Reichsparteitage
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Die Reichsparteitage der NSDAP fanden 1927, 1929 und 1933 bis 1938 in Nürnberg statt. Nürnberg wurde deshalb „Stadt der Reichsparteitage“ genannt.
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Zur Geschichte
- Stadtlexikon Nürnberg Der folgende Abschnitt stammt aus dem von Michael Diefenbacher und Rudolf Endres herausgegebenen Stadtlexikon des Stadtarchivs Nürnberg, ist urheberrechtlich geschützt und deshalb nicht bearbeitbar. Weitere Abschnitte zu diesem Thema sind aber durchaus erwünscht.
Reichsparteitage veranstaltete die NSDAP nach 1923 (München) und 1926 (Weimar) erstmals 1927 und 1929 in Nürnberg. Im Dritten Reich fanden sie zwischen 1933 und 1938 alljährlich einmal im September statt. Für die meist einwöchigen Staats- und Parteifeiern mit eigenen Namen (z.B. 1933: „Parteitag des Sieges“, 1934: „Parteitag der Einheit und Stärke“, 1938: „Parteitag Großdeutschlands“) schuf sich die NSDAP mit dem Reichsparteitagsgelände eine riesige Versammlungsstätte mit Denkmalcharakter. Rund 1 Millionen Menschen nahmen durchschnittlich als Aktive aus allen Parteigliederungen sowie als Zuschauer teil. Im Vordergrund der Propagandafeste standen die Einschwörung der Massen auf den „Führer“ Adolf Hitler und die Inszenierung der propagierten „Volksgemeinschaft“. Lagerleben und Wehrübungen (sogenannte Kampfspiele) vor Zehntausenden wirkten wie „Rituale der Mobilmachung“. Letztlich dienten die Reichsparteitage auch als Vorbereitung auf den Krieg. Der „Parteitag des Friedens“ (geplanter Beginn: 2.9.1939) wurde ohne Angabe von Gründen am 27.8.1939 abgesagt. Am 1.9.1939 entfesselte Hitler mit dem Überfall auf Polen den Zweiten Weltkrieg.
Autor: Dr. Siegfried Zelnhefer
Quellen:
Stadtlexikon Nürnberg
Literatur
- Hamilton T[wombly] Burden: Die programmierte Nation. Die Nürnberger Reichsparteitage. Aus dem Englischen ins Deutsche übertragen: Karl-Ludwig Gallwitz. Gütersloh: Bertelsmann-Sachbuchverlag, 1970, 254 S. [Einheitssachtitel: The Nuremberg Party Rallies, 1923 to 1939]
- Siegfried Zelnhefer: Die Reichsparteitage der NSDAP. Geschichte, Struktur und Bedeutung der größten Propagandafeste im nationalsozialistischen Feierjahr. Universität Erlangen-Nürnberg, Dissertation, 1990. Nürnberg: Korn & Berg, 1991, 300 S., ISBN 3-87432-118-5 (Nürnberger Werkstücke zur Stadt- und Landesgeschichte, Band 46)
- Rezension von Udo Winkel: Siegfried Zelnhefer: Die Reichsparteitage der NSDAP. In: Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg (MVGN), Band 78, 1991, S. 317-319 - MVGN
- Robert Fritzsch: Als Nürnberg „Stadt der Reichsparteitage“ hieß. Ereignisse, Personen, Schauplätze. Nürnberg: Hofmann, 1991, 215 S., ISBN 3-87191-165-8 (Nürnberger Erinnerungen, Band 5)
- Rezension von Udo Winkel: Robert Fritzsch: Nürnberger Erinnerungen 5. Als Nürnberg „Stadt der Reichsparteitage“ hieß. In: Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg (MVGN), Band 79, 1992, S. 228-229 - MVGN
- Siegfried Zelnhefer: Die Reichsparteitage der NSDAP in Nürnberg. Hrsg.: Museen der Stadt Nürnberg. Nürnberg: Verlag Nürnberger Presse, 2002, 330 S. + Modell des Reichsparteitagsgeländes 1937, ISBN 3-931683-12-5 (Schriftenreihe des Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände, Band 2)
- Siegfried Zelnhefer: Reichsparteitage. In: Michael Diefenbacher; Rudolf Endres (Hrsg.): Stadtlexikon Nürnberg. Nürnberg: W. Tümmels Verlag, 1999, ISBN 3-921590-69-8 - online
- Friedrich Kießling, Gregor Schöllgen (Hrsg.): Bilder für die Welt. Die Reichsparteitage der NSDAP im Spiegel der ausländischen Presse. Köln; Weimar; Wien: Böhlau, 2006, 214 S., ISBN 978-3-412-27305-7 (Archiv für Kulturgeschichte: Beihefte zum Archiv für Kulturgeschichte; Heft 61)
- Markus Urban: Die Konsensfabrik. Funktion und Wahrnehmung der NS-Reichsparteitage, 1933 - 1941. Zugleich: Universität Erlangen-Nürnberg, Dissertation, 2006. Göttingen: V & R Unipress, 2007, 462 S., ISBN 978-3-89971-366-4
Siehe auch
- Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände
- Reichsparteitagsgelände
- Kongresshalle
- Zeppelinfeld
- Stadtlexikon Nürnberg
- Stadtlexikon Nürnberg (Essays)
