Schloss Geyerswörth
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Das Schloss Geyerswörth, in Bamberg Geyerswörthstraße 1 ist nach der ursprünglichen Besitzerfamilie Geyer benannt. Im Lauf des 16. Jahrhunderts gelangte der Besitz an das Hochstift Bamberg. Die Fürstbischöfe ließen sich die Baulichkeiten zu ihrem Stadtschloss einrichten. Der große Park, der sich daran anschloss, fiel der Säkularisation zum Opfer.
Das Anwesen liegt auf dem nördlichen Teil einer Halbinsel zwischen dem linken Regnitzarm und dem Nonnengraben andererseits.
Zu dem Schloss wurde der "Geyerwörthmarsch" von dem Bamberger Komponisten kreiert.
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Chronik
Im Jahr 1294 wird erstmals die Familie Geyer, welche aus Nürnberg zuzog, im Testament des verstorbenen Friedrich Geyer genannt. Dieser überließ seinen Besitz seinem Sohn Friedrich, welcher ihn wiederum 1314 seinem Bruder überließ. Anno 1384 wird in den Schriften erstmals der Name "Geyerswörth" genannt.
Der die Bauten überragende Turm wurde 1424 erstmals erwähnt. 1498 begann die Aufteilung des Geyerschen Besitzes in andere Hände. 1507 verkaufte Sebald Geyer einen Teil des Hauses an den Fürstbischof Georg III. Schenk von Limpurg (reg. 1505-1522), für den Verkäufer wurde jedoch ein lebenslängliches Wohnrecht eingeräumt. Der Teil des Hauses, das seit 1498 Georg von Schaumberg besaß, gelangte 1512 in fürstbischöflichen Besitz. 1548 verkaufte Hans von Seinsheim den von seinen Vater erebten Besitz an den Fürstbischof Weigand von Redwitz (reg. 1522-1556). Damit war der ganze Geyerswörth in fürstlichen Besitz.
Der zweite Markgrafenkrieg nötigte 1553 den Fürstbischof dazu das Besitztum Geyerswörth an die Benediktinerabtei Banz zu verkaufen, welche es bereits 1558 an den Domherrn Kaspar von Würtzburg wieder veräußerten. 1560 gelangte der Besitz an den späteren Fürstbischof von Bamberg Veit II. von Würtzburg (reg. 1561-1577). 1578 erwarb den anderen Teil Fürstbischof Johann Georg Zobel von Giebelstadt (reg. 1577-1580) als sein privatem Besitz. Aus dessen Erbe erwarb dann das Hochstift Bamberg unter Fürstbischof Martin von Eyb (reg. 1580-1583)das Besitztum. Unter Fürstbischof Ernst von Mengersdorf (reg. 1583-1581) war wohl, wie das Wappen über dem Einfahrtstor bezeugt, das Bauvorhaben abgeschlossen.
1633: Durch die Besetzung Bambergs 1633 durch die Schweden wurde das Schloss geplündert und verwüstetet. Das Schloss war durch dieses Verhalten derart herabgekommen das es unbewohnbar war. Eine notdürftige Herrichtung dürfte dann wohl in den 1640er Jahren erfolgt sein. Eine Gesamtinstandsetzung erfolgte unter Fürstbischof Philipp Valentin Voit von Rieneck (reg. 1653-1672).
Ein weitere Planung unter Fürstbischof Peter Philipp von Dernbach (1672-1683), welcher den italienischen Baumeister Antonio Petrini 1677 beauftragte, einen Riss zu erstellen. Diese Planung wurde jedoch nie ausgeführt und durch das Lieblingsprojekt des Fürstbischofs Marquard Schenk von Stauffenberg (reg. 1683-1693) den Bau Seehof zu einer Landresidenz auszubauen verlor Schloss Geyerswörth an Bedeutung, besonders nach dem Ausbau der Neuen Residenz büßte das Schloss seine Funktion ein und wurde 1740 als Sitz des kaiserlichen Landgerichts und der fürstbischöflichen Obereinnahme bestimmt.
Aus statischen Gründen stürzte 1743 die Nordmauer des Gebäudes, mit den beiden hohen Renaissance-Treppengiebeln, ein. Durch diesen Einsturz verlor das Schloss seine imposante Nordfront. Bis 1746 konnten diese Schäden behoben werden. Durch die Verlagerung diverser Ämter war das Schloss zu einen Ämtergebäude umgewandelt. Im Schloss wurde dem abgedankten Fürstbischof Christoph Franz von Buseck (reg. 1795-1802), auf eigenen Wunsch, eine Wohnung zugewiesen. Desweiteren wurde das Schloss als Kaserne für das 6. Chevauxleger-Regiment genutzt.
Im beginnenden 20ten Jahrhundert veräusserte der bayerische Staat, im Tauschwege, diese Liegenschaft an die Stadt Bamberg, die den Bau weiterhin als Ämtergebäude nutzt.
Die nächsten großen Schäden erfolgten 1945 durch die Brückensprengungen.
