Stadtpark Fürth
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Der Stadtpark Fürth liegt zwischen Nürnberger Straße, Otto-Seeling-Promenade und der Pegnitz. Er hat eine Fläche von 16 Hektar.
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Zur Geschichte
Der Park kann auf eine über 100 Jahre lange Geschichte blicken. Seine Ursprünge gehen zurück auf den Maschinenfabrikanten Johann Wilhelm Engelhardt (1816-1878). Engelhardt saß auch im Magistrat der Stadt Fürth, wo er Verschönerungskommissar war. In dieser Funktion ließ er 1867 hinter dem ehemaligen Friedhof rund um die Auferstehungskirche Fürth, auf dem Abhang zur Pegnitz hinunter, Bäume und Sträucher pflanzen. Die Anlage wurde bald erweitert. Später sorgten u.a. Engelhardts Witwe und der Spiegelfabrikant Johann Karl Zäh für eine Vergrößerung des Parks. Noch im 19. Jahrhundert wurde der Schwanenweiher angelegt.
Nachdem der Friedhof um die Auferstehungskirche aufgelassen worden war, kam auch dieses Gelände 1910/11 zum Parkareal hinzu. Dessen Neugestaltung nahmen Stadtbaurat Otto Holzer und Stadtgartendirektor Alfred Babée in die Hand.
Im Zweiten Weltkrieg wurde der Stadtpark stark beschädigt. Nach dem Krieg sollte er wieder neu erstehen. Da die Stadt Fürth im Jahr 1950 außerdem plante, anlässlich ihrer Großstadtwerdung eine Gartenschau zu veranstalten, schlug man zwei Fliegen mit einer Klappe: Die Gartenschau sollte im Stadtpark stattfinden.
Innerhalb nur eines knappen Jahres schaffte es der damalige Leiter des Gartenbauamts, Hans Schiller (1902-1991), den Stadtpark umzugestalten und die Gartenschau darin zu verwirklichen. Eröffnet wurde sie unter dem Namen „Grünen und Blühen“ am 11. Mai 1951. Über eine Million begeisterte Menschen besuchten sie.
Im Jahr 1962 wurde der Park nochmals erweitert: Als man die Pegnitz begradigte, kamen Teile der Pegnitzwiesen zum Gelände hinzu. Auch drei Stege über den Fluss entstanden: Karlsteg, Engelhardtsteg und Röllingersteg.
Der Fürther Stadtpark erfreut sich heute bei jungen wie alten Menschen in Fürth größter Beliebtheit – vor allem das Stadtparkrestaurant (die ehemalige „Milchgaststätte“) mit seiner großen Terrasse. Auf der Freilichtbühne finden im Sommer Theateraufführungen, Konzerte und Lesungen statt. Zu einem gesellschaftlichen Höhepunkt in der Region hat sich der alljährliche „Sommernachtsball“ entwickelt, der von der Comödie Fürth mit mehreren Musikbühnen und Tanzflächen im Park veranstaltet wird.
Karte
Literatur
- Stadtpark. In: Adolf Schwammberger: Fürth von A bis Z. Ein Geschichtslexikon. Fürth: Selbstverlag der Stadt Fürth, 1968, S. 156
- Ute Wolf: „Ein Garten für alle“. In: Nürnberger Zeitung vom 5. November 1994 - Serie „Mein Lieblingsplatz“
- cmu: Wasserfall rauscht nur im Herbst. In: Fürther Nachrichten vom 27. November 2009 - FN
Siehe auch
Weblinks
- Stadtpark Fürth - FürthWiki
- Offizielle Webpräsenz der Stadt Fürth - Gartendenkmal Stadtpark
- Statparkcafé Fürth: Veranstaltungen auf der Freilichtbühne 2011 - www.stadtparkcafe-fuerth.de
Artikel in der NZ
- Originaltext! Dieser Text stammt aus der Nürnberger Zeitung, ist urheberrechtlich geschützt und deshalb nicht editierbar. Das Anlegen weiterer Abschnitte ist aber durchaus erwünscht!
Ute Wolf am 5.11.1994 in der Serie "Mein Lieblingsplatz":
"Ein Garten für alle"
- Die wahrhaft echten Nürnberger unter unseren Lesern werden es mir vielleicht nie verzeihen. Ich wage es auch kaum auszusprechen, geschweige denn niederzuschreiben. Trotzdem ist es eine unabänderliche Tatsache: Mein Lieblingsplatz liegt - ausgerechnet in Fürth.
- Als ich vor fünf Jahren dorthin übersiedelte, gab mir ein wohlmeinender Kollege, sozusagen als Trost, mit auf den – für ihn nicht nachvollziehbaren - Weg: “Na ja, gegen zwei Sachen kann man in Fürth nichts sagen: gegen das Theater und den Stadtpark.“ Nun ist dieser Kollege einer der hartnäckigsten Fürth-Verächter, die ich kenne. Wenn sogar er sich zu so einer Aussage hinreißen lässt, warum sollte dann ich als Fürth-Fan, der ich zur Verblüffung vieler immer noch bin, nicht dazu stehen? Also: Mein Lieblingsplatz ist der Fürther Stadtpark!
- Damit stehe ich in Fürth natürlich nicht allein. Die Fürther lieben diesen Park mit seinem alten Baumbestand, dem Stadtpark-Café, seinen beiden Weihern, der lauschige Freilichtbühne, den weiten Pegnitzwiesen und den kunstvoll angelegten Blumenrabatten rund um die Auferstehungskirche. Jeder Fürther hat wahrscheinlich im Stadtpark seinen eigenen Lieblingsplatz. Ich habe gleich mehrere – je nach Jahreszeit.
