Winterwanderung zum Moritzberg und zum Klingenden Wasserfall

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Im Winter erstarrt der Klingende Wasserfall zu einem Eis-Kunstwerk.

Väterchen Frost zaubert Kunstwerke aus Eis

(Artikel aus der NZ vom 13. Februar 2012)

Trutzige Burgen, liebliche Täler und urige Wirtshäuser – rund um Nürnberg gibt es jede Menge zu entdecken. Umweltfreundlich und stressfrei kommt man mit den S-Bahnen zum Ausgangspunkt. Diesmal führt eine knapp 14 Kilometer lange Winterwanderung von Röthenbach an der Pegnitz (S-Bahn-Linie 1) zum Moritzberg und zum Klingenden Wasserfall bei Haimendorf. Auch wenn sich der eine oder andere über kalte Füße beklagt, hat der strenge Frost der vergangenen Wochen auch seine guten Seiten: Der Klingende Wasserfall bei Haimendorf zum Beispiel hat sich in ein beeindruckendes Kunstwerk aus Eis verwandelt. Im Sommer plätschert oft nur ein dünnes Rinnsal die fast fünf Meter hohen Stufen in der Hüttenbachschlucht hinunter. Bevor die Ausflügler dieses Naturschauspiel bewundern dürfen, steht ein kleines Aufwärmprogramm auf der Tagesordnung: Vom Haltepunkt der S-Bahn-Linie 1, Röthenbach-Seespitze, wandern wir auf dem Jakob-Krieger-Weg, der mit Grünstrich markiert ist, in knapp zwei Stunden auf den Moritzberg.

Nachdem wir die Autobahn überquert haben ist das erste Etappenziel Himmelgarten. In dem kleinen Dorf leben wahrscheinlich mehr Pferde als Menschen und das Ortsbild ist von Stallungen und Koppeln geprägt. An einem Teich führt der Wanderweg rechts vorbei in ein Waldgebiet, das überschwemmt und jetzt dick vereist ist. Bei der Querung ist Vorsicht geboten, an manchen Stellen trägt das Eis nicht. Bald wird der Weg wieder einfacher, es geht über Wiesen und an Koppeln vorbei in die Grüne Au. Von hier aus folgen wir einer Straße nach links und erreichen nach wenigen Minuten Haimendorf.

Schon bald ist das Schloss der Nürnberger Patrizierfamilie Fürer zu sehen, dass in seiner jetzigen Form im Jahr 1565 erbaut wurde. Es gilt als eines der besterhaltensten Adelssitze der Renaissance in Franken. Von Haimendorf sind es nun noch gut eineinhalb Kilometer bis auf den Gipfel des Moritzbergs (603 Meter). Die haben es aber in sich und viele Wanderer freuen sich auf einen Einkehrschwung in der urigen Moritzberghütte (geöffnet Mittwoch bis Sonntag ab 11 Uhr).

Über die mit Grünstrich und vielen anderen Zeichen markierten Hohlwege machen wir uns auf den Abstieg nach Haimendorf. In der Von-Fürer-Straße weist ein Schild den Weg zum Klingenden Wasserfall. Am Campingplatz und Koppeln vorbei, führt ein Weg bergab in den Wald. Jetzt muss nur noch der Hüttenbach überquert werden und schon bietet sich ein großartiger Ausblick auf den gefrorenen Wasserfall. Allerdings klingt er heute nicht: Normalerweise erzeugen Wind oder hinter den Eiszapfen entlanglaufendes Wasser die Tonfolgen. Durch die niedrigen Temperaturen ist das Eis aber so dick, dass fast nichts mehr fließt.

Auf dem Schönberger Jakobsweg, der mit dem grünen Kringel markiert ist, setzen wir die Wanderung rechts der Hüttenbachschlucht fort. Nach wenigen Hundert Metern wartet ein weiteres Naturschauspiel, der „Sprosselbrunn“. Das glasklare Quellwasser sprudelt aus drei Löchern in einer Sandsteinwand und ist derzeit ebenfalls von bizarren Eisgebilden umrahmt. Noch wenige Meter, bis zur Straße nach Schönberg folgen wir dem markierten Wanderpfad. Nun geht es ohne Markierung nach links entlang der Straße nach Himmelgarten. Von hier aus führt der bekannte Jakob-Krieger-Weg zurück zur S-Bahn-Haltestelle in Röthenbach.


Clara Grau


Karte

Winterwanderung zum Moritzberg und zum Klingenden Wasserfall/Karte

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