Reiner Bergmann

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Reiner Bergmann
© Roland Fengler/NZ

Reiner Bergmann ist ein Nürnberger Künstler. Geboren 1950 in Nürnberg, arbeitet er laut eigener Aussage als Plastiker, Performer, Zeichner und Schreiber. Am bekanntesten ist er als Installationsküntler, zur Zeit gestaltet er hauptsächlich Licht-Objekte. Im Jahr 2001 bekam er den 1. Preis im Wettbewerb "Kunst am Bau" für die Erweiterung der Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheitswesen Nordbayerns Nürnberg, Projekt für Erlangen-Bruck. Ausgestellt hat er in Nürnberg, Erlangen, Köln und Paris.


Artikel in der NZ

  • Originaltext! Dieser Text stammt aus der Nürnberger Zeitung, ist urheberrechtlich geschützt und deshalb nicht editierbar. Das Anlegen weiterer Abschnitte ist aber durchaus erwünscht!

23 Fragen an den Künstler Reiner Bergmann


Alles wachsen lassen – auch Unkraut blüht schön

NZ: Wann haben Sie zum ersten Mal gespürt, dass Sie ein Künstler sind?
Reiner Bergmann: Als ich mit sechzehn Jahren bei einer Schüler-Ausstellung meine erste Arbeit verkaufte.
NZ: Auch Genies haben Hunger: Was haben Sie gestern zu Mittag gegessen?
Bergmann: Reis und Reste.
NZ: Wo fängt Kunst an und wo hört sie auf?
Bergmann: Wenn man sich frei fühlt und wenn dieser Zustand während des Arbeitsvorgangs anhält.
NZ: Welche Techniken stehen Ihnen zu Gebote?
Bergmann: Körper und Geist vereinen sich zur Handlung.
NZ: Welchen zeitgenössischen Nürnberger Künstler schätzen Sie besonders – und warum?
Bergmann: Da sind so viele, die zu entdecken sich wirklich lohnt.
NZ: Was ist der Sinn des Lebens?
Bergmann: Erfahrungen zu transformieren.
NZ: Wie wichtig ist Ihnen die so genannte Hochkultur wie Staatstheater, Opernhaus, klassische Konzerte?
Bergmann: Da muss ich erst mal meinen Spezialhilfeempfänger und eventuell den Mixer zuschalten.
NZ: Wie hart ist der Konkurrenzkampf unter Künstlern in Nürnberg?
Bergmann: Wir sind doch gemeinsam auf Entdeckungsreise.
NZ: Hat man größere Chancen bei den Frauen beziehungsweise bei den Männern, wenn man Künstler ist?
Bergmann: Wer trägt schon gerne die Schizophrenie des Alltags gemeinsam?
NZ: Wie wichtig ist die öffentliche Förderung der Künste?
Bergmann: Klingt nach Behörde, geht dann weiter ins Private, wobei die Bewusstwerdung des Vorgangs schon fördernd ist.
NZ: Wozu braucht es eigentlich eine Kunstakademie?
Bergmann: Da bist du erstmal nicht so allein mit dem Problem.
NZ: Beschreiben Sie Ihr derzeit schlechtestes Werk – und ihr bestes?
Bergmann: Alles wachsen lassen. Auch Unkraut blüht schön.
NZ: Haben Sie jemals mit den Gedanken gespielt, Nürnberg zu verlassen – und warum sind Sie immer noch hier?
Bergmann: Das Paradies ist gleich nebenan.
NZ: Wo in Nürnberg finden die besten Ausstellungen statt?
Bergmann: Götzendienst im Kunstpalast. Aus Blasphemium fein abgeschmirgelt, mit Styronol behandelt und gleichzeitig krumm eingefärbt.
NZ: Wenn Sie noch einmal von vorne anfangen könnten – was würden Sie anders machen?
Bergmann: Es kommt sowieso anders.
NZ: Wie haben Sie Ihren Eltern beigebracht, dass Sie Künstler sind?
Bergmann: Das kann ich immer noch nicht erklären.
NZ: Wann nervt Kunst?
Bergmann: Kunst nervt nur, wenn man dafür nicht empfindlich ist.
NZ: Was ist Stil?
Bergmann: Auch eine Vereinfachung.
NZ: Lesen Sie Kritiken über Ihre Arbeit?
Bergmann: Es handelt sich um das geschriebene Wort, und das beschäftigt mich.
NZ: Was sagen Kinder zu Ihren Werken?
Bergmann: Die kümmert das wenig.
NZ: Wie heilig ist Ihnen die Kunst?
Bergmann: Nur keine Angst.
NZ: Haben Sie Angst vor dem Tod?
Bergmann: Sprengt den Rahmen meiner Phantasie.
NZ: Was ist Schönheit?
Bergmann: Zeigt sich immer wieder neu und geheimnisvoll. Ist aber subjektiv wahrgenommen verklärte Wirklichkeit.
Fragen: Mückl & Zawodsky