Altenburg (Bamberg)

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Die Altenburg ist eine Burg in Bamberg in Oberfranken. Sie diente auch bis 1552 als fürstbischöfliche Residenz.

Altenburg
Gemeinde Bamberg
Entstehungszeit 12. Jahrhundert
Typologie Höhenburg
Höhe

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Altenburg war ursprünglich eine Fliehburg. Sie wurde erstmals 1109 "Altenburg" genannt. Weihe einer Burgkapelle 1124, Ausbau zur Veste im 15. Jahrhundert, Zerstörung im 2. Markgrafenkrieg unter Markgraf Albrecht Alcibiades, kein Wiederaufbau; Verkauf der Burg an Dr. Adalbert Friedrich Marcus 1801. Im Jahr 1818 Gründung des Altenburgvereins. 1836 Einweihung der Burgkapelle, Bau des Palas 1901.

Palas

Der heutige Palas steht auf den noch teilweise erhaltenen Kellern des ursprünglichen fürstbischöflichen Wohnhauses. Dieses Haus wurde durch finanzielle Unterstützung des Schuh-Fabrikanten Heinrich Manz um 1900 erbaut. Der Architekt dieses romantisierenden Gebäudes war Gustav Häberle.

Brunnen

Der Brunnenschacht, sicherlich auch mit Brunnenrand und Rad versehen, war bis 1880 in einem quadratischen Haus untergebracht. Dieses Brunnenhaus wurde abgebrochen, und die brauchbaren Steine wurden zur Veränderung des Nordwest-Eckturmes verwandt. Anschließend erhielt der Brunnenschacht seinen jetzigen Aufbau. Der Schacht ist ca. 30 m tief.

Plastiken

1. Grabmal des Adalbert von Babenberg im Torhaus

Das 1727 wohl neuangefertigte Grabmal des Adalbert von Babenberg aus dem Hause der Popponen kam nach Auflösung des Klosters Theres hierher auf die Altenburg. Bildhauer Leitherer ließ bei der letzten Restaurierung (ca. 1980) in einem Zeitungsinterview verlauten, dass er ältere Teile innerhalb der Plastik feststellen konnte.

2. Grabmal des Heinz Fuchs von Bimbach († 15. Juni 1539) aus der Kirche St. Anna des Franziskanerklosters in Bamberg.

3. Grabmal des Wolf Christoph von Streitberg († 29. März 1560) mit der Jahreszahl 1562 und "KS". das Monogramm des Bildhauers Kilian Sorg. Dieses, ebenfalls aus der St.-Anna-Kirche, kam wie auch das Fuchsische Grabmal über den ersten Einlagerungsort Domkreuzgang in diese Kapelle.

4. Grabmal Martin von Redwitz († 27. April 1505) aus der St.-Christoph-Kirche des Dominikanerklosters. Wohl aus der Werkstatt Tilman Riemenschneiders

5. Grabmal Georg von Schaumberg auf Lauterburg († 5. Januar 1527), das Grabmal aus der Dominikanerkirche wurde zu Lebzeiten dieses von Schaumberg 1520 wohl durch den Bildhauer Johann Daucher gefertigt. Bestattet ist er jedoch in der Moritzkirche zu Coburg.

6. Zwei wappenschildhaltende Löwen am Torhaus.

  • Diese stammen von einem Haus am Grünen Markt, welches etwa 1880 umgebaut und die Fassade verändert wurde.

7. Über den Eingang ins Restaurant ein Kreuzigungsrelief aus dem 15. Jh.

  • Herkunft bisher unbekannt.

8. An der Amalienklause ein großer Überrest eines Wappens "von Werdenstein"

9. links oberhalb dieses Werdensteinschen Wappens ein kleineres Familienwappen.

10. Seitlich rechts davon das Hochstiftswappen.

  • Herkunft unbekannt.

11. An der E. T. A. Hoffmann-Klause der Rest des Grabmals von Leypold Truchseß von Wetzhausen auf Dachsbach († 19. November 1516). Dieses Werk kann dem Meister des Schwanenritterordens des Jörg Armpauer zugeschrieben werden.

12. An der E. T. A. Hoffmann-Klause eine Krone, wohl Rest eines Wappens.

  • Herkunft unbekannt.

13. Der sitzende Löwe an der Ostseite

  • Von gleicher Art befinden sich noch zwei in Privatbesitz ein weiterer zwischen Martinskirche und Martinsapotheke in einen Torbogen. Diese vier Löwen befanden sich ursprünglich in der Oberen Königstraße.

