Zeppelintribüne

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Die Zeppelintribüne ist die Steintribüne am Zeppelinfeld in Nürnberg.

Die Zeppelintribüne im Jahr 1967 vor...
...und nach der Sprengung der Säulengalerie
Heutige Steintribüne ohne Säulengalerie

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Zeppelintribüne ist ein Bestandteil des ehemaligen Reichsparteitagsgeländes und eines der größten Relikte der NS-Zeit in Nürnberg. Erbaut wurde die Tribüne in den Jahren 1935 bis 1937. Als antikes Vorbild diente der Pergamonaltar. Ab 1936 diente sie als gigantische Kulisse für die Reichsparteitage der NSDAP in Nürnberg.

Nutzung in der Nachkriegszeit

Nach dem Krieg wurde die Tribüne etwa bei den Autorennen auf dem Norisring wieder bei Veranstaltungen einbezogen. Parallel liefen bereits in den 1950er Jahren Diskussionen, was die Stadt mit dem Bauwerk machen soll. Der - nicht finanzierbare - Ausbau zu einem Stadion war dabei ebenso im Gespräch wie die komplette Sprengung.

Weil der Bau nach Plänen des Architekten Albert Speer sehr schnell und mit schlechtem Material errichtet worden war, wurden bereits 1967 massive, die Sicherheit der Bürger gefährdende Risse in der Deckenkonstruktion der Säulengalerie festgestellt. Damit das Norisringrennen am 1. und 2. Juli 1967 stattfinden konnte, ordnete Oberbürgermeister Andreas Urschlechter deshalb per Dringlichkeitsantrag am 25. April 1967 die Sprengung der Säulengalerie mit ihren 144 Pfeilern an. Der Bauausschuss stimmte am 16. Mai 1967 zu.

Am 8. und 9. Juni 1967 wurden die Pfeiler gesprengt. Teile des Schutts landeten in den Treppenhäusern der Tribüne, wo sie bis 2007 liegen blieben und von innen gegen das Gebäude drückten. Dadurch und wegen der besagten schlechten Qualität der Steine wurde die Tribüne zunehmend baufällig. Um den Verfall zu stoppen, hat das Hochbauamt im Oktober 2009 ein Instandsetzungskonzept vorgelegt, dessen Finanzierung - prognostiziert sind Kosten von 60 bis 70 Millionen Euro - aber noch nicht gesichert ist. Oberbürgermeister Ulrich Maly sieht Bund und Land in der Pflicht. Die Stadt hat sich im Jahr 2004 in ihren Leitlinien zum Umgang mit dem NS-Erbe verpflichtet, die Bauten in ihrem heutigen Aussehen zu bewahren.

In der Halle innerhalb der Steintribüne richtete die Stadt Nürnberg 1984 die Ausstellung „Faszination und Gewalt“ ein, die später den Grundstock des 2001 eröffneten Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände bildete.

Literatur

  • Merkblätter zur Ton- und Bildschau „Faszination und Gewalt“ im ehemaligen Reichsparteitagsgelände Zeppelintribüne. Zusammengestellt von Bernd Ogan und Siegfried Zelnhefer. Stadt Nürnberg, Pädagogisches Institut. Nürnberg: Pädagogisches Institut, 1984, 18 S.
  • Eckart Dietzfelbinger: Faszination und Gewalt. Das Reichsparteitagsgelände in Nürnberg = Fascination and Terror. The Nazi Party Rally Grounds in Nuremberg.. Mit Kurzführer durch die Ausstellung „Faszination und Gewalt“ in der Zeppelintribüne. Hrsg.: Museen der Stadt Nürnberg. Übersetzung: Janet Christel und Ulrike Seeberger. Nürnberg: Museen der Stadt Nürnberg, 1996, 52 S. (Text dt. und engl.)

Artikel in der NZ

  • fis [= André Fischer]: Marode Zeppelintribüne: Bauunterhalt wird etliche Millionen kosten. In: Nürnberger Zeitung Nr. 178 vom 5. August 2009, S. 10 - NZ
  • Marco Puschner (Text) und Uwe Niklas (Fotos): Einblicke in die Zeppelintribüne. Pompöses Bauwerk mit profanem Inhalt. In: Nürnberger Zeitung Nr. 203 vom 3. September 2009, S. 9 - NZ
  • Claudia Urbasek: Stadt, Land und Bund streiten über Finanzierung. Instandsetzung der Zeppelintribüne kostet 70 Millionen Euro. In: Nürnberger Zeitung Nr. 238 vom 15. Oktober 2009, S. 9 - NZ
  • Marco Puschner: Heute debattieren die Räte über das NS-Bauwerk. Zeppelintribüne erhitzt die Gemüter. In: Nürnberger Zeitung Nr. 245 vom 23. Oktober 2009, S. 9 - NZ
  • Marco Puschner: Die Räte und die Zeppelintribüne. Keine Geschichtsflucht. In: Nürnberger Zeitung Nr. 246 vom 24. Oktober 2009, S. 10 - NZ

Siehe auch

Weblinks

  • Architektur im Nationalsozialismus - Wikipedia