Grundig-Stadion Nürnberg

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2006 war das Stadion Schauplatz der Fußball-WM

Das Grundig-Stadion in Nürnberg ist eine für Leichtathletik wie für Fußball geeignete Sportarena und gleichzeitig das einzige achteckige Fußballstadion der deutschen Bundesliga. Seit 1963 ist es das Heimstadion des Fußball-Bundesligisten 1. FC Nürnberg. Von 2006 bis Mitte 2012 hieß es easyCredit-Stadion, davor Franken-Stadion. Im Februar 2013 gab die ehemalige fränkische Traditionsfirma Grundig, die mittlerweile in Besitz des türkischen Beko-Konzerns befindet, ihr Engagement ans Namenssponsor bekannt. Mit einer Kapazität von derzeit 48.500 Zuschauern liegt es an 14. Stelle der größten Fußballarenen Deutschlands.

Inhaltsverzeichnis

Zur Geschichte

Das „Stadion zu Nürnberg im Volkspark auf dem Zeppelinfeld“, so die damalige offizielle Ausschreibung, wurde zwischen 1925 und 1928 nach den Plänen des Architekten Otto Ernst Schweizer erbaut und preisgekrönt (Goldene Medaille im Kunstwettbewerb, Abteilung Architektur und Städtebau, verliehen anlässlich der Olympischen Spiele 1928 in Amsterdam). Die Sportstätte am Dutzendteich mit dem markanten achteckigen Grundriss verfügte bei der Einweihung am 10. Juni 1928 über 34.000 Stehplätze und 2600 überdachte Sitzplätze. Sie wurde in die Parteitagsveranstaltungen der Nationalsozialisten einbezogen und erst am 8. September 1961 von der amerikanischen Besatzungsmacht wieder für den Sportbetrieb freigegeben.

Um den Anforderungen der neu gegründeten Fußball-Bundesliga gerecht zu werden, musste das Städtische Stadion 1963 erstmals aufwendig umgebaut werden. Für eine Flutlichtanlage und zusätzliche Stahlrohrtribünen wurden rund neun Millionen Mark investiert. Das Fassungsvermögen stieg so auf 56.500 Plätze. Bei einem Bundesliga-Aufstiegsspiel am 30. März 1971 gegen Fortuna Düsseldorf (0:2) sollen sich rund 75.000 Menschen, die teilweise auf der Aschenbahn Platz fanden, im Nürnberger Stadion befunden haben.

Bei der nächsten Modernisierung zwischen 1988 und 1990 wurden weitere 68 Millionen Mark investiert, die bayerische Staatsregierung bezuschusste die Umbaumaßnahme mit 26 Millionen Mark. Die Gesamtsanierung war nach einem Gutachten, das in Folge der Stadionkatastrophen von Brüssel und Bredford erstellt wurde, unumgänglich. Der dritte Umbau war nach der Vergabe der Fußball-WM 2006 an Deutschland und der Spielort-Zuschlag an Nürnberg fällig. Zwischen dem 10. November 2003 und dem 24. April 2005 wurden 56,2 Millionen Euro verbaut. Dabei wurde die Zuschauerkapazität auf 44.300 Sitzplätze erhöht, das Spielfeld zur Sichtverbesserung um 1,5 Meter abgesenkt, neue Funktionsgebäude errichtet, Außenbereiche umgestaltet und technische Anlagen auf den neuesten Stand gebracht. Auch Umweltschutz-Kriterien wurden berücksichtigt, wofür das Nürnberger Stadion dann 2006 als erste europäische Arena ausgezeichnet wurde. Zum bislang letzten Umbau gewährte der Freistaat Bayern einen Zuschuss von rund 27 Millionen Euro.

Wie in einigen anderen Städten vergab man am 15. März 2006 die Stadion-Namensrechte an einen Sponsor. Die TeamBank erwarb sie für fünf Jahre und benannte die Spielstädte nach einem Produkt ihres Hauses. Der Widerstand vieler Fans gegen diese Art der Kommerzialisierung gipfelte nur einen Monat später in der symbolischen Umbenennung in „Max-Morlock-Stadion“. Der Sponsorenvertrag wurde nicht verlängert und endete am 30.6.2012; gleichzeitig erhielt die Arena den "neutralen" Namen Stadion Nürnberg.
Seit 2008 sind die meisten Blöcke des Nürnberger Stadions nach verdienten Spielern des 1. FCN benannt.

Die DFB-Länderspiele in Nürnberg:

Im Nürnberger Stadion fanden bisher 20 A-Länderspiele der deutschen Fußball-Nationalmannschaft statt (elf Siege, sechs Unentschieden, zwei Niederlagen). Bemerkenswert, dass die DFB-Elf im Sommer 2005 anlässlich des Konföderationen-Pokals innerhalb von fünf Tagen dort zweimal antrat, und zwar gegen die mehrfachen Weltmeister Argentinien (21. Juni 2005, 2:2) und Brasilien (25. Juni 2005, 2:3). Das Frankenstadion war zudem Spielort der Fußball-Weltmeisterschaft 2006. Dort fanden die Vorrundenspiele Mexiko – Iran (3:1), England – Trinidad & Tobago (2:0), Japan – Kroatien (0:0), Ghana – USA (2:1) sowie das Viertelfinale Portugal – Niederlande (1:0) statt.

13.01.1924 Österreich 4:3

20.06.1926 Schweden 3:3

16.09.1928 Dänemark 2:1

25.09.1932 Schweden 4:3

20.03.1938 Ungarn 1:1

12.05.1965 England 0:1

10.05.1969 Österreich 1:0 (WM-Qualifikation)

09.09.1970 Ungarn 3:1

16.10.1991 Wales 4:1 (EM-Qualifikation)

18.11.1992 Österreich 0:0

06.09.1995 Georgien 4:1 (EM-Qualifikation)

09.11.1996 Nordirland 1:1 (WM-Qualifikation)

31.03.1999 Finnland 2:0 (EM-Qualifikation)

03.06.2000 Tschechien 3:2

29.03.2003 Litauen 1:1 (EM-Qualifikation)

21.06.2005 Argentinien 2:2 (Confed-Cup, Vorrunde)

25.06.2005 Brasilien 2:3 (Confed-Cup, Halbfinale)

02.06.2007 San Marino 6:0 (EM-Qualifikation)

20.08.2008 Belgien 2:0

26.03.2013 Kasachstan 4:1 (WM-Qualifikation)

Weitere Nutzungsmöglichkeiten

Es wird darüber hinaus auch für andere Sportveranstaltungen sowie für das einmal jährlich stattfindende Open-Air-Festival „Rock im Park“ genutzt. Im Ligabetrieb bietet es 47.500 Zuschauern Platz, bei internationalen Spielen ist das Fassungsvermögen aufgrund diverser Durchführungsbestimmungen und Sicherheitsauflagen etwas geringer.

Literatur

Weblinks