14. Am Nordwestturm das Wappenteil des verloren gegangenen "Wilden Mannes"

  • Dieser Wilde Mann war noch um 1780 auf der Burg nachweisbar war. Dieser ist mit diesen Wappenüberrest noch in der Aurifodina Bambergensis von Johann Sebastian Schramm abgebildet.

15. Gesichtsmaske am Palas.

  • Diese ähnelt sehr den Antlitz von Heinrich Manz, welcher den zum Bau misteuerte

Ergebnis: Sieht man sich die Aufzählung an, muss man zum Schluss kommen, dass die Altenburg ein Aufbewahrungsort von bildhauerischen Werken wurde, die bei Bauvorhaben entfernt wurden (ausgenommen die Nummern 14 und 15).

Die Klausen

E.T.A.Hoffmann-Klause

  • Benannt nach E.T.A. Hoffmann, welcher von 1808 bis 1813 in Bamberg lebte. Er zählt zu den Literaten Bambergs. Dieser bewohnte die Klause öfters und versah die Innenwände mit Karikaturen Bamberger Personen.

Amalien-Klause

  • Benannt nach Amalie von Oldenburg, Königin von Griechenland, welche mit ihren Gemahl Otto I. (Griechenland) in Bamberg bis zu beider Tod im Exil lebten.

Der Burgbär

Bereits etwa 1915 wurde die Tradition einen Bären aif der Burg zuhalten, welche mit dem Burgbären "Poldi" abgebrochen wurde, eingeführt. Von 1952 bis 1982 wurde in einem Zwinger und einem kleinen Freigehege auf der Altenburg ein Braunbär gehalten. Für den damals jungen Bären übernahm Luitpold Weegmann, damaliger Oberbürgermeister der Stadt Bamberg, die Taufpatenschaft. Aus dem Namen Luitpold wurde für den Bären der Kosenamen "Poldi" übernommen. Der Zwinger ist immer noch vorhanden, beherbergt mittlerweile aber einen ausgestopften Bären.

Gedenktafeln für Mitglieder des Altenburgvereins

Anton von Grafenstein, dem Gründer des Altenburgverein widmete dieser dem Postmeister Anton von Grafenstein eine Gedenktafel. Diese ist in der Durchfahrt des Torhauses eingelassen.

Heinrich Manz, Gedenktafel an der Südmauer des Palas. Aufgrund seines Engagementes wurde der Palas gebaut. Dabei wurde übersehen, dass Heinrich Manz sich mit der oben genannten Maske bereits verewigen ließ.

Johann Loewel, Gedenktafel am südwestlichen Eckturm. Johann Loewel bedachte testamentarisch den Altenburgverein.

Heutige Nutzung

Gaststätte

Eine Gaststätte ist bereits nach der Übernahme durch den Altenburgverein nachgewiesen. Die Räumlichkeiten befanden sich wie heute im Anbau des Torhauses. Die Küche, ein mit Gurtbogen überwölbter Raum, wurde 1834 zur Kapelle um- und ausgebaut.

Die Räumlichkeiten sind im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts neu eingerichtet worden. Diese Möblierung findet sich heute noch vor. Der gediegene Kachelofen wurde etwa 1970 herausgerissen.

Die "Wirtsleut" bewirtschaften neben diesen Restaurant auch den sogenannten Rittersaal im Wohnbau (Palas). Dieser wird gerne für festliche Veranstaltungen wie Hochzeiten oder Stiftungsfeste genutzt.

Sitz einer Ritterschaft

"Reichsritterschaft zum goldenen Federkiel im hochfürstlichen Thumbstift zu Babenberg" Geschichtliches: diese Ritterschaft ging aus einen Zusammenschluss von Bamberger Kaufleuten hervor, die diese Gesellschaft 1930/31 begründeten.

Regelmäßige kirchliche und weltliche Veranstaltungen

Kirchliche

  • 1. Mai
Gottesdienst in der Burgkapelle
  • September
Gottesdienst für die verstorbenen Mitglieder des Altenburg-Vereins
  • September/Oktober
Evangelischer Gottesdienst an der Kreuzigungsgruppe, etwa 1990 eingeführt.

