Valznerweiher

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Der Valznerweiher ist ein im Nürnberger Stadtteil Zerzabelshof (Zabo) gelegener Weiher, in dessen Mitte sich ein Insel-Restaurant befindet. Der beliebte Ausflugsort liegt im Lorenzer Reichswald. Das in südwestlicher Richtung gelegene Sportgelände des 1. FC Nürnberg wird im lokalen Sprachgebrauch auch kurz "Valznerweiher" genannt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der Nürnberger Bankier und Patrizier Herdegen Valzner ließ 1375 den nach ihm benannten Valznerweiher als Wasserreservoir für sein Hammerwerk Gleißhammer anlegen.[1]

Auf der kleinen Insel in der Mitte des Weihers gab es zwischen dem 16. und Anfang des 19. Jahrhundert einen Vogelherd, auf dem Vögel für den Verzehr gefangen wurden.

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich der Valznerweiher zu einem beliebten Ausflugsziel; gleichzeitig etablierte sich eine Gastwirtschaft auf der Insel. Auf dem kleinen See gab es um 1900 die Möglichkeit, Boot zu fahren. Außerdem vergnügten sich die Ausflügler - wie auch am Tullnau-Weiher und Dutzendteich - auf einer Wasserrutschbahn, auf der man mit Kähnen in den See herunterrutschen konnte. Um die gleichen Zeit entstand am Weiherrand ein „Curhaus“, das heute nicht mehr existiert.

Durch die Eingemeindung des Dorfes Zerzabelshof (Zabo) nach Nürnberg im Jahr 1923 kam der Valznerweiher unter die Verwaltung der Stadt Nürnberg.

Ein Nebenarm vom Fischbach mündet in den Valznerweiher; der Goldbach hat dort seinen Ursprung.

Das Insel-Restaurant

Die Anfänge einer Ausflugs-Gaststätte auf der Valznerweiher-Insel dürften zu Beginn des 19. Jahrhunderts liegen, als dort der Fabrikant Johann Nicolaus Weber ein Lokal betrieb. Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzten die US-Amerikaner das Insel-Restaurant zunächst als Club, übergaben es jedoch Anfang der 1950er Jahre wieder der Stadt Nürnberg.

Max Ragati

Zwischen 1951 und 1968 betrieben Max und Grete Ragati das Lokal, das die Tucher-Brauerei von der Stadt gemietet und an sie weiterverpachtet hatte. Max Ragati war ein Pionier des Nürnberger Boxsports und zwischen 1919 und 1933 als Boxer aktiv. In seiner Laufbahn und gewann er mehrere Meisterschaften. Nach Beendigung seiner Boxerkarriere ging er mit seiner Frau in die Gastronomie.

1951 übernahmen die Ragatis die Gaststätte Valznerweiher. Da deren Gebäude sehr herunter gekommen waren, beschloss die Stadt Nürnberg 1954 den Abriss und einen Neubau an gleicher Stelle, der bis 1956 fertiggestellt war. Bei dieser Gelegenheit vergrößerte man auch die Insel sowie den ganzen Weiher und gestaltete das zu diesem Zeitpunkt verwilderte Gelände im Umkreis neu. Auch eine neue Brücke zur Insel entstand.

Nachdem Familie Ragati das Lokal 1968 aufgegeben hatte, folgten zahlreiche Pächterwechsel. Im Jahr 2000 verkaufte die Stadt Nürnberg das Lokal und die Valznerweiher-Insel an den damaligen Pächter Manfred Hofmann, der die Gaststätte bereits 1988 übernommen hatte.

Seit 2012 gehört das Insel-Restaurant Stephen Lachenmann, der es im Frühjahr 2013 unter dem Namen Valzner Weiher wieder eröffnete.

Literatur

  • Hermann Rusam: „Kahnpartien für Pärchen“ - Nürnberger Zeitung vom 29.3.1997
  • „Letzte Stunde für die Valznerweiher-Gaststätte“ - Nürnberger Zeitung vom 5.10.1954
  • Stadtlexikon Nürnberg, Hg. Michael Diefenbacher und Rudolf Endres, Stadtarchiv Nürnberg

Weblinks


Einzelnachweise

  1. Hans Liebel: Zerzabelshof; Helmut Seubert Verlag, Nürnberg 1993