentalität innerhalb der Region. Nürnberg ist dabei Entwicklungspol und Impulsgeber für den gesamten nordbayerischen Raum.« Die Staatsregierung habe von Anfang an das Anliegen der Region, Metropolregion zu werden, unterstützt.
Helga Schmidt-Bussinger, Thomas Beyer (Landtagsabgeordnete)
Das wollten die SPD-Landtagsabgeordneten Helga Schmitt-Bussinger und Thomas Beyer so nicht stehen lassen, denn die ersten Initiativen und Anträge zur Metropolregion seien von der mittelfränkischen SPD ausgegangen: »Dass wir uns damit auch gegen das anfängliche Zaudern der bayerische Staatsregierung durchgesetzt haben, darf am heutigen Tag durchaus auch einmal erwähnt werden, weil Herr Wiesheu und andere das vergessen haben«, schreiben sie in einer gemeinsamen Stellungnahme.
Günther Beckstein (Ministerpräsident)
Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein, damals noch Innenminister, glaubt, dass die Region Nürnberg zu einem Impulsgeber für ganz Nordbayern wird: »Um diese Bedeutung langfristig zu sichern, muss die Region weiter gestärkt und ausgebaut werden.«
Weitere Stellungnahmen
Ähnlich positive Stellungnahmen gab es gestern von den SPD-Bundestagsabgeordneten Günter Gloser, Horst Schmidbauer, dem CSU-Fraktionsvorsitzenden im Landtag, Joachim Hermann, sowie von Fürths Oberbürgermeister Thomas Jung und der Fürther Landrätin Gabriele Pauli. Die vom Presseamt der Stadt Nürnberg herausgegebenen Stellungnahmen zur Metropolregion präsentieren eine seltene fränkische Eintracht: Vertreter von Bamberg, Bayreuth, Schwabach und Ansbach loben den Schritt und versprechen sich eine Aufbruchstimmung. Wann hat es das zuletzt gegeben? André Fischer/Peter Viebig