Tiergarten (Nürnberg)

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Der Nürnberger Tiergarten liegt am Schmausenbuck im Lorenzer Reichswald.

Tiergarten
Eingang zum Nürnberger Tiergarten
Eingang Großkatzenhaus

Inhaltsverzeichnis

Überblick

Im Tiergarten gibt es auf einem fast 70 ha großen Gelände über 2.000 Tiere aus ca. 300 Arten. Die alten Steinbrüche des Schmausenbucks, die weitläufigen Wiesen und Weiher und der alte Baumbestand machen den besonderen Reiz dieses Landschaftszoos aus, der jährlich über eine Million Besucher anlockt.

Geschichte

Der Tiergarten ist Nachfolger des Alten Tiergartens, der 1912 im Luitpoldhain gegründet worden war. Die Ära dieses ersten Tiergartens ging zu Ende, als die Nationalsozialisten den Ausbau des Nürnberger Reichsparteitagsgeländes beschlossen und das Zoogelände mit einbezogen. Deshalb verlegte man den Tiergarten vom Dutzendteich an den Schmausenbuck. Die Eröffnung fand am 5. Mai 1939 statt.

Leitung

Seit 2005 ist Dag Encke Tiergartendirektor.

Aufgaben

Dem Tiergarten sind Natur- und Artenschutz wichtige Anliegen. So beteiligt er sich an über 30 Europäischen Erhaltungszuchtprogrammen (EEP) und an verschiedenen Wiederansiedlungsprojekten von Tieren in freier Natur, z. B. von Uralkäuzen und Przewalski-Pferden (Urwildpferde). Im 1989 fertiggestellten Naturkundehaus finden biologische Informationsveranstaltungen zu unterschiedlichsten Themen statt. In den vergangenen Jahren wurden einige der alten Tierhäuser von 1939 umgebaut und erweitert, um den Anforderungen der heutigen Tierhaltung gerecht zu werden: Das Menschenaffenhaus erhielt winterfeste Außenanlagen und eine große Freianlage für Gorillas, aus der alten Eisbärenanlage wurde eine neu gestaltete Wasserlandschaft für Eisbären, Seelöwen, Pinguine, Fischotter und Biber. Das Raubtierhaus wurde im Frühjahr 2008 fertig saniert und umgebaut.

Einen Schwerpunkt des Tiergartens bilden die Meeressäugetiere. Seit 1971 besteht das Delfinarium als einzige Einrichtung dieser Art in Süddeutschland, wo Große Tümmler und Kalifornische Seelöwen gehalten werden. Die Einrichtung wurde nach einigen Jahren so erweitert, dass im „Delfinarium I“ Vorführungen für Besucher stattfinden und das „Delfinarium II“ im Betriebshof der Aufzucht von Jungtieren und Forschungsprojekten dient. 1977 wurde das Tropenhaus für Seekühe eröffnet.

Im Juli 2011 wurde nach mehrjähriger Bauzeit die Delphinlagune eröffnet, eine Anlage mit weitläufigen, naturnah gestalteten Wasserflächen vor allem unter freiem Himmel für Große Tümmler und Seelöwen. In dieser Einrichtung soll auch - erstmals in Europa - Delfintherapie für behinderte Kinder angeboten werden. Auf diesem Gebiet hat der Tiergarten mit der Universität Würzburg bereits erfolgreich wissenschaftlich zusammengearbeitet. An die Lagune angegliedert werden soll auch ein neues Manati-Haus für Seekühe.

Die dem „Adler“ nachgebaute Kleinbahn fährt nach mehrjähriger Renovierung seit Ende März 2012 wieder.[1]

Eisbären-Drama

Bundesweit in die Schlagzeilen kam der Nürnberger Tiergarten im Jahr 2000, als vier Eisbären von einem Unbekannten freigelassen wurden und daraufhin erschossen werden mussten. Wiederum die Eisbären sorgten zum Beginn des Jahres 2008 für großes Aufsehen, als sich um ihren Nachwuchs ein Drama entwickelte, das sogar noch die Geschichte des Berliner Eisbären Knut in den Schatten stellte. Näheres dazu steht auf der Seite Eisbärenbaby.

Literatur

  • Guido Fuchs: Zweimal Tiergarten: Vom Luitpoldhain zum Schmausenbuck. Nürnbergs Zoo feierte 40jähriges Bestehen und ist doch 27 Jahre älter. In: Nürnberg Heute, Eine Zeitschrift für Bürger und Freunde der Stadt, Hrsg.: Stadt Nürnberg, Heft 27, Dezember 1979, S. 32-39
  • Marco Puschner: Delfine helfen behinderten Kindern. In: Nürnberger Zeitung vom 23. September 2006 - NZ
  • Ute Wolf: Wo bleibt nur das ersehnte Baby? In: Nürnberger Zeitung vom 27. Januar 2007 - NZ
  • André Fischer: Mit der Seekuh oder gar nicht. In: Nürnberger Zeitung vom 6. Oktober 2007 - NZ
  • Ute Wolf: Inventur im Tiergarten: Rückblick auf 2009, Ausblick auf 2010. Flocke geht, Felix kommt wieder. In: Nürnberger Zeitung Nr. 14 vom 19. Januar 2010, S. 9 - NZ
  • Ute Wolf: Erstmals seit zehn Jahren wieder Geparden-Nachwuchs im Tiergarten. Nur mit Tricks zum Mutterglück. In: Nürnberger Zeitung Nr. 129 vom 9. Juni 2010, S. 9 - NZ

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Nürnberger Zeitung, 30. März 2012: „Kleiner Adler“ fährt wieder durch den Nürnberger Tiergarten


Karte

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Artikel in der NZ:

  • Originaltext! Dieser Text stammt aus der Nürnberger Zeitung, ist urheberrechtlich geschützt und deshalb nicht editierbar. Das Anlegen weiterer Abschnitte ist aber durchaus erwünscht!

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