Weltliche

Oktober Jahreshauptversammlung des Altenburgvereins

Wichtiges im Umfeld der Burg

  • Kreuzigungsgruppe von 1755
diese wurde für diese Stelle - für den seit Generationen auf der Altenburg jährlich stattfindenden Gottesdient - 1755 durch Georg Adam Reuß geschaffen. Der Kopf des Bozettos von Johannes befindet sich im Landesmuseum Mainz
  • Grab des Dr. Friedrich Adalbert Marcus
Marcus wünschte in der Nähe der Burg bestattet zu werden. Das Grab erhielt durch den Bildhauer Joseph Daniel Ohlmüller (1791-1839) ein die ganze Grabfläche bedeckendes Grabmal.
Dieses Ohlmüllersche Werk wurde 1938 - aufgrund der jüdischen Abstammung Marcus - zerstört. Jedoch das Grab selbst blieb unversehrt. Die Täter wurden um 1950 verurteilt.
Die zerstörte Grabstelle blieb bis 1962, wo sie dann mit vier Sandstein-Quadern, welche in der Mitte eine Bronzetafel mit Namen und Daten tragen, wieder hergerichtet wurde.
  • Marcus-Ruh
ein seit vor der Zerstörung der Grabstätte dem Vandalismus anheim gefallene steinerne Tisch- und Bankgruppe. Es muss ein herrlicher Blick auf Bamberg gewesen sein.
  • Gedenkstein gewidmet den Mitgliedern des Vereins vom Verein
Ein um 1900 auf hohen Sockel aus Bruchsteinen mit eingelassener Marmorplatte errichtetes Denkmal.
  • Gedenkstein zum 100jährigen Jubiläum des Hochstifts Bamberg beim Königreich Bayern
1903 Errichtung dieses Mals aus Steinen der Ämter des ehemaligen Hochstifts Bamberg. Die Steine tragen die Namen der Verwaltungsorte der jeweiligen Ämter. Eine Bronzeplatte gibt dies auf der Ostseite der Stele bekannt.
  • Leitschuh-Ruh
Benannt nach dem Direktor der Staatsbibliothek Bamberg Friedrich Leitschuh.
  • Hergenröder-Ruh
Benannt nach dem 2. Bürgermeister der Stadt Bamberg, Bezirkstagspräsident von Oberfranken, und langjährigen 1. Vorstand des Altenburgvereins Anton Hergenröder.

Literarisches

Georg Dehio schreibt im Handbuch der Kunstdenkmäler: Auf den Ruinen der historisch denkwürdigen Burg moderner Phantasiebau. (1)

Literatur

  • Paul Oesterreicher: Die Altenburg bei Bamberg. Geschichtlich dargestellt. Erste Abtheilung. Beigebunden: Urkundensammlung zur geschichtlichen Darstellung der Altenburg bei Bamberg. Bamberg: Oesterreicher, 1821, VIII + 64 S.
  • Joseph Heller: Die Altenburg bei Bamberg. Geschichte und Beschreibung derselben. Bamberg und Aschaffenburg: Dresch, 1828, 133 S.
  • Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Deutscher Verein für Kunstwissenschaft. Begründet vom Tage für Denkmalpflege. Berlin: E. Wasmuth
    • Band 1: Mitteldeutschland, 3. Auflage, 1922, VIII, 446 S.
  • Hans Jahreiß: Die Altenburg bei Bamberg. Bamberg, Theuerstadt 3a: Selbst-Verlag, 1931, 40 S.
  • Tilmann Breuer: Die Altenburg bei Bamberg. Geschichte. Aufnahmen: Ingeborg Limmer. München; Berlin: Deutscher Kunstverlag, 1965, 15 S. (Große Baudenkmäler; Heft 193)
  • Christoph Graf von Pfeil: Die Altenburg ob Bamberg. Baugeschichte und Funktion. Hrsg.: Altenburgverein e.V. Bamberg als Eigentümer der Burg. Bamberg: Altenburgverein e.V., 1986, 163 S. mit 50 Abbildungen

Siehe auch

Weblinks

  • Die Altenburg - Stadt Bamberg
  • Altenburg (Bamberg) - Wikipedia
  • Altenburgverein e.V. Bamberg - online
  • 1818 Gründung des Altenburg-Vereins, des „Vereins zur Erhaltung der Babenburg“. Kaiser-Heinrich-Gymnasium Bamberg - online

Einzelnachweise und Anmerkungen

(1) Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Band 1: Mitteldeutschland, Seite 6