Wilhelm Kunze

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Büste von Wilhelm Kunze aus den Beständen der Stadtbibliothek Nürnberg

Wilhelm Kunze (* 1.September 1902 in Nürnberg, † 1. Juli 1939) war ein Nürnberger Dichter.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Werk

Der in Nürnberg geborene Kunze verlor seinen Vater im Alter von drei Jahren und litt während seiner Kindheit an Kinderlähmung und einer schweren Herzerkrankung. Während seiner Zeit am Gymnasium in Nürnberg und Nördlingen fängt er an, sich literarisch zu beschäftigen. Im Alter von 17 Jahren beginnt er eine Lehre als Buchändler. Wenig später gründete er einen Literaturkreis und veröffentlicht Gedichte und Novellen. Hermann Hesse wird auf ihn aufmerksam und lobt die Werke Wilhelms überschwänglich. Zu dem Verfasser von „Siddhartha“ und „Narziss und Goldmund“ entwickelt sich mit der Zeit eine feste Freundschaft, die auch durch Briefwechsel dokumentiert ist. Auch die Schriftstellerin Selma Lagerlöf zeigt sich vom Talent Kunzes angetan. Von 1925 bis 1933 arbeitet Kunze auch als Feuilleton-Autor für Nürnberger Zeitungen. Er beschäftigt sich in seinen Werken auch mit Personen aus dem fränkischen Kulturkreis, so etwa mit Kaspar Hauser dem Mystiker Georg Matthias Burger. Seinen lange gehegten Plan, einen Roman über Leben und Werk des Minnesängers Heinrich von Ofterdingen zu verfassen, konnte er zu Lebzeiten nicht mehr umsetzen. Es wurde erst zu seinem 70. Todestag posthum als Fragment veröffentlicht.

Kunze wurde schon frühzeitig von den Nationalsozialisten auf eine „Negativliste“ gesetzt und damit seiner Existenzgrundlage beraubt. Im Jahr 1939 wird sein Buch „Blauer Himmel um die Erde“ beschlagnahmt. Desillusioniert und vereinsamt stirbt Kunze am 1. Juli an den Folgen einer Herzinsuffizienz.

Werke

  • 1922: Ein Sommer (Gedichte)
  • 1924: Dämmernde Welt (Gedichte)
  • 1924: Der Tod des Dietrich Grabbe (Erzählung)
  • 1925: Der Fischzug (Erzählungen)
  • 1927: Aus Abend und Morgen (Gedichte)
  • 1928: Nürnberg, Schicksal einer Stadt (Essay)
  • 1930: Die Angstmühle (Roman)
  • 1931: Mythos, Gestalt und Geschichte von Kaspar Hauser (Studie)
  • 1933: Georg Friedrich Daumer (Biografie)
  • 1936: Blauer Himmel um die Erde (kurze Prosatexte)

Literatur

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise und Anmerkungen