- Frühling
- Im Frühjahr zum Beispiel, da ziehen mich die Krokusse auf den Rasenflächen vor der „Milchgaststätte“ am meisten an. Ein Blütenteppich in Gelb, Weiß und Violett breitet sich vor mir aus. „Milchgaststätte“: So ist tatsächlich noch immer auf dem Gebäude zu lesen, das anlässlich der Neugestaltung des Fürther Stadtparks im Jahr 1951 zur Gartenschau „Grünen und Blühen“ gebaut wurde. Auf der Café-Terrasse sitzen, sich von den ersten wärmenden Sonnenstrahlen des Jahres verwöhnen lassen, versunken in diese Farbenpracht, bezaubert vom Charme der fünfziger Jahre, den die Architektur des „Milchgaststätten“-Anbaus mit seiner Nierenform ausstrahlt - das ist ein Genuss, den nur der nachvollziehen kann, der es selbst schon einmal ausprobiert hat.
- Sommer
- Später im Jahr, zur Zeit der Rosenblüte, suche ich mir einen ruhigen Platz auf einer Bank hinter der Auferstehungskirche. Mit ein wenig Phantasie kann ich mir vorstellen, warum dieser Teil des Stadtparks früher einmal „Klostergarten“ hieß: Die um die Rosenbeete herumführende Pergola-Konstruktion, deren Stützen wie bei antiken Säulen Tierfiguren als Kapitelle schmücken, und das nahe Kirchengemäuer erinnern an den Kreuzgang eines Klosters. Einzelne Sitzbänke stehen in den Nischen, ungestört kann ich mich, umgeben von Rosenduft und dem Summen der Bienen, in ein Buch vertiefen – mitten in der Stadt und doch völlig abgeschieden.
- Alle Viertelstunden registriere ich amüsiert, beim Schlag der Turmuhren der Auferstehungskirche und der nur ein paar hundert Meter entfernten Kirche „Zu unserer Lieben Frau“, dass die Katholiken in Fürth ihrer Zeit ein Stück voraus sind – oder hinken die Protestanten eine Minute hinterher?
- Selbst in der brütenden Hitze des vergangenen Sommers hat mir der Fürther Stadtpark schattig-kühle Rückzugsmöglichkeiten geboten: Im Halbdunkel liegt der Rhododendron-Garten vor mir. Die Kronen der über hundertjährigen Bäume, die der Maschinenfabrikant und Magistratsrat Johann Wilhelm Engelhardt hier großzügigerweise in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts auf seine Rechnung pflanzen ließ, geben nur ganz wenigen Sonnenstrahlen den Weg frei.
- Entlang der Pegnitz, zwischen Engelhardt- und Röllingersteg, behält die üppige Ufervegetation ihr saftigstes Grün auch dann noch, wenn in der Stadt die Pflanzen längst die Köpfe hängen lassen. Enten, Möwen und Schwäne genießen diesen Flussabschnitt offensichtlich genauso wie ich.
- Und dann die Silberpappel-Allee, die sich in einer sanften Biegung vom Engelhardtsteg über die Pegnitzwiesen zum Espan zieht! Die Luft flirrt, die silbrigglänzenden Blätter der Pappeln vollführen im Sommerwind wahre Freudentänze. Apropos Wind: Selbst wer nicht weiß, aus welcher Richtung er gewöhnlich über die Pegnitzauen fegt, kann es an den Pappelstämmen genau erkennen. In identischer Schräglage reihen sie sich aneinander, hundert Jahre Westwind haben sie ale in denselben Winkel gebeugt.
- Herbst
- Wer nur im Sommer hierher kommt, ist selber schuld. Gerade im Herbst hat man vom Engelhardtsteg aus, bei durchsichtig-klarem Oktoberlicht, einen wunderbaren Blick über die Pegnitzwiesen bis zum Fürther Rathaus. Bunte Drachen stehen zu dieser Zeit am Himmel, stürzen plötzlich kopfüber ab oder verheddern sich mit der Schnur in einem der Bäume. Dort bleiben sie dann – erst noch versteckt im farbenprächtigen Laub – wochenlang hängen.
- Winter
- Aber auch der Winter, zumindest wenn es ein schön frostiger ist, macht den Stadtpark zu Erlebnis. Der große Weiher ist zugefroren, auf einem Schild hat uns die Stadtverwaltung großzügig das „Betreten der Eisfläche gestattet“. Die Szene könnte Vorlage für ein Kitschbild der naiven Malerei gewesen sen. Ein kleiner Steppke versucht die ersten wackligen Schritte auf Schlittschuhen, die größeren Jungen spielen Eishockey, ein älterer Herr dreht kunstvoll seine Pirouetten. Dazu kommen Walzerklänge aus dem Lautsprecher eines riesigen Kassettenrekorders, den irgendjemand auf der romantischen Insel in der Mitte es Weihers aufgestellt hat. Ein Idyll im Stadtzentrum, kein Kitschbild, sondern Realität.
- Und wissen Sie, was das Beste daran ist? – Dass es so bleibt, denn die Menschenmassen aus der Nachbarstadt bleiben ja glücklicherweise aus. Nein, von den Nürnbergern setzt doch keiner freiwillig einen Fuß nach Fürth. Die haben ja schließlich ihren eigenen Stadtpark – wenn auch die beiden Anlagen nicht hur ein paar Kilometer, sondern Welten trennen. Das hat sogar ein echter Nürnberger mir gegenüber zugegeben, unter dem Siegel der Verschwiegenheit natürlich.