Park
Nachdem die Arrondierung des Geländes für den fürstbischöflichen Besitz abgeschlossen war, begann unter Fürstbischof Johann Georg I. Zobel von Giebelstadt (reg. 1577-1580) die Anlage eines Parks im Jahr 1578. Der Garten war ausgestaltet mit Vogelhaus, Orangerien, Wasserspielen usw. Auch war der Baumeister Erasmus Braun an der Ausgestaltung dieses Parks und seiner Bauten beteiligt. Der Garten war besonders von exotischen Pflanzen bewachsen. Obwohl das Schloss bereits zum Amtsgebäude umfunktioniert wurde, ist der Park - bis zur Einrichtung des Parks von Schloss Seehof - unterhalten worden. Baumaßnahmen wurden 1787 durchgeführt. Durch die Säkularisation wurde das Areal aufgeteilt und auch die Straße wurde neu geschaffen.
Joseph Heller berichtet 1831, dass aufgrund dieses Parks und seinen Orangerien Bamberg den Beinamen "Klein-Italien" führte.
In Erinnerung an diesen Park wurde an der 1890/91 errichteten Badeanstalt "Stadtbad" im Jahr 1936 nach Planung des städtischen Gartenbaudirektor Viktor Luster eine Parkanlage geschaffen, die bis 1954 auch zwei Brunnen - mit den Titel "die Kauernde" und "der Hockende - erhielt.
Erwähnenswertes
Innenhof
Der Innenhof dessen nördlicher Trakt einen Arkadengang aufweist beherbergt die Originalplastik "Stadtritter" vom Alten Rathaus. Der am Südflügel eingelassene Brunnenstein stammt aus der Regierungszeit des Fürstbischof Marquard Schenk von Stauffenberg (reg. 1683-1693) stammt; der davorstehende Brunnentrog ist eine Nachempfindung einer ehemals dort gestandenen Pferdetränke. Der Brunnentrog wurde um 1990 neu erstellt. Von hier aus auch der Zugang zum Turm und in den nicht zugänglichen Gartensaal.
Turm
Der 1424 erstmals erwähnte Turm, welcher in den Südflügel der Schlossanlage eingegliedert ist, erhielt zwischen 1602 und 1666 anstelle des hözernen Aufbaus eine weiteres Stockwerk und den Abschluss mit Kuppel und Laterne. Der Innenraum der Kuppel ist als geschlossenes Belvedere, erdacht worden. Von der Kuppel wie auch von der Laterne der Turmbedachung ergibt sich der schönste Blick auf Bamberg und seiner Umgebung.
Gartensaal
Im beginnenden 20. Jahrhundert entdeckte man die Malereien im ehemaligen Gartensaal, welcher damals zum Hochzeitssaal umgebaut wurde.
Dieser Gartensaal dessen Gewölbe mit einer in der Mitte des Raumes freistehenden Säule getragen wird ist in seinen Kappen des Gewölbes überreich bemalt mir Ranken, Vögeln, Allegorien und Groteskenfiguren.
Eine Freilegung der Deckenmalerei wurde 1908 vorgenommen, auch unter gänzlicher Nachempfindung der Ranken und Groteskenfiguren in verschiedenen Teilen des Gewölbes. Die an den Wänden vorgefundene Malerei wurden wieder übertüncht. Diese Malerei kam erst wieder 1979 ins Gespräch und wurde von 1981 bis 1984 freigelegt.
Neben der architektonischen Bemalung fand sich auch das Wappen des Fürstbischof Ernst von Mengersdorf (reg. 1583-1591) vor, wie auch Überreste zu Allegorien von "GEOMETRIA", "ASTRONOMIA", "GRAMMATICA", "RHETORICA", MUSICA". Diese wurden in ihren Bestand gesichert, jedoch keiner Ergänzung unterzogen.
Die Bemalung führte der 1588 bis 1590 in Bamberg tätige Augsburger Maler Hans Wolf Bernhart aus.
Nutzung seit 1740
- 1740 kaiserliches Landgericht
- 1740 fürstbischöfliche Obereinnahme
- 1746 Vicedomamt
- 1749 Hofkammer
- 1803 Kaserne
- 1807 Salzamt
- 1813 Appellationsgericht, später als Oberlandesgericht bezeichnet
- 1904 erwarb die Stadt Bamberg dieses bayerische Staatseigentum
- 1904 städtisches Ämtergebäude
Literatur
- Heinrich Mayer: Bamberger Residenzen. Eine Kunstgeschichte der Alten Hofhaltung, des Schlosses Geyerswörth, der Neuen Hofhaltung und der Neuen Residenz zu Bamberg. München: Kösel, 1951, 247 S. (Bamberger Abhandlungen und Forschungen; Band 1)
- Lucia Longo: Antonio Petrini. Ein Barockarchitekt in Franken. München; Zürich: Schnell und Steiner, 1985, 103 S., ISBN 3-7954-0374-X (Schnell & Steiner Künstlerbibliothek) [Zu Antonio Petrinis bedeutenden Werke gehören auch Schloss Geyerswörth und Schloss Seehof in Bamberg.]
Siehe auch
- Bamberg Geyerswörthstraße 3
- Bamberg Geyerswörthstraße 5
- Stadtbad (Bamberg)
- Burgen und Schlösser in Franken
Weblinks
- Residenzschloss Geyerswörth - Wikipedia
Einzelnachweise
- Die Kunstdenkmäler von Oberfranken, Stadt Bamberg, Band 4, Seite 515